EVET, ICH WILL ab Oktober im Kino
VON: BETTINA SCRIBA
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| ![]() Ever, ich will! |
Wie antwortet eine moderne, türkische Frau auf den Heiratsantrag eines Deutschen? Auf Deutsch oder auf Türkisch? Oder beides? Und wie kann sie, Özlem, ihren Eltern erklären, dass sich ihre große Liebe Dirk nicht wirklich um die Beschneidung als erwachsener Mann reißt? Dirk sagt zu seinem Vater: „Wenn ich auch mal was zu meiner Vorhaut sagen kann, dann muss ich sagen, ich leb eigentlich in Einklang mit ihr.“
Wie soll sich Günay gegen ihren Vater durchsetzen, der ihr die Hochzeit mit ihrem Freund Coskun verbieten möchte, nur weil er kurdischer Abstammung ist? „Wenn du mich so frei erzogen hast, dann kann ich mir doch aussuchen, wen ich heirate“, findet Günay.
Bei Emrah gibt es ganz andere Probleme. Seine Familie ist gerade dabei, eine Hochzeit mit einem türkischen Mädchen zu planen, dabei ist er doch schwul! Bloß wie soll er das seiner Familie erklären?
Salih ist auf Brautschau, da er dringend eine Aufenthaltsgenehmigung braucht. Aber all die Frauen, die ihm sein Onkel vermitteln will, scheinen nicht hübsch genug zu sein. Ist Sülbiye die Richtige?
Vier Paare – vier Probleme. Klar ist bei „Evet, ICH WILL!“ nur eines: Es wird eine Hochzeit geben.
Mit „Evet, ICH WILL!“ bringt Regisseur Sinan Akkus („Schnell und Sauber“, „Zeig Dich!!!“, „Sevda heißt Liebe“, „Lassie“), Jahrgang 1971, vier Liebesgeschichten auf die Leinwand, die die Konflikte, aber auch das Glück von gemischten Beziehungen darstellen. Diese Geschichten sind einerseits Einzelschicksale, andererseits bittere Realität im Deutschland des 21. Jahrhunderts.
„Evet, ICH WILL!“, nimmt sowohl deutsche als auch türkische Vorurteile auf die Schippe und zeigt, dass alle die gleichen Träume und Hoffnungen haben, wenngleich der Weg dahin unterschiedlich ausfällt.
Der Film berührt und lebt von seinem Humor. Und er zeigt, dass es sich lohnt, für die Liebe und das, woran man glaubt, zu kämpfen. Jenseits des Generationskonflikts. Da betet der Eine „Lieber Gott, bitte hilf mir, dass die Türkei in die EU kommt“, ein anderer sagt „Ich hole meinen Waldorf-Onkel dazu, er kann gut vermitteln.“ In einer anderen Szene kann jemand den Iran und die Türkei nicht auseinander halten, während sich ein anderer entschuldigt „Ich bin schön überintegriert“.
„Evet, ICH WILL!“ trägt ganz charmant zur Völkerverständigung bei und zeigt, wie eine Hochzeit auf Deutsch-türkisch funktionieren kann. „Opa hat gesagt, wenn man die Musik eines Landes lieben kann, dann kann man auch das Land lieben.“
Zwei Fragen an Regisseur Sinan Akkus:
Egal welche Nationalität, welcher kulturelle Hintergrund, eines verbindet alle Männer des Films: Die Frauen sind der stärkere Part. Warum?
„Allgemeiner, als Soziologe, könnte man vielleicht sagen, dass Frauen häufig doppelt durch die Migrationssituation belastet sind, gegenüber der Mehrheitsgesellschaft, aber auch durch die Erwartungen innerhalb der eigenen Familie. Und das führt dann zu so starken Charakteren, die genau wissen, was sie wollen. In der zweiten und dritten Generation sowieso, aber auch schon unter den Gründern. Vielleicht sollte ich aber auch mit meinem Therapeuten über dieses Phänomen reden.“
Glauben Sie, Filme wie Evet, ICH WILL! helfen, sich gegenseitig besser zu verstehen?
„Genau das war meine Intention, und ich hoffe, dass dies der Fall ist. Ich hatte mir beim Schreiben immer vorgestellt, dass die Deutschen Mäuschen spielen dürfen und sehen, was sich bei diesem Thema hinter türkischen Türen abspielt.“
Die Filmbewertungsstelle verlieh „Evet, ICH WILL!“, das Prädikat „besonders wertvoll“. In der Begründung heißt es: „Das Erzähltempo ist beachtlich mit einem wahren Feuerwerk an schönen Einfällen.“ Beim Achtung Berlin! Filmfest 2009 wurde der Film lobend erwähnt und beim Kinofest Lünen 2008 und dem Berlin and Beyond Festival San Francisco 2008 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Tipp: Beim Vorspann unbedingt genau hinschauen. Hier wurden viele originelle, kreative Ideen umgesetzt!
EVET, ICH WILL! ist ab dem 01.Oktober in den deutschen Kinos
Die Besetzung:
Lale Yavas („Zeit der Wünsche“, Gerichtsmedizinerin Dr. Rhea Singh im Saarbrücker „Tatort“), Oliver Korittke („Rohe Ostern“, „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“, „Eine Hand voll Gras“), Ingeborg Westphal („Kammerflimmern“, „Vinzent“, „Der rote Kakadu“), Heinrich Schafmeister („Kleine Haie“, „Der bewegte Mann“, „Comedian Harmonists“, Krimireihe „Wilsberg“), Mickey Hardt, Eralp Uzun, Idil Üner („Kurz und schmerzlos“, „Im Juli“, „Zweiohrküken“), Tim Seyfi („Gegen die Wand“, „Wer früher stirbt ist länger tot“), Mürtüz Yolcu, Hülya Duyar („Finimondo“, „Im Schwitzkasten“) und viele andere.
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Trailer zum Fim:

