Weise Worte und ruhiger Soul – Imany „The Shape Of A Broken Heart“

Screenshot  von Imany Webseite

Screenshot der Imany Webseite

 

Von Jessica Guaia

In Fahrstühlen, in Cafés, in Taxen schleicht sich, mit den Worten „You will never know“, eine tiefe Stimme in den Gehörgang. Jedenfalls in Frankreich, Griechenland und der Schweiz. Und das seit zehn Monaten. Bis jetzt sieht es aus, als ob deutsche Soul-Liebhaber sich damit abfinden müssen, dass sie es niemals wissen werden. Wissen, von wem die Rede ist: Imany.

[Read more...]

Mit der Single „You will never know“ schaffte die 33-jährige Sängerin Imany, mit bürgerlichem Namen Nadia Mladjao, ihren Durchbruch in den oben erwähnten Ländern. Sie hat eine Stimme, der man das Talent nicht absprechen kann. Sie erinnert an Tracy Chapman, auch was die Bescheidenheit angeht. „You will never know“ ist ein Lied, das melancholisch anmutet, wegen des Taktes aber Hoffnung, sogar Leichtfüßigkeit verbreitet. Das Album „The Shape Of A Broken Heart“ erzeugt eine ähnliche Stimmung. Es ist am 9. Mai des letzten Jahres erschienen und hat 12 Titel.

Mehr sein wollen, als ein Kleiderbügel

Musik und Text lehnen oft an den Wurzeln der Sängerin, die als Markenzeichen gebundene Kopftücher trägt. Sie stammt von den Komoren, einem Inselstaat in Afrika. Jetzt lebt sie in Frankreich und in den USA. Die Lieder haben einen zu klopfenden Rhythmus und Gitarrenklänge. Manchmal hört man einen Chor, einen afrikanischen Gesang und den comorischen Dialekt. In der Single, die wie der Albumtitel heißt, singt sie: „Africa, has the shape of a broken heart. And the Heart of a broken land. Fell from heaven. Straight to hell. Now your children are missing“. Sie singt vom Weggehen, von der Suche nach der Identität. Sie ging für sechs Jahre nach New York um Model zu werden, was ihr gelang. Aber sie konnte nicht länger „ein Kleiderbügel“ sein, wie es auf ihrer Homepage heißt. Sie singt von ihrem Überdruss, ihrer dortigen Einsamkeit.

Durchdacht, emotional und ehrlich

In „Grey Monday“ singt Imany „Let me be what I can be and smile. I wanna stay in bed for a little while“. Sie ist nicht im Bett geblieben. Mit dem Glauben an sich selbst und Gott, lebt sie ihren Traum. Das schaffe jeder, wenn er das tut, was ihm Spaß mache, meint sie. Imany heißt übrigens „Glaube“. In ihrem Album kommuniziert sie offen ihre Einstellungen. Oft erteilt sie moralische Ratschläge im Imperativ, was ungewohnt aber besonders ist. Sie singt „Take care of the one you love. In „Slow Down“ ermutigt sie die Menschen es leicht zu nehmen und einen Gang runter zu schalten, denn es wird alles in Ordnung werden.

 Die Texte sind durchdacht, emotional und ehrlich. Wie ihre Musik. Vielleicht kommt das daher, dass sie ihre Lieder selbst schreibt und sie von Dingen handeln, die sie kennt. Um selbst ehrlich zu sein: Imanys Album ist weder abwechslungsreich noch ein Geniestreich. Aber es ist purer, angenehmer Soul. Soul, für einen entspannten Abend, an dem das Album auf Repeat läuft und man ein wenig träumt. Pur, weil es nicht mehr braucht als einer Gitarre, hin und wieder ein Klavier oder eine Violine, und ihrer guten Stimme.

Imany ist am 5. Mai 2012 mit Zaz in Stuttgart zu sehen. Damit könnte der Name Imany auch bald in Deutschland ein Begriff sein.

