Lebensfreudemesse – Einfach mitreißen lassen und genießen

von Bettina Scriba

Gleich am Eingang wäre beinahe schon Schluss gewesen. Der Bambus-Pavillion sah einfach zu verlockend aus, um sich dorthin zurückzuziehen und ein Schläfchen zu halten. Doch drei Tage volles Programm erfordern eben auch vollen Einsatz.

 

Lebensfreudemesse in München
Gesund – nachhaltig – spirituell, das ist das Konzept der Lebensfreudemesse, die in verschiedenen Städten in Deutschland in regelmäßigen Abständen stattfindet. Und was macht man da so? Lebensfreude „tanken“? Ich bin gespannt und entscheide mich als erstes für Shakti Dance zur Aktivierung des weiblichen Energie-Potentials und reduziere danach mit Sri Sri Yoga meinen Stress. Ich fühle mich herrlich entspannt und eile zu einer Geburtstagsfeier. [Read more...]

© Pressematerial Lebenfreudemesse

© Pressematerial Lebenfreudemesse

Das Angebot im Überblick

Die Messe bietet ein vielfältiges Angebot, und es ist für jeden etwas dabei: Die Aussteller präsentieren ihre Produkte von Büchern, Kerzen, Klangschalen, Möbeln und Edelsteinen bis hin zu Seifen, Nahrungsmittelergänzungen, Drinks, Naturkosmetik, Parfum und Bildern. Es werden Auralesen, Wahrsagen, Handlesen, Beratung für jeden Lebensbereich etc. angeboten. In den Vorträgen stellen Coachs ihre Programme und Ideen vor, Massagetechniken und die Wirkung von Klangschalen werden erläutert, es geht um Handystrahlung, Quantenheilung, Erzengel, die innere Stimme und den Weg zu einem glücklichen Leben. Natürlich spricht einen etwas mehr, etwas anderes weniger an. Einige Referenten wirken überzeugend, andere legen viel Wert darauf, ihre Produkte an die Zuhörer zu bringen. Da hilft es einfach nur, sich selbst ein buntes Programm zusammenzustellen. Und auch mal den Vortrag zu verlassen, wenn die Vorstellung gar nichts mit der eigenen Welt zu tun hat. Für das kulinarische Wohl sorgen ein veganer Dönerstand und veganes Eis – was ich beides sehr mag, allerdings wäre ein bisschen mehr Auswahl wünschenswert gewesen.

 

Ganz konkret

Filmplakat "Hope for Humanity"

Filmplakat "Hope for Humanity"

Total faszinierend fand ich es, in einer großen Klangschale zu stehen und die Wirkung eines klangschamanischen Heilungsrituals auf den ganzen Körper zu erleben. Und beim gemeinsamen Singen mit Leuten, die man gerade erst kennengelernt hat, die Kraft der Stimmen und den Genuss des Klangs für die Ohren zu spüren. Das hat so viel Freude gemacht! Zwei musikalische Highlights waren der Klangheilkreis und das Gong-Meditationskonzert. Es ist faszinierend, wie die Klangwellen den Körper und die Seele erfassen und mit auf eine Reise nehmen. Wer sich mehr nach einer anderen Art der Berieselung sehnte, konnte sich die Filme „Hope for Humanity“ und „Heile dich selbst“ ansehen. Beim Trommelpower-Workshop ging es dann wieder um das Mitwirken jedes Einzelnen. Man trommelt fröhlich darauf los und irgendwann ergibt es eine harmonische Klangwolke und alle sind im Takt. Inklusive stimmlichen Einlagen, frisch vom T-Shirt, sage ich da nur (und das kann leider nur verstehen, wer dabei war, und man vergisst es nie ;) !). Zum Messeabschluss zogen wir dann mit unseren Trommeln und Stimmen ins Messefoyer und auf die Bühne, um alles mit einem faszinierenden Drumcircle zu beenden: Klanggewaltig, laut und beeindruckend. Und danach setzte dann auch prompt jenes Gefühl ein, das Künstler so oft beschreiben: Eben umjubelt von der Menge, und plötzlich alleine in der Stille, aber noch völlig aufgewühlt. Ach ja, diese wundervolle Schwingung hielt die nächsten Tage auch noch an.

