Stillen – Alles kein Problem

Von Rebecca Schwab

Der Anblick von stillenden Müttern in der Öffentlichkeit ist längst keine Seltenheit mehr. Doch den meisten Müttern fehlt wichtiges Wissen um das Stillen. So wird oft nach kurzer Zeit schon abgestillt. Rebecca Schwab über den Nutzen der Muttermilch und Möglichkeiten der Stillberatung.

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Der Anblick von stillenden Müttern in der Öffentlichkeit ist längst keine Seltenheit mehr. Doch den meisten Müttern fehlt wichtiges Wissen um das Stillen. So wird oft nach kurzer Zeit schon abgestillt. Rebecca Schwab über den Nutzen der Muttermilch und Möglichkeiten der Stillberatung. Muttermilch ist in den ersten Lebensmonaten eines Säuglings die gesündeste Nahrungsquelle. Das ist längst bewiesen. Wertvolle Abwehrstoffe zur Vorbeugung von Krankheiten und Allergien stecken in ihr.
Längst ist die stillende Frau auch in Deutschland kein seltener Anblick mehr. Selbst in der Öffentlichkeit trifft man immer häufiger stillende Mütter an. Die Industrie hat sich mit diesem Thema befasst und von Stillkissen, speziellen BHs, über Milchpumpen, Fußschemel, bis hin zu Stilleinlagen alles erfunden, was das Stillen angenehmer macht.

 

“Mütter wissen nicht mehr, wie Stillen funktioniert”

Doch obwohl die Stillende in Deutschland längst integriert zu sein scheint, wechseln die meisten Mütter bereits nach wenigen Wochen auf Fertignahrung aus dem Fläschchen. Sie scheinen verunsichert, ob die Milch noch ausreicht, haben Probleme, etwa mit wunden Brustwarzen, und wissen nicht, an wen sie sich diesbezüglich wenden können.
“Die Mütter wissen einfach nicht mehr, wie das Stillen funktioniert”, so die Hebamme Eva Leiner. Als man in Deutschland noch in Großfamilien lebte, konnten sich junge Mütter das Stillen von Schwester, Tante, Cousine oder Mutter abschauen und sich von eben diesen Tipps geben lassen. Heute ist der Mehrgenerationen-Haushalt eine Seltenheit und junge Mütter stehen mit ihren Fragen oft allein da.
Was die meisten von ihnen nicht wissen: Sie haben ein Anrecht auf eine professionelle Stillberatung. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Nachsorgehebamme und viele Stillberaterinnen arbeiten ehrenamtlich. In Stillgruppen, die inzwischen in vielen Geburtshäusern und Kliniken angeboten werden, können sich stillende Frauen austauschen und von einer erfahrenen Leiterin Ratschläge einholen. Bereits während der Schwangerschaft kann man an einem solchen Kurs teilnehmen und sich über das „Stillen von Anfang an“ informieren.

 

Schutz vor Krankheiten, aber kein Schutz vor einer Schwangerschaft
Sollten während der Stillzeit Probleme auftreten, ist dies in den meisten Fällen kein Grund, das Kind abzustillen. Kleine Hausmittelchen, wie etwa Wollfett gegen wunde Brustwarzen oder Quarkwickel bei einem Milchstau schaffen schnelle Abhilfe und das regelmäßige Anlegen unterstützt den Heilungsprozess zusätzlich. Neben den vielen Vorteilen, die Muttermilch für das Baby liefert, gibt es auch einige für die Mutter: Nach der Geburt bildet sich die Gebärmutter schneller zurück, dazu gewonnene Pfunde schmelzen durch den erhöhten Kalorienbedarf quasi im Nu. Auch das Brustkrebs- und auch Herzinfarkt-Risiko sinkt durch das regelmäßige Stillen deutlich.
Mit dem Zufüttern von Beikost sollte man erst im sechsten Lebensmonat des Babys beginnen. Bis zu dieser Zeit wird der Nährstoffbedarf völlig durch die Muttermilch gedeckt. Die Voraussetzung dafür ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Mutter. Mitgifte, wie bestimmte Medikamente, Nikotin oder Alkohol in großen Mengen sind während der Stillzeit tabu.
Stillen bietet entgegen einiger Behauptungen übrigens keinen sicheren Schutz gegen eine erneute Schwangerschaft. Rat zu alternativen Verhütungsmethoden, die die Produktion und Konsistenz der Muttermilch nicht beeinträchtigen, gibt es beim Frauenarzt.