Nonkonformisten aus Jerusalem

Asaf Avidan - The Reckoning

Asaf Avidan - The Reckoning

Von Mana Alia Mohammed

Eins vorweg: Ja, Asaf Avidan und seine Band The Mojos kommen aus Israel. Aber das tut, so Avidan selbst, nichts zur Sache: „Unsere Musik ist universell – man kann sie in Dubai oder New York genauso gut verstehen wie in Tel Aviv. Ich schreibe über die Liebe, den Tod und darüber, wie seltsam unser kurzer Aufenthalt in dieser Welt ist. Man braucht keinen bestimmten Pass, um das zu verstehen.“

[Read more...]

Diese Aussage bezieht sich nicht zuletzt auf die Kritik, mit der Asaf Avidan zu Beginn seiner Karriere konfrontiert wurde, weil die heimische, israelische Presse nicht akzeptieren wollte, dass er auf Englisch und nicht Hebräisch sang. Doch das hielt die Menschen nicht davon ab, in Strömen zu den Konzerten von Asaf Avidan und seiner vierköpfigen Band zu kommen. Bis sie die ganz großen Hallen des Landes restlos füllten. Und das zu diesem Zeitpunkt ganz ohne Plattenvertrag oder mediale Unterstützung!

Einer der Gründe für den Erfolg ist Asaf Avidans Stimme, die ungewöhnlich hoch ist und mit der er wie mit einem Instrument eine Intensität zu erzeugen vermag. Emotionale Höhen und Tiefen vermittelt, dass einem schon beim Hören der Lieder auf Tonträger ein wohliger Schauer über den Rücken läuft. Wie muss es dann nur bei einem Konzert sein, fragt man sich, wenn The Mojos, mit denen er eine eingeschworene Gemeinschaft bildet, ihn livebegleiten?

The Reckoning ist ein Album, das so international und weltoffen klingt, wie es der Musiker dahinter ist. Asaf Avidan, Jahrgang 1980, wurde als Sohn zweier Diplomaten in Jerusalem geboren, wuchs aber auf Jamaica auf. Seine musikalischen Einflüsse liegen ebenso in den großen Rockbands der Neunziger, Soundgarden, Nirvana, Pearl Jam, wie auch bei Led Zeppelin, Jimi Hendrix und Janis Joplin, im Folk, Jazz und Blues. Die Ähnlichkeit seiner Stimme zu Joplin ist im Übrigen verblüffend, beispielsweise auf „Her Lies“.

Neben Rock ist es jedoch vor allem der Blues, der es Asaf angetan hat. Es sind Stücke wie „Over You Blues“, „Them Empty Handed Saturday Blues“ oder der nur ein-minütige Song „A Phoenix is Born“, die einerseits zeigen, wie gut er sein Handwerk versteht und zugleich die Essenz des Blues verstanden zu haben scheint, nämlich Emotion, „feeling blue“, in all seiner Reinheit.

Man kann nur grenzenfreie Musik machen, wenn man sich selbst frei von Grenzen und Beschränkungen macht. „Wir sind Nonkonformisten. Es geht uns um unsere Kunst und unsere Überzeugungen. Erfolg war nie das Ziel. Er ist nur ein Werkzeug, mit dessen Hilfe wir tun können, was wir wollen“ erklärt Avidan. Es bleibt nur zu hoffen, dass ihm diese Einstellung im Laufe der Zeit nicht abhanden kommt.

 

Das Album „The Reckoning“ erscheint bei uns ab dem 15.01.2010.

Kurz darauf, am 21.01.2010 beginnt die große Europatournee der Band, der erste Stopp in Berlin.

 

Gazelle verlost für das Konzert 2×2 Karten. Wenn Sie Asaf Avidan live erleben möchten, dann schicken Sie uns eine Email mit Ihrem vollständigen Namen und Adresse und Städtewunsch bis zum 26.01.2010 an gewinn@gazelle-magazin.de. Im Betreff: Asarf Avidan. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

 

Tourtermine:

Hier die genauen Termine:

21.01.   Berlin, Frannz Club

24.01.   Leipzig, Moritzbastei

25.01.   Hamburg, Knust

28.01.   Bielefeld, Forum

01.02.   Freiburg, Jazzhaus

02.02.   Frankfurt, Nachtleben

04.02.   Tübingen, Südhaus

05.02.   München, Ampere

09.02.  CH-Zürich, Hafenkneipe

11.02.  CH-Lausanne, Bleu Lézard

13.02.   A-Wien, Szene

 