 

Gong-Meditationskonzert mit Jens Zygar

Gong-Meditationskonzert mit Jens Zygar

Und nun, was bleibt?
Bin ich ein besserer Mensch geworden, habe ich mein Leben sofort komplett umgekrempelt? Natürlich nicht, dafür habe ich mich inspirieren lassen. Ich habe gespürt, was mich beseelt und glücklich macht, und wie wenig man dazu oft braucht – aber im Alltag schlicht und ergreifend gerne mal vergisst. Eine Postkarte mit einem wunderschönen Symbol steht jetzt auf meinem Schreibtisch, ein Engel mit einem Glaskörper und silbernen Flügeln ziert meine Halskette. Es waren drei Tage mit wahnsinnig vielen Eindrücken, an denen ich auch viel über mich gelernt und die intensive Begegnung mit anderen sehr genossen habe.

 

Die nächsten Lebensfreudemessen finden hier statt:
Hamburg, 22. – 24.11.2013
Frankfurt, 6. – 8.12.2013
Lübeck, 7. – 9.3.2014

Weitere Termine, Infos und Programme aktuell unter http://lebensfreudemessen.de/.

Nicht Hokuspokus, sondern Homöopathie!

Karl-Michael Kutsch - Der Heilpraktiker für den die Patienten große Reisen antreten.

Karl-Michael Kutsch - Ein Heilpraktiker, für den PatientInnen große Reisen antreten.

Herr Kutsch ist Heilpraktiker. Und Homöopath. Er hat es geschafft. Keine Homepage oder sonstige Werbung. Empfehlungen hat er es zu verdanken, dass man ihn sogar über Deutschlands Grenzen hinweg aufsucht. Auch Ärzte zählen zu seinen Patienten. Speziell soll er sein, sorgt für Kontroverse. Er kämpft, klärt auf. Das ist seine Lebensaufgabe, sagt er. Gazelle Autorin Sunya Baaroun traf ihn in Bochum zum Interview über die Antibabypille, Antibiotika, das Gesundheitssystem und Alternativmedizin.

Die Anzahl von Frauen in Bochum und Umgebung, die sich bewusst gegen die Pille entscheiden, steigt. Verantwortlich sind Sie. Ein Lauffeuer. Was erzählen Sie diesen Frauen?

Drei Frauen zum Beispiel können auf die gleiche Pille unterschiedlich reagieren. Die eine Frau behält in der Pillenpause ihre natürliche Blutungsstärke bei. Für diese Frau ist die Pille unschädlich. Die Zweite reagiert auf die gleiche Pille mit einer starken Reduktion der Monatsblutung. Diese Frau kann an Stauungserscheinungen erkranken. Das Blut wird dicker, das Ventil, welches der Körper zur Entgiftung benötigt, ist kaum noch gegeben. Deshalb bezeichnete man die Periode bereits in früheren Zeiten als monatliche Reinigung bzw. Menses. Die dritte Frau hat von Natur aus eine schwache Blutung. Kommt es durch die Pille zu einer stärkeren Blutung, kann sich das sogar positiv auf ihren Organismus auswirken. [Read more...]

Es liegt dem Körper also inne, eine höhere Blutmenge zu produzieren, da der anteilmäßige Verlust kalkuliert ist. Und wenn man eben diesen Anteil nicht los wird, staut es sich?