So stillt die Welt – Mütter, die nach der Geburt Stillen:

Schweden: 97 Prozent
Brasilien: 93 Prozent
Neuseeland: 92 Prozent
Deutschland: 90 Prozent
China: 77 Prozent
Bolivien: 62 Prozent
Ägypten: 46 Prozent
Kuba: 46 Prozent
Bangladesh: 45 Prozent
Japan: 40 Prozent
Kroatien: 24 Prozent
Kambodscha: 15 Prozent

 

Hier findet man Rat:
www.lalecheliga.de

www.hebammensuche.de

Buchtipp: Lob des Einzelkindes – Das Ende aller Vorurteile

Lob des Einzelkindes - Krüger VerlagErich Kästner, Wilhelm Conrad Röntgen, Indira Ghandi oder Marilyn Monroe waren Einzelkinder und sollen, weil sie ohne Geschwister aufgewachsen sind, unangenehme Zeitgenossen gewesen sein. Denn Einzelkinder sind altklug, verwöhnt, introvertiert, liebesunfähig und vieles mehr. Diese und andere Vorurteile kursieren seit Jahrhunderten über Einzelkinder. Um diese und anderen Vorurteilen geht die Autorin Brigitte Blöchlinger in ihrem Buch „Lob des Einzelkindes“ auf den Grund.

 

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Erich Kästner, Wilhelm Conrad Röntgen, Indira Ghandi oder Marilyn Monroe waren Einzelkinder und sollen, weil sie ohne Geschwister aufgewachsen sind, unangenehme Zeitgenossen gewesen sein. Denn Einzelkinder sind altklug, verwöhnt, introvertiert, liebesunfähig und vieles mehr. Diese und andere Vorurteile kursieren seit Jahrhunderten über Einzelkinder. Um diese und anderen Vorurteilen geht die Autorin Brigitte Blöchlinger in ihrem Buch „Lob des Einzelkindes“ auf den Grund. Blöchlinger ist selbst Tochter und Mutter eines Einzelkindes und hat sich diesem Thema angenommen. Ihre eigenen und vor allem unbewusst aufgenommenen Vorurteile haben sie zu diesem Buch angetrieben, schreibt sie im Vorwort. Nach ihren Recherchen und intensiver Lektüre wissenschaftlicher Literatur hat sie feststellen können, dass Einzelkinder besser sind als ihr Ruf.

Die Autorin geht jedem Nachteil mit Hintergrundinformationen auf dem Grund und zeigt wo der Denkfehler steckt. Auch versucht sie durch eine abschließende Bilanz darzustellen, welche Vorurteile tatsächlich stimmen und woran das liegt.

Durch die übersichtlichen Rubriken und ihre Herangehensweise ist dieses Sachbuch nicht nur für werdende Eltern geeignet. Eine Lektüre für alle, die wissen wollen, was nun dran ist, am vermeintlich unangenehmen Zeitgenossen Einzelkind.

Erschienen im Krüger Verlag,
Lob des Einzelkindes – Das Ende aller Vorurteile,
ISBN 978-3-8105-0262-9,
240 Seiten,  14,90€

WEIHNACHTEN IST FAMILIENZEIT

Von Barbara Crombach

Weihnachten ist für mich DIE Zeit mit der Familie. Schon ab November freue ich mich darauf, über Weihnachten länger als ein Wochenende zu meiner Familie nach Süddeutschland zu fahren. Ich ziehe sozusagen wieder daheim ein – aber natürlich nur für eine knappe Woche.

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Traditionell gibt es bei uns am zweiten Weihnachtsfeiertag die Weihnachtsgans bei Oma, die mittlerweile schon von den jüngeren Generationen zubereitet wird. Es ist wie ein großes Familientreffen. Wir sitzen sogar auf Bierbänken, da mittlerweile Schwiegermütter von Enkelinnen auch schon „zugelassen“ sind. So gebündelt sehe ich die Familie sonst nie. Zwei Tage später hat meine Oma auch noch Geburtstag  und so trifft die Familie gleich nochmals zusammen. Natürlich ist die Weihnachtszeit auch anstrengend, trotz allem möchte ich diese Woche im Süden nicht missen.

Last-Minute-Weihnachtsgeschenk

Wer tatsächlich noch ein Weihnachtsgeschenk benötigt, könnte für Kochbegeisterte ein Knoblauch-Öl selber machen. Dazu schnell eine Flasche Olivenöl bei einem Supermarkt der persönlichen Wahl, 6-7 Knoblauchzehen, Senfkörner, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren und eventuell noch ein paar Chilischoten in die Flasche „wurschteln“ und fertig ist ein sehr persönliches und (bei uns) sehr beliebtes Geschenk. Um die Flasche optisch noch etwas weihnachtlicher zu gestalten, entferne ich vorher immer die Etiketten (mit lauwarmem Seifenwasser) und beschrifte es nachher mit einem Silber- oder Goldstift. Ein schönes, einfaches und doch sehr persönliches Geschenk.