Webseiten von Asaf Avidan:

www.mymojolove.com

www.myspace.com/findlovenow

PERSÖNLICHKEIT: NAOMI SIMS (1948-2009)

Naomi Sims / Cover Life Magazine

Naomi Sims / Cover Life Magazine

Von Eleonora Roldán Mendìvil

Ein Portrait über eine Frau, die die Modewelt revolutionierte und ihr Engagement mit Geschäftssinn vereinte.

Naomi Ruth Sims wurde am 30. März 1948 in Oxford, Mississippi (USA) als jüngste von drei Schwestern geboren. Kurz nach ihrer Geburt trennten sich ihre Eltern. Sims Mutter wünschte sich eine bessere Schulbildung für ihre Töchter und zog mit ihnen nah Pittsburgh. Da die Mutter von Krankheiten gezeichnet war, wuchs Sims bei Pflegeeltern in einem verarmten von vorrangig Weißen bewohnten Bezirk von Pittsburgh auf. Ihren Vater lernte Sims nie kennen

[Read more...]

Als Teenager kam sie mit einem Stipendium des Fashion Institute of Technology nach New York City. Gleichzeitig besuchte Sims Abendkurse in Psychologie an der New York University. Als ihre finanzielle Lage schwieriger wurde, nutzte sie ihre schlanke und hochgewachsene Erscheinung zum modeln. Ihre ersten Versuche sich bei bekannten Modelagenturen“ vorzustellen waren jedoch frustrierend, da man ihre Hautfarbe als “zu dunkel” für den Markt bewertete.

Sie beschloss ihre zukünftigen Aufträge selbst in die Hand zu nehmen und stellte sich direkt bei Modefotografen vor. Mit ihrer Zielstrebigkeit und ihrem Aussehen beeindruckte sie den Fotografen Gosta Peterson so sehr, dass er 1967 einwilligte sie für die Augustausgabe als Covermodel des Mode-Extraheftes der New York Times abzulichten. In der Branche galt dies als eine begehrte Referenz in der eigenen Modelmappe. Nach diesem Triumph fand sich Sims wieder am Anfang ihrer Karriere; als Model Fuß gefasst blieb trotz dieses großen Auftrags der große Erfolg aus. Sims sprach daher kurz darauf Wilhelmina Cooper an, einem Ex-Model welches gerade seine eigene Agentur aufbaute. Sie schlug vor Kopien ihres New York Times Extraheft-Covers mit Coopers Kontaktinfos an Agenturen zu schicken. Falls Sims tatsächlich Jobangebote bekäme, würde Cooper am Honorar beteiligt.

Die Rechnung ging auf. Binnen einem Jahr ermodelte sich Sims US$1000 pro Woche. Der nationale Durchbruch gelang ihr mit einem TV-Werbespot für die Modefirma AT&T. „Es hat mir mehr als alles andere geholfen, da es mein Gesicht zeigte. Nachdem es ausgestrahlt wurde wollte man mehr über mich wissen(…)“ so Sims 1968 im Ladies’ Home Journal. Ihr Auftreten – ob auf dem Laufsteg oder in Printmedien – und ihre Ausstrahlung inspirierten viele schwarze Frauen weltweit ihren Stolz und Ehrgeiz neu zu entdecken und auszuweiten.

Wenn auch einige Vorreiterinnen vor ihr, wie zum Beispiel Dorothea Towles Church, die in den Pariser Couture Shows der 50ger Jahren als Model glänzte, gelang es jedoch bis dato keinem so dunklen Model, so viel Aufmerksamkeit und professionelle Anerkennung zu gewinnen wie Sims.

Noch im zarten Teenage-Alter wurde Sims eines der erfolgreichsten schwarzen Models der späten 1960er und frühen 1970er Jahre. Die New York Times schrieb damals, dass ihr „Erscheinen als das erste schwarze Model auf dem Titelbild von Ladies’ Home Journal im November 1968 ein großartiger Moment der Black is Beautiful Bewegung“ war.

Sie schmückte Titelbilder diverser Mode und Boulevardmagazine (Life etc.) und machte sich sowohl in der Modewelt als auch in der afroamerikanischen Gemeinschaft einen nicht wegzudenkenden Namen.

 

Die beruflichen Stationen der Naomi Sims

Im Jahr 1972 interessierte sich auch Hollywood für die potentielle Schauspielerin. Man bot ihr die Hauptrolle in dem Film Cleopatra Jones an. Entsetzt über die rassistische Darstellung von Afroamerikanern wies sie die Rolle jedoch entschlossen zurück.

1973 beschloss Sims mit einem Cosmopolitancover aus der Modewelt und den dazu gehörigen Gerüchten um Beziehungen, Drogen etc. zurückzutreten und sich als Geschäfts- und Ehefrau zu versuchen. „(…)Menschen haben die Idee, dass Models dumm sind.“, sage sie eins in einem Interview und bewies der Welt das genaue Gegenteil.

Im gleichen Jahr heiratete sie den New Yorker Kunsthändler Michael Findlay. Kurz darauf kam ihr Sohn Robert zur Welt. Sims gründete ihre eigene Beauty-Firma, welche sich anfangs auf die Herstellung authentisch aussehender Perücken, nach der Beschaffenheit geglätteter schwarzer Haare konzentrierte. Erweitert wurde es um weitere Pflege- und Kosmetikprodukte für die schwarze Frau, bis sich das Unternehmen in einen multimillionen Riesen verwandelte. Sims schrieb mehrere Bücher zum Thema Schönheit, Gesundheit, Modeln und Erfolg, sowie eine Ratgeberkolumne für junge Mädchen im Right On Magazin. Als Geschäftsfrau und Autorin bereiste sie weiter die Welt, hielt Vorträge und Lesungen. Sie engagierte sich sozial, arbeitete mit jungen Drogensüchtigen oder Vietnamveteranen und sah ihre ethnische Zugehörigkeit als Chance auf Erfolg.

Privat wurde hre Ehe 1991 geschieden.

Am 1. August dieses Jahres verstarb Naomi Sims im Alter von 61 Jahren in Newark, New Jersey (USA) an Brustkrebs.

Naomi Sims war nicht nur das erste schwarze Supermodel, sondern zugleich eine Horizontöffnerin und Wegweiserin zur Überbrückung ethnischer Hürden. Ihr Leben und ihr Erfolg haben weltweit Frauen inspiriert und motiviert.

DVD Tipp und Verlosung: 30Rock

30 Rock 1. Staffel / Universal

30 Rock 1. Staffel / Universal

Liz Lemon (Tina Fey) ist der organisatorische und kreative Kopf eines Autorenteams. Ihr Arbeitsplatz ist eine Sketch-Show bei dem erfolgreichen Fernsehsender NBC am Rockefeller Plaza Nr. 30 in New York City. Ihr Universum wird plötzlich aus der Bahn geworfen, als der dreiste neue Geschäftsführer (Alec Baldwin) sich in ihre Show einmischt. Nicht genug, dass er ihr den absolut unberechenbaren Schauspieler Tracy Jordan (Tracy Morgan) ins Team holt, er benennt gleich die ganze Show nach ihm um. Nun liegt es an Liz, das Chaos, und dabei auch noch ihr eigenes Leben in den Griff zu bekommen. Tina Frey, Autorin und Hauptdarstellerin von 30Rock, gewährt den Zuschauern einen sehr humorvollen Einblick hinter die Kulissen einer Fernsehshow und unterhält vorzüglich. Die nächste Staffel werden Sie sehnsüchtig entgegensehnen – das garantieren wir Ihnen.

30Rock, Universal, DVD, Laufzeit: 449 Min., 29,90€

 

Gazelle verlost 2x die erste Staffel. Senden Sie uns eine Email mit Ihrem vollständigen Namen und Adresse an gewinn@gazelle-magazin.de. Einsendeschluss: 01.Juli  2009 . Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.