Unter anderem. Die abgehende Menge ist für die Entgiftung elementar, allerdings verhält es sich von Frau zu Frau individuell unterschiedlich. Einige haben von Natur aus eine schwache Blutung, hier bedient sich der Organismus anderer Entgiftungsventile. Andere haben zehn Tage mit ihrer Blutung zu tun. Im Generellen gilt: Es sollte keine Pille ohne Pillenpause genommen werden. Hier kommt es nämlich zu gar keiner Blutung mehr. Dies stellt ein Verbrechen am Organismus da. Als Folge kann eine Thrombose auftreten. Weitere Erscheinungen können Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Rheuma, Gewichtszunahme und Krampfaderneigung sein. Auch eine allmähliche Erblindung ist möglich. Diese beginnt häufig links und wandert dann auf das rechte Auge über. Schuld sind Miniinfarkte auf der Netzhaut. Schweißausbrüche, Hitzewellen -wie zum Beispiel in den Wechseljahren -, können Begleiterscheinungen sein. Denn Frauen, die ihre Blutung unterdrücken, wählen zuweilen andere Ventile. Wird entsprechend einer weiteren Hormonbehandlung die Schweißausscheidung ebenfalls reduziert, nimmt das Drama seinen Lauf. Frauen sollten demnach ein Pillenpräparat verwenden, das die Blutung in ihrer bisherigen Stärke unangetastet lässt. Spiralen und Antibabypillen, die für ein völliges Ausbleiben der Menstruation sorgen, sind zudem Auslöser für Brustkrebs. Vor Einführung der Pille betraf Brustkrebs vorwiegend Frauen im höheren Alter, denen es durch die Wechseljahre an Entgiftungsmöglichkeiten mangelte. Angelagerte Giftstoffe sind nachweislich ein Grund für Krebsentstehung.

Nieren und Darm gelten als die primären Entgiftungsorgane. Sie messen der Menstruation einen vergleichsweisen hohen Stellenwert zu. Geschieht das zu Recht? Und was ist mit Männern, müssten die demnach nicht sterbenskrank sein?

Die Wahl des Entgiftungsweges gilt als körper – und geschlechtsspezifisch. Sicher bedienen auch andere Organe diesen Zweck, allerdings anteilsmäßig unterschiedlich. Manche Frauen haben eine Haut so rein wie ein Pfirsich. Diese scheiden Giftstoffe demnach kaum über die Haut aus. Wichtig zu wissen ist, dass der menschliche Körper nach Ausschalten des einen, vielleicht sogar sehr relevant gewesenen Ventils, nicht  fähig ist, sofort ein anderes zu wählen. Dies benötigt Zeit oder geschieht womöglich nur in schwachem Maße.

Schulmedizin, das große Übel also?

Die Schulmedizin bemüht sich seit Jahrhunderten. Problem ist, dass diese, die ja eigentlich aus der Naturheilkunde entstand, schließlich immer mechanischer wurde. Inzwischen herrscht eine deutliche Diskrepanz. Man hat sich vom eigentlichen Sinn des Heilens entfernt, da die Ganzheit des menschlichen Organismus häufig außer Acht gelassen wird. Der Arzt von heute arbeitet so lokal wie ein KFZ – Mechaniker. Der Lungenfacharzt schert sich wenig um Nierenprobleme, ja interessiert sich oft nicht für die Begleiterkrankungen seiner Patienten. Dass diese möglicherweise bedeutsam sind, findet kaum Beachtung. Das Stoppen des regelmäßigen Durchfalls führt zu einer Erhöhung des Blutdrucks, den der Kardiologe senkt. Daraufhin treten Hämorridenblutungen auf. Die vom Proktologen entfernte Hämorride hat zum Beispiel Migräne zur Folge. Sogar ein Schlaganfall kann möglich sein. Hier ist dann der Neurologe am Werk. Aufgrund ihres Systems fehlt es der Medizin an Überblick. Ganzheitliche Medizin ist der Schlüssel.

Sie verurteilen demnach das, was dem Durchschnittsbürger bisher als heilsam und durchaus erstrebenswert erschien.

Nicht ganz. Respekt zolle ich vorrangig den handwerklichen Disziplinen, wie Chirurgie und Zahnchirurgie. Natürlich auch der Notfallmedizin. Es ist unbestreitbar, dass dank neuster Technik und Operationsmethoden Dinge möglich sind, die vor Jahren nur erträumbar waren.

Die Alternativmedizin versperrt sich vielmals gegen antibiotische Behandlungsmöglichkeiten. Wie ist das zu erklären?

Antibiotikatherapie ist oft widersinnig. Natürlich erfüllt sie ihren Zweck bei sehr alten Menschen, die sonst an Lungenentzündungen oder anderen Infektionen sterben würden. Auch einem jungen Menschen kann ein Antibiotikum durchaus das Leben retten. Hier muss Risiko und Nutzen abgewogen werden. Das Ganze darf sich allerdings nicht zur Regelbehandlung verselbstständigen. Die Zunahme von Allergien und chronischen Krankheiten ist oftmals Folge antibiotischer Behandlung. Diese vernichtet während eines physiologisch ablaufenden Infektes die Erreger zwar innerhalb von wenigen Tagen, nicht aber die Antikörperproduktion. Letztere suchen sich nun einen anderen Gegner, schließlich sind sie darauf getrimmt, ihre Funktion zu erfüllen. Da der Originalfeind nicht mehr auffindbar ist, richtet man sich gegen das, was sonst noch da ist: Birkenpollen, Nahrungsmittelallergene oder was noch viel schlimmer ist: Eigene Organsysteme. Hierdurch entstehen Autoimmunerkrankungen. Beispielsweise Asthma und Neurodermitis. Sprich, ohne Antibiotika keine Allergien und Autoimmunerkrankungen. Die gibt es bei keinem Naturvolk und bei keinem freilebenden Kaninchen. Beim antibiotisch behandelten Haustier ist das selbstverständlich etwas anderes. Es muss nicht bei jeder Behandlung zu einer Folgeerkrankung kommen, aber die Möglichkeit ist gegeben.

Wie stehen Sie zum System Krankenhaus? Können Sie sich als Heilpraktiker mit unserer Gesundheitspolitik anfreunden?

Leider spielen finanzielle Kalküle und Interessen eine viel größere Rolle als der Laie sich vorstellen kann. Aus erster Hand weiß ich, – und ich spreche hier tatsächlich von Ärzten, die bei mir in Behandlung sind -, dass beispielsweise in der Gastroenterologie rasch genesene Patienten das Krankenhaus nicht nach einem Tag, sondern erst nach 3 Tagen verlassen sollen. Denn erst ein Behandlungszeitraum von 3 Tagen ist lukrativ abzurechnen. Auch ein freies Bett möchte schnellst möglich wiederbelegt werden, sonst geht Geld verloren… Genug Mediziner werden sich genug Mühe geben. Das System aber, mit der Pharmaindustrie im Rücken, kränkelt. Es fährt vor die Wand.

Sie  sind Homöopath. Warum? Und was halten sie von anderer Alternativmedizin?

Die Homöopathie fällt unter die sogenannte Naturheilkunde. Unter diesem Begriff findet man noch viel mehr, Phytotherapie, Akupunktur, Akupressur etc. Verschiedene Verfahren, die wiederum in verschiedenen Kulturen in verschiedenen Zeitaltern ihren Ursprung finden. Traditionelle chinesische Medizin und Ayurveda bestehen seit tausenden von Jahren. Die Homöopathie dagegen ist relativ jung, in Deutschland gegründet vor etwa 250 Jahren. All diesen Praktiken liegen gemeinsame Ansätze zu Grunde. Zum einen die Ganzheitlichkeit. Des Weiteren das Bestreben, durch entsprechende Reize die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. Anstatt ein Gemisch von lokalen Symptomen zu behandeln, sucht die Alternativmedizin nach der Ursache. Ich bin überzeugt von der Homöopathie und ich mache das, was ich am besten kann.

Ein Gedankenprojekt  – Homöopathie und Akupunktur, schließt sich das gegenseitig aus?

Es handelt sich bei beiden um klassische Methoden. Sie setzen eine dauerhafte und kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema voraus. Es wird niemanden geben, der beide  Fachgebiete zugleich perfekt beherrscht. Meines Erachtens sind die Grenzen in der Homöopathie am weitesten gesteckt, das Behandlungsspektrum ist das Größte. Es reicht bis zur Behandlung von Tumorerkrankungen. Mit ein Grund, weshalb ich Homöopath geworden bin. Dennoch braucht auch die Homöopathie Hilfe, beispielsweise die des Chirurgen. Einiges muss erst einmal operativ beglichen werden, Hirntumore zum Beispiel. Bevor man homöopathisch behandeln kann, muss erst einer Kompression des Gehirns  entgegen gewirkt werden. Das ist klar. Homöopathie hat Grenzen. Insulinsubstitution bei einer geschädigten Bauchspeicheldrüse ist notwendig. Hat jemand keinen Magen und keinen Intrinsicfaktor mehr, kann ich das als Heilpraktiker oder Homöopath nicht ignorieren, dieser Mensch benötigt Vitamin B 12, sonst stirbt dieser an einer perniziösen Anämie. Kein Bereich der Heilkunde ist allmächtig.

Heilpraktiker sind oft als Scharlatane verrufen. Vom Chiropraktiker, Experten für Bachblüten bis hin zu offensichtlichem Hokuspokus. Welchen Platz nimmt der Heilpraktiker Ihres Erachtens in unserem Gesundheitssystem ein?

Der Großteil der  arbeitet wie ein Arzt. Quasi ein Mediziner der zweiten Spur. Er behandelt die Hämorriden nicht mit einer Operation sondern mit Hämorridenzäpfchen. Die Magenprobleme nicht mit Omeprazol, sondern vielleicht mit Kamillentee. Eben ohne chemischen Einsatz. Nur behandelt dieser Heilpraktiker eigentlich genauso symtomatisch. Er betrachtet die Symptome einzeln, ohne die dahinterliegende Grundurache zu erkennen. Die Anamnese muss ganzheitlich sein, ob beim Heilpraktiker oder beim Arzt. Die klassische Homöopathie und die traditionelle chinesische Medizin setzen dies seit vielen Jahren voraus. Aktuell betrachte ich aber auch den Wandel in eigenen Reihen kritisch. Viele Homöopathen und auch Lehranstalten mischen sich ihr eigenes Süppchen. Somit unterliegt die praktische Umsetzung dessen, was man als Homöopathie bezeichnet, der Willkür einzelner. Dann darf man das was man tut, aber nicht mehr als „klassisch“ bezeichnen.

Also sind Sie sie der Martin Luther der klassischen Homöopathie. Back to the roots, versteh ich Sie richtig?

Oh Gott, was für ein Vergleich! Nein, nie würde ich mich mit einem so gesegneten Menschen vergleichen – ich weiß nur ein paar Dinge mehr als viele andere. Selbstverständlich verfügte man vor 250 Jahren nicht über das selbe Wissen wie heute, man wusste kaum etwas über den Stoffwechsel.  In unserer Zeit kann man die Wirkung deshalb besser erklären, physiologische Prozesse nachvollziehen. Der Effekt an sich bleibt aber bestehen. Das alte Wissen hat Bestand, ob damals nun eine Vergiftung fälschlicherweise als Infektion bezeichnet wurde, ist da irrelevant. Die Leitsymptome sind die Selben. Nur muss ich die Intoxikation berücksichtigen, um zum Heilmittel zu gelangen. Wenn man aber so eingefahren ist und das nicht erkennt, wirkt das Antivergiftungsmittel beim Infekt auch nicht.

Wie wissenschaftlich ist die Homöopathie?

Absolut wissenschaftlich. Sie ist nachvollziehbar und im Versuch wiederholbar. Somit ist sie überprüfbar. Da sie in vielen Punkten aber nicht erklärbar ist, wird sie nicht akzeptiert und abgelehnt. Im Tierversuch  -wo Glaube keine Rolle spielt- kann man nachweisen, dass Homöopathie wirkt. Das wissenschaftliche Modell, das erklärt, wie das denn sein kann, fehlt jedoch. Darum wird die Homöopathie pauschal abgelehnt. Niemand wird die Existenz des Lichtes leugnen. Und dennoch kann man bis heute nicht genau erklären was Licht ist. Einerseits weiß man, dass Licht Wellen sind, die sich auf eine physikalische Weise besonders verhalten. Andererseits ist Licht nur mit Teilchen zu erklären (Quanten), was ja eigentlich unmöglich ist, da Teilchen niemals Lichtgeschwindigkeit erreichen können. Also sagt man, Licht ist beides, die Wellen-Teilchen Dualitätstheorie. Aber irgendein Modell braucht man ja, um es erklären zu können. Man kann nicht sagen: Ok, wir können es nicht genau erklären, also gibt es kein Licht. So verhält es sich auch mit der Homöopathie.

Manche Zungen behaupten, durch die starke Präsenz der Pharmaindustrie werden Forschungsarbeiten in diesem Bereich nur sehr schlecht gefördert. Was ist da dran?

Die Homöopathie wird stiefmütterlich behandelt. Es gibt aktuell zwei Lager: Ärzte und Forschungsprojekte, die sich wirklich bemühen und zur Alternativmedizin Brücken schlagen möchten. Auf der anderen Seite stehen knallharte wirtschaftliche Interessen. Wenn man sieht, dass ein chemotherapeutischer Patient viele tausende Euro einbringt, ist es klar, dass man da richtig Geld verdient. Angenommen, der wird aber für ein paar Euro gesund, tut sich ein Riesenloch in den Konzernen auf. Genauso verhält es sich bei den Laborwerten. Oft werden diese in den Normwerten verändert um Medikamentenverkaufszahlen zu erhöhen. So war Cholesterin bis 250 für beide Geschlechter lebenslang eigentlich normal. Um aber mehr Cholesterinsenker verkaufen zu können, wird der Normwert nun mit 200 angegeben. Bei Frauen nach den Wechseljahren betrug der Wert früher 330. Das bedeutet, jede zweite Dame über 65 schluckt heute Cholesterinsenker. Das gleiche gilt für Harnsäure und andere Werte. Ältere Leute schlucken somit täglich Medikamentencocktails. Zum Beispiel Lefax gegen Blähungen, Lasix gegen Wassereinlagerungen, die Liste ließe sich beliebig fortsetzen! Symptombehandlung also statt Ursachenforschung. Ein Irrsinn, dass man sich als alter Mensch quasi von Tabletten ernähren soll. Als wenn es keine Alternative gäbe.

Vielen Dank für das Gespräch!

Diabetesmaker: Bubble Tea

Es ist das Trendgetränk des Sommers: Bubble Tea. Die aus Asien stammenden bunten Getränke kann man inzwischen in jeder Stadt kaufen. Doch Kinderärzte und Gesundheitsexperten schlagen nun Alarm. Mit satten 500 Kalorien pro Becher und lebensbedrohlichen Geleekügelchen sei das Trendgetränk nicht für Kinder geeignet.

Wie Pilze schießen “Bubble Tea Bars” hierzulande aus dem Boden. In jeder Stadt und auf jedem größeren Fest gibt es das bunte Trendgetränk zu kaufen. Auch eine Fastfoodkette hat “Bubble Tea” nun fest im Programm. Vor etwa 30 Jahren wurde das Getränk in Asien erfunden. Über die Trendfabrik USA kam die bunte Brühe schließlich zu uns. Hierzulande stehen vor allem Jugendliche vor den schrillen Stores Schlange. “Bubble Tea” besteht aus herkömmlichem Tee, süßem Sirup und kleinen “Bubbles”, Kügelchen die meist aus Tapiokastärke, Zucker, Farbstoff und Aroma bestehen. Manche Kreationen werden zusätzlich mit Kondensmilch, Sahne und Keksen serviert. Ein halber Liter enthält etwa 500 Kalorien, so viel wie eine Hauptmahlzeit. Dazu kommen 30 Stück Würfelzucker, die ein einziges Getränk enthält. Als Durstlöscher ist “Bubble Tea” damit nicht geeignet. Dass Zucker ungesund ist und nicht nur zu Übergewicht, sondern auch zu Diabetes führen kann, ist bekannt. Hier könnte man nun noch an den Verstand appellieren, das Trendgetränk als Süßigkeit zu behandeln und in Maßen zu genießen. [Read more...]

Doch Experten wollen “Bubble Tea” nun aus einem anderen Grund für Kinder unter sieben Jahren verbieten. Die etwa fünf bis acht Milimeter großen Geleekügelchen, welche durch einen übergroßen Strohalm aufgesaugt werden, könnten versehentlich eingeatmet werden. Blieben sie in der Lunge unbemerkt, könnten sie zu Entzündungen oder einem Lungenkolapps führen. Prof. Matthias Kopp, Leiter der Kinder-Pneumologie der Uniklinik Lübeck spricht von einer “erheblichen Gefahr”. Er warnt: “Bubble Tea gehört unter keinen Umständen in die Hände kleiner Kinder.” Erste Fälle, in denen Kindern “Bubbles” aus der Lunge entfernt werden mussten, sind in Deutschland bereits bekannt.

Neben Kinderärzten und Verbraucherschützern, diskutieren inzwischen auch Politiker darüber, Warnschilder an “Bubble Tea Stores” zur Pflicht zu machen. Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen hat im Juli bereits eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Die Fraktion möchte von der Bundesregierung unter anderem wissen, welche Informationen über den Verkauf sowie den Absatz vorliegen. Außerdem interessiert die Grünen, ob es sich bei der Bezeichnung „Bubble Tea“ um eine Verbraucherirreführung handelt, weil der Tee in den allermeisten Fällen nicht Hauptbestandteil des Getränks sei.

Bunte Getränke kommen vor allem bei Kindern und Jugendlichen gut an, sind aber auch auf Partys gern gesehen. Wer auf Nummer Sicher gehen und sich den Gefahren von “Bubble Tea” nicht aussetzen will, kann alternativ Eistee oder Bowle selbst herstellen. Hierfür sind keine Farbstoffe, keine Unmengen Zucker und auch keine “Bubbles” nötig. Farbenfroh wird das Ganze mit verschiedenen Fruchtsaft-Eiswürfeln oder Obstspießen. Auch frische Pfefferminzblätter kommen gut an. Für die großen Schleckermäuler darf auch ein Schuss Sekt dazugegeben werden.

Mit diesen einfachen Zutaten gelingt eine erfrischende Alternative zu “Bubble Tea”:
- 5 Teebeutel (z. B. Kräutertee oder Früchtetee)
– 1,5 Liter Wasser
– Zitronenscheiben
– Honig
– Eiswürfel
– 200 ml Wasser aufkochen, über die Teebeutel gießen und etwa acht Minuten ziehen lassen. Honig darin auflösen und restliches Wasser dazugeben, das Ganze abkühlen lassen und mit Eiswürfeln und Zitronenscheiben servieren. Altzernativ zu Honig kann auch Agavendicksaft oder Stevia verwendet werden.

Hilfe, meine Gallenblase platzt!

Von Arzu Karabag

Wenn die 29-jährige Ayla T. von ihrer „geplatzten Gallenblase“ spricht, muss kein Notarzt gerufen werden. Denn Ayla T.s Erstsprache ist Türkisch und mit der geplatzten Gallenblase ist nichts Anderes gemeint als Angst zu haben. Es ist eine Besonderheit der türkischen Sprache, emotionales Empfinden in Chiffren auszudrücken.

Versteht ein ArztIn oder TherapeutIn diese Chiffren nicht, kann es durchaus Missverständnisse geben. Besonders körperliche Beschwerden, die auf psychische Erkrankungen wie z.B. einer Depression zurückzuführen sind, erschweren die Diagnose bei Zugewanderten verschiedenster Herkunft. Oft werden gerade sie jahrelang auf körperliche Beschwerden behandelt, ohne dass die Depression erkannt wird“, weiß Meryem Schouler-Ocak, leitende Oberärztin an der psychiatrischen Uniklinik der Charité in Berlin, zu berichten.

Fehldiagnosen, unangemessene diagnostische und therapeutische Maßnahmen sowie die Verschreibung von Medikamenten ohne sachliche Rechtfertigung sind die Folgen. Hierauf weisen Dr. med. Michael Knipper und Dr. med. Yasar Bilgin in ihrer Studie „Migration und Gesundheit“ hin.

Besonders bei Patienten mit psychischen Störungen, die der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, gibt es Versorgungsmängel. Es fehlt an muttersprachlichen Angeboten und entsprechendem Fachpersonal. Das Beispiel der Einstellung einer türkischstämmigen Ärztin in der Universitätsklinik Gießen belegt die große Nachfrage. Innerhalb kurzer Zeit verzehnfachte sich die Zahl deutsch-türkischer Patienten.

Allerdings spielen in der Kommunikation zwