BUCHTIPP: Generation Koffer – die zurückgelassenen Kinder

Von Sunya Baaroun

Türken in Deutschland. Ehemals Türken. Oder deren eingebürgerte (und manchmal auch eingedeutschte) Nachkommen. Wie auch immer. Man möge meinen, ein inzwischen von allen Seiten beleuchtetes Thema – mitunter literarisch. Anders jedoch dieses Buch. Denn befasst sich die Autorin Gülcin Wilhelm mit einem bisweilen kaum diskutiertem Stoff: Türkisch stämmige Kinder, die von ihren Eltern im Heimatland zurückgelassen wurden.

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Bei der Oma oder anderen Verwandten aufgewachsen, wurden sie nicht selten erst mit Eintritt ins Erwachsenenalter nachgeholt. Deutschland kannten sie bis dato nur aus dem Urlaub, den sie in den Sommerferien bei den Eltern verbrachten. Oder aber die Kinder erlebten ein gnadenloses hin und her zwischen der Türkei und Deutschland. Die traumatisierten Männer und Frauen scheuen öffentliche Vorwürfe bis heute. Ihre Geschichten, ihre Gefühle, ein vielmals nicht endendes Tabuthema.

 

Enttäuscht über die Eltern
Wohlmöglich liegt es dem Stolz der Betroffenen und dem verinnerlichtem Respekt vor der Elterngeneration zugrunde, dass bis in die Gegenwart nur sehr bescheiden über die damaligen Vorkommnisse und deren Auswirkungen berichtet wurde. Wer mag schon gern in die Runde posaunen, dass man schrecklich enttäuscht von den eigenen Eltern ist, sich bis heute oft unheimlich einsam, ungewollt und verlassen fühlt? Man unter teils auffällig gestörten Beziehungsmustern zu seiner Umwelt leidet? Was bedeutet es so früh auf sich selbst gestellt sein zu müssen? Wenn Mutter und Vater einst wie ferne, sagenumwogende Figuren eines Märchenbuchs erschienen? Und das gesamte Weltbild eines 12 Jährigen dann plötzlich von heute auf morgen zerbricht? Wenn da unerwartet Geschwister sind, die man gar nicht kannte? Wenn man sich nicht nur als Fremdkörper in einem anderen Land, sondern auch als Eindringling in einer festen Familienstruktur erlebt? Fast grausamen Charakter tragen so einige Erzählungen von Fallbeispielen mit sich. Laut Gülcin soll das Erlebte bis ins späte Erwachsenenalter seine Spuren hinterlassen haben. Und obwohl die Anzahl der Betroffenen hoch ist, taten die Kofferkinder, als sei nichts passiert. Sie schwiegen, ertrugen. Vielleicht, weil sie es nie anders gelernt haben mit bedrückenden Geschehnissen umzugehen. Damit ist nun Schluss, denn mit „Kofferkinder“ soll sich ein neuer Zugang zur Materie erschließen.

Gülcin Wilhelm versorgt den Leser mit aufschlussreichen Hintergrundinformationen. Thesen unterschiedlicher – teils türkischstämmige – Psychologen und deren Auseinandersetzung mit der vorliegenden Problematik finden ihren Platz. Hinweise zur Kontaktaufnahme türkischsprachiger PsychotherapeutInnen findet man in diesem Buch ebenfalls. Interessant sind auch manche statistischen Angaben. So geht man davon aus, dass im Zuge der Neureglung des Kindergeldes (1975) sowie der Aufenthaltserlaubnis (1978) ca. 700.000 Kinder zu ihren Eltern nach Deutschland geholt wurden.

Analytisch, an manchen Stellen beinah wissenschaftlich angehaucht. Dennoch mit viel Gefühl und Tiefe. Eine Sicht in eine andere Welt. In eine, die manchmal vielleicht gar nicht soweit entfernt sein muss, wie die der eigenen Eltern. Ein längst überfälliges Buch!

 

Generation Koffer von Gülcin Wilhelm
Die zurückgelassenen Kinder
Orlanda Verlag, 240 Seiten
17,90€

Mit Pegasus Airlines in die Türkei

Größte private türkische Airline verstärkt Angebot in Deutschland.

Die größte private Fluggesellschaft der Türkei, Pegasus Airlines AG, geht in Deutschland in die Offensive und umwirbt verstärkt deutsche Urlauber. Von vier deutschen Flughäfen (Düsseldorf, Köln, München, Stuttgart) werden über das Drehkreuz Istanbul erstmals 16 Ziele in der Türkei und Nord-Zypern angeflogen. Der günstigste Preis für den Flug nach Istanbul beträgt 44,99 Euro (inkl. aller Gebühren), mit den Anschlussflügen kann der Flug je nach Saison bis zu 300 Euro kosten. Von Deutschland nach Istanbul wird es ab dem 1. Juli 21 Charterflüge in der Woche geben, von Berlin, Frankfurt, Hannover, Köln, Leipzig, Münster und Stuttgart nach Antalya je einen, von Düsseldorf nach Antalya vier und von München nach Antalya zwei Charterflüge wöchentlich. Mit dem Sommerflugplan wird von Düsseldorf und Stuttgart nach Ankara bzw. Kayseri ein Flug pro Woche eingerichtet, die Strecke Düsseldorf-Izmir wird ein Mal, Stuttgart-Izmir zwei Mal pro Woche geflogen.

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Pegasus starte vor knapp 20 Jahren als Charter-Linie und hat bislang mit 18 Boeings 737 (2008) in der Türkei ein nationales Linien-Streckennetz mit über 70 Flügen täglich zu insgesamt 18 Destinationen aufgebaut. Sie fliegt mit einer Auslastung von 71%.

“Wir haben sehr ehrgeizige Ziele und wollen vor allem in der Tourismus-Branche trotz der schwierigen Welt-Wirtschaftslage mit Low-Price-Angeboten überproportional wachsen”, erklärte Vorstandsvorsitzenden Ali I Sabani (39). Deshalb bietet Pegasus deutschen Touristen an “für wenig Geld“ die Türkei zu entdecken”.

Die 1989 gegründete Airline hat in knapp 20 Jahren weder einen tödlichen Unfall noch einen Flugzeug-Totalverlust. Die Boeings sind bereits seit 2002 zur Treibstoffersparnis mit Wingjets ausgerüstet. (sm)

Zur Webseite der Fluggesellschaft: http://www.pegasusairlines.com/DE/

Im Reich der Schlangenkönigin

Von Barbara Crombach

Wann haben Sie das letzte Mal ein Märchen gelesen? Ja, Märchen sind sicher nicht für alle – aber wer gerne Märchen liest, sollte Im Reich der Schlangenkönigin unbedingt lesen. Tauchen Sie in die magische Welt von Zauberern, Schlangenköniginnen, von wunderschönen Prinzessinnen und heldenhaften Jünglingen ein.

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Die Sammlung von Volksromanen, Märchen und Liebesgeschichten, die Erika Glassen und Hasan Özdemir zusammengetragen haben, ist im wahrsten Sinne des Wortes „sagenhaft“. Die Liebesgeschichten der Volksromane gehen oft gut aus, doch es gibt auch Paare, die sich nicht finden oder, wie Şirin und Ferhat, wegen ihrer unglücklichen Liebe sogar sterben müssen. Hasan Özdemir und Erika Glassen haben für die Reihe „Türkische Bibliothek“ des Unionsverlags ganz unterschiedliche Erzählungen gesammelt. Es gibt in diesem Band Unheimliche Geschichten und Sagen, bei denen Dschinnen für Gerechtigkeit sorgen. Natürlich kämpfen junge Prinzen gegen Devs (riesige Ungeheuer) und werden am Ende für ihren Mut und ihre Weisheit geehrt. In den Volkstümlichen Religiösen Überlieferungen begegnen wir dem religiösen Stammvater Abraham sowie Adam und Eva und der Familie der Propheten. Zum Schluss können LeserInnen über die humorvollen Weisheiten des Hoca Nasreddin schmunzeln.

 

Schlösser aus Kristall, Schiffe aus Diamanten

Fast alle Geschichten sind in blumiger Sprache erzählt. Wunderbare Bilder entstehen vor den Augen der LeserInnen – fliegende Vögel, Schlösser aus durchsichtigen Kristallen und Edelsteinen, Schiffe aus Diamanten. Mystische Wesen treiben ihr Unheil mit den Menschen, junge mutige Prinzen retten die Wehrlosen und Liebende finden entweder zueinander oder sterben vor Gram. Die Erzählungen lassen die LeserInnen in die Welt der Märchen und Sagen abtauchen und beflügeln die Phantasie. Und trotz vieler Ähnlichkeiten bieten sie einen neuen, wunderbaren Zugang zur islamischen und arabischen Welt.

Ebenfalls lesenswert ist der Anhang, in dem Erika Glassen viel Erklärendes zur Geschichte und zum Verständnis der Erzählungen anbietet. Außerdem werden in den Nachweisen viele Quellen der Geschichten genannt. Neben den Quellen werden zudem weitere Informationen zu den verschiedenen Textgattungen erwähnt. Ein tolles Buch, das nicht nur gut in den Urlaubskoffer, sondern auch in jedes Kinderzimmer passt.

 

Erika Glassen und Hasan Özdemir (Hg.):
Im Reich der Schlangenkönigin
Märchen, Schwänke, Helden- und Liebesgeschichten
Nachwort von Erika Glassen
Hardcover, Leinen, 352 Seiten
Türkische Bibliothek | Unionsverlag
ISBN 3-293-10017-1
EUR 19,90

Deutschland International beim Eurovision Song Contest 2011

Lust mal bei einem Eurovision Song Contest Event dabei zu sein? Ja? Dann sind Sie hier richtig!

Eurovision Song Contest 2011
Eurovision Song Contest 2011

 

 

 

Das Warten hat ein Ende. Nachdem Lena Meyer-Landhut nach 28 Jahren den Eurovision Song Contest nach Deutschland geholt hat, der Titel „Taken By A Stranger“ nun auch als deutscher Beitrag steht, geht es nun endlich ins Finale. Am 14.Mai ist es soweit. Doch davor geben sich im Halbfinale noch 38 Länder in Düsseldorf die Klinke in die Hand. Gazelle nimmt sich es zum Anlass 2×2 Eintrittskarten zum Halbfinale am 10. und 12. Mai 2011 zu verlosen.

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Dazu muss nur eine Email mit vollständiger Adresse an info@gazelle-magazin.de bis zum 01.Mai 2011 geschickt, welcher Tag gewünscht ist und eine kleine Frage beantwortet werden:In welchem Land wurde der Eurovision Song Contest 2000 veranstaltet? Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Für alle anderen, die nicht live dabei sein können: Erstes Halbfinale mit Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Finnland, Georgien, Griechenland, Island, Kroatien, Litauen, Malta, Norwegen, Polen, Portugal, Russland, San Marino, Schweiz, Serbien, Türkei und Ungarn wird am Dienstag, 10. Mai, um 21.00 Uhr live bei ProSieben übertragen.

Zweites Halbfinale mit Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Estland, Irland, Israel, Lettland, Mazedonien, Moldau, Niederlande, Österreich, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Ukraine, Weißrussland, Zypern wird am Donnerstag, 12. Mai, um 21.00 Uhr live in der ARD übertragen.

Für die beiden Halbfinale des ESC, am 10. und am 12. Mai 2011, gibt es noch in allen Preiskategorien Tickets. Wer auf jeden Fall dabei sein will, kann sich auch via www.dticket.de seine Eintrittskarte sichern.

Weitere Informationen zum ESC finden Sie auch unter: www.eurovision.ndr.de oder www.eurovision.tv

Kinotipp: Eine andere Familiengeschichte – Almanya

Von Homeira Heidary

Verliebte sich ein türkischer Mann in Anatolien in den 60er Jahren in eine Frau, konnte es durchaus passieren, dass er seine Angebetete entführte – nicht ganz zum Unwillen der Herzensdame. So konnte das Paar auch ohne Einwilligung der Brauteltern zusammenfinden. Diese überraschenden und auch lustigen Momente erzählt der neue Kinofilm „Almanya“ – Deutschland, der ab 10. März in unsere Kinos kommt.

Almanya/ Roxy Film
Almanya/ Roxy Film

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Die Handlung dreht sich um eine Familie, die zur ersten Einwanderungswelle in Deutschland gehört, die aus der Türkei als Arbeitskräfte nach Deutschland gerufen wurden. Um ihr Leben und das der Dritten Generation geht es in den 97 Minuten.

Der Film bietet einen authentischen Blick hinter die türkische Fassade, die für viele hierzulande ohne Migrationserfahrung heute noch unbekannt ist. Die Samdereli-Schwestern, die die Drehbuchautoren sind, verstehen es ihre eigene Herkunftskultur auf die Schippe zu nehmen und ihre Erfahrungen so zu verpacken, dass es für Deutsche und Türken gleichermaßen lustig ist. Abseits von Ehrenmord und Unterdrückung der Frau wird eine andere, eine humorvolle, herzliche und sanfte Seite der größten Migrantengruppe in Deutschland gezeigt. Es werden nicht Probleme thematisiert, sondern positive Beispiele gezeigt, wie Integration schon bei der ersten Welle von Ausländern funktioniert hat – zwar sehr improvisiert, aber sehr gelungen.

 

Bitte mehr davon!

Wie zum Beispiel bei den ersten Einkaufsversuchen von Fatma oder dem ersten Heiligabend, der den Kindern zuliebe zelebriert wird. Fatma ist dieGroßmutter, die in jungen Jahren von Demet Gül und älter von Lilay Huser gespielt wird. Der erlebte Kulturschock ist groß, aber die Familie findet sich zurecht. Auch die deutsche Schwiegertochter Gabi (Petra Schmidt-Schaller), die mit dem jüngsten Sohn Ali (Denis Moschitto) verheiratet ist, findet sich in der türkischen Großfamilie mit all ihren Eigenheiten zurecht. Sie schätzt den Familienzusammenhalt und erfreut sich der kulinarischen Köstlichkeiten, die die Türkei zu bieten hat. Fast möchte der Zuschauer meinen, Gabi sei eine Türkin und ihr Ehemann Ali ein Deutscher. Er beherrscht kaum mehr seine Muttersprache und auch sein Magen rebelliert gegen die würzigen Speisen seiner Heimat. Wie zugehörig die erste Generation zu ihrem zweiten Zuhause fühlt, zeigt sich, als die Enkelin Canan (Aylin Tezel) ihrem Großvater (Vedat Erincin) beichtet, dass sie von ihrem englischen Freund schwanger ist. Seine Reaktion spricht Bände: „Warum kein Deutscher?“

 

Es menschelt sehr in diesem Film. Absolutheiten werden relativiert, wie zum Beispiel die dogmatische Jungfräulichkeit unverheirateter Frauen. Die erste Generation – die Großmutter Fatma -überrascht mit ihrem Geständnis, dass ihr Mann Hussein (Fahri Yardim) und sie sich schon vor der Ehe näher gekommen sind. Die Dritte Generation Canan – ist erleichtert, während die Zweite Generation, Canans Mutter Leyla (Siir Eloglu) ob der Unanständigkeit irritiert ist.

Es ist eine wahre Wonne den Film zu sehen. Endlich einmal hat sich ein deutscher Produzent getraut neue deutsche Geschichte erzählen zu lassen. Eine gelungene Kooperation. Bitte mehr davon!

 

Auch zu empfehlen “Fasten auf Italienisch”:

www.fasten-auf-italienisch.de


Mrs. Atatürk

In der Türkei ist er der Vater der Türken und hat nach dem Osmanischen Reich die Türkei in die Moderne geführt. Es ist die Rede von Kemal Atatürk. Sein Konterfei hängt nicht nur in der Türkei bei jedem Händler an der Wand, sondern auch in so manch deutsch-türkischen Kleinbetrieb und Verein hierzulande. Er ist in Deutschland auch Nicht-Türken ein Begriff. Aber wer weiß hier schon etwas über Latife Hanim? Sie war Frau Atatürk und stand ihm mit ihrer Intelligenz und Unerschrockenheit stärkend und vor allem beratend zur Seite. Für zahlreiche türkische Frauen war sie Vorbild und setzte sich sowohl für das Frauenwahlrecht als auch für ein modernes Scheidungsrecht ein. Hierzulande ist sie allerdings weitestgehend unbekannt. Umso erfreulicher ist es, dass der Berliner Orlanda Verlag „Mrs. Atatürk- Latife Hanim“ von der türkischen Politikwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin Ipek Calislar den deutschen Leserinnen zugänglich macht. [Read more...]

Ipek Calislar ermöglicht einen Blick hinter den Schleier des mystifizierten Staatsgründers und die Beziehung dieses Paares, welches zweieinhalb Jahre verheiratet war. Nach der Trennung erklärt sie wie es dazu kam, dass auch in der Türkei über Latife Hanim ein halbes Jahrhundert geschwiegen wurde und wie ihr Leben nach der Trennung verlaufen ist. Auf 300 Seiten mit Fotografien und alten Artikeln lernt man die junge türkische Republik von einer neuen Seite kennen und welche Leistungen diese ihrer ersten First Lady zu verdanken haben.

 

Mrs. Atatürk – Latife Hanim
Ipek Calislar
ISBN 978-3-936937-64-0
Orlanda Verlag, 17,90€

 

 


In Verbindung stehende News:LITERATUR - 09-03-09 11:42

„Die Türkei – Politik, Religion und Kultur“ von Cem Özdemir

In seinem Sachbuch „Die Türkei“  will der Autor vor allem jungen Lesern die Türkei und die Türken in Deutschland näher bringen.  Mit persönlichen Anekdoten, Illustrationen und Fotos wird das sehr informative Buch aufgelockert und macht es dadurch nicht nur für türkischstämmige Jugendliche sehr ansprechend. Für ein besseres verstehen der türkischen Gesellschaft durchaus auch für Erwachsene geeignet.

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Der Autor scheut keine heiklen Themen. So schreibt er ausführlich über den Ehrenkodex, die Armenierfrage, Homosexualität, den EU-Beitritt,  über religiöse und ethnische Minderheiten,  um nur einige Beispiele zu nennen.

Als Unterrichtsgrundlage für die Fächer Politik oder Geschichte, um über beispielsweise die Themen  Integration, Migration, Ehrenmorde oder den EU-Beitrag zu diskutieren, ist dieses Buch sehr empfehlenswert. Durch die Annäherung an die türkische Geschichte und Gegenwart, sowie das Gastarbeiterabkommen zwischen Deutschland und der Türkei, kann das Interesse an Gesellschaftsthemen im Allgemeinen für junge Einwanderkinder langfristig geweckt werden.  Deutschstämmige Schüler lernen dagegen die Welt ihrer ausländisch stämmigen Mitschüler kennen und besser begreifen. Für eine gemeinsame Zukunft in diesem Land ein wichtiger Faktor. Darüberhinaus bietet dieses Sachbuch eine sehr gute Diskussionsgrundlage für den Unterricht.

Als kleines Extra findet man auf den letzten Seiten nicht nur eine Zeittafel der wichtigsten Ereignisse der Türkei, sondern auch ein kleines Wörterbuch mit den nützlichsten Redewendungen und Begriffe. Ein durchweg gelungenes Buch.

Erschienen im Beltz Verlag, Die Türkei – Politik, Religion, Kultur, ISBN 978-3-407-75343-4, 265 Seiten, 19,90€