Frohe Weihnachten!

WEIHNACHTEN AUF PERUANISCH

Von Eleonora Roldán Mendívil

Auch in meiner atheistischen Familie dreht sich am Ende des Jahres ALLES um die Weihnachtstage. Offensichtlich nicht aus religiösen sondern eher aus traditionell familiären Gründen. Zu Weihnachten findet die ganze Familie zusammen, man bekocht und beschenkt sich, singt deutsche Weihnachtslieder und sagt auf Spanisch Gedichte auf. Ein Erfahrungsbericht einer atheistischen peruanisch-deutschen Familie.

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Dafür, dass Weihnachten ein christlicher Feiertag ist und ich durchgehend unchristlich, ja fast „heidnisch“ – lateinamerikanischer Aberglaube – erzogen wurde, legt meine Familie mütterlicherseits jährlich dann doch sehr großen Wert auf die Feiertage. Meine Angehörigen leben über ganz Deutschland verteilt, deshalb treffen wir uns immer bei jemand anders. In diesem Jahr feiern wir alle in Köln.

Am 24.12. wird meist den ganzen Tag lang – von Frauen und Männern gleichermaßen – peruanisch gekocht. In der Zeit können meist die Kinder den Weihnachtsbaum dekorieren, falls dies nicht schon Tage zuvor geschehen ist. Langsam, wie aus Zauberhand, tauchen mehr und mehr Geschenke unter der Tanne auf. Aus dem CD-Spieler klingen deutsche und peruanische Weihnachtslieder – Mal mehr, Mal weniger angenehm. Nachdem der Gänse- oder Putenbraten im Ofen ist fängt man an sich umzuziehen und den Tisch zu decken. Normalerweise ist es dann schon gegen 22 Uhr. Nach peruanischem Brauch dürfen die Geschenke erst ab Mitternacht geöffnet werden. Deswegen das späte Mahl.

Es gibt Braten (geheime Marinierung mit Orangensaft, Cola und meist Bier oder Wein) mit Apfelmus, Russischen Salat (abgewandelte Version mit Kartoffeln, Rote Beete, Erbsen und Mayonnaise) und weißem Basmati-Reis. Angestoßen wird mit Säften oder Wein. Der Zimtgeruch des Nachtisches strömt von der Küche ins Wohnzimmer. Es gibt heiße Schokolade mit geschmolzener peruanischer Schokolade und Zimtstangenstückchen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause sind die Geschenke dran. Aber so leicht macht meine Mutter es uns nicht: „Jeder muss mit geschlossenen Augen ein Geschenk heraussuchen und es an den Besitzer überreichen. Dieser muss dann entweder singen, ein Gedicht aufsagen oder ähnliches, bevor er sein erstes Geschenk aufmachen darf.“ So wird das Geschenke auspacken Jahr für Jahr zu einer großen Show. Nachdem die ersten kleinen Kinder eingeschlafen und die letzten Geschenke geöffnet sind, werden Schlafplätze verteilt. Die einen sind noch bis tief in die Nacht in Unterhaltungen verwickelt, die anderen schlafen schnell ein.

Bei uns ist Weihnachten ein soziales Ereignis. Wenn man jemanden kennt, der über Weihnachten allein ist, wird er eingeladen.

Mein Vater ist zwar kein großer Weihnachtsfan, feiert aber meine kleinen Geschwistern zuliebe auch mit. Schließlich bedeutet Weihnachten Wärme, Liebe und Geborgenheit – zumindest aus meiner Sicht und Erfahrung.

Wie meine christlichen oder muslimischen Freunde feiern weiß ich nicht so genau. Die meisten würden sich sowieso nicht mehr als wirklich religiös bezeichnen und kommen zu Weihnachten einfach mit ihren Familien zusammen oder nutzen die freien Tage zur Ausarbeitung von Essays, Forschungsdesigns, Hausarbeiten und Präsentationen für die Uni. Was tatsächlich von Familie zu Familie verschieden ist, ist das Essen welches zur Weihnachtszeit serviert wird. Ich glaube aber, dass es bei uns etwas bunter und verrückter zugeht – zu Weihnachten aber auch davor und danach. Und genau das macht Weihnachten für mich so wertvoll.