Zweiheimisch von Cornelia Spohn (Hrsg.)

Das vorliegende Buch ist eine Sammlung aus persönlichen Eindrücken der hier lebenden Jugend mit Migrationshintergrund. Junge Menschen der zweiten und dritten Generation, die in Deutschland ihr Zuhause haben. Der Titel dieses Buches lautet zweiheimisch und nicht einheimisch oder Heimat. Ein Begriff an den sich Deutschland gewöhnen muss. Denn so fühlen sich diese jungen Protagonisten in diesem Buch. Sie tragen zwei Kulturen, manchmal gar drei mit sich. Und das Gefühl zwischen zwei Stühlen zu sitzen, ist nicht negativ behaftet, sondern nehmen diese jungen Menschen als eine Bereicherung an.

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Beim Lesen der verschiedenen Schicksale, findet man sich bei jedem irgendwie wieder. Auch wenn man nicht als Flüchtling nach Deutschland kommen musste. Doch die ihre Erfahrungen und Wahrnehmungen hat jeder mit Migrationshintergrund schon einmal erlebt. Bemerkenswert an diesem Buch ist, dass es Geschichten sind die voller positiver Kraft auf den Leser wirken. Denn die 12 Personen, jammern nicht über ihren Alltag und geben sich mit auch nicht mit Diskriminierung zufrieden, sondern schöpfen Kraft aus ihren Wünschen und Träumen und schaffen für sich und auch für ihre Umgebung eine neue Realität. Sie sind Teil dieser Gesellschaft und wollen es auch sein. Dies setzen sie mit Mühe auch durch. Ein Potential welches in Deutschland noch immer unentdeckt ist. Denn ihre Kreativität und ihre Binationalität stecken voller Vorteile, für diese globalisierte Welt.

Es sind junge Menschen wie Abdullah, der seinen Traum Schauspieler zu werden zielstrebig und mit Köpfchen verfolgt, oder Mehmet der es geschafft hat im konservativen Schulsystem eine Klasse zu überspringen und auf ein Gymnasium wechselte. Oder Amra, die als montenegrinische Muslima selbstbewußt trotz veralteter Traditionen eine Balance schafft, wie auch Duman Sevin dessen Eltern aus Kurdestan stammen. Dies sind nur vier der spannenden 12 Portraits, die man am Ende des Buches am liebsten noch einmal lesen möchte.
Vito Avabtorios, gebürtiger Italiener, Ferdos Forudastans mit persischem Vater und Mely Kiyak, Tochter kurdischer Einwanderer, haben selbst einen Migrationshintergrund und haben als Journalisten die Interviews geführt und aufgeschrieben. Am Ende bleibt der Herausgeberin Cornelia Spohn für dieses Buchprojekt zu danken. Denn es läßt Einblicke zu, die man in diesem Deutschland selten erhält. Und für die junge Generation ist es ein wundervolles Beispiel, Hürden nicht einfach hinzunehmen und zu akzeptieren sondern für sein Recht auch mal zu kämpfen.
In diesem Sinne kann ich dieses Buch nur jedem ans Herz legen und weiterempfehlen. (sm)

zweiheimisch
ISBN 978-3-89684-063-9
200 Seiten mit s/w Abbildungen
14,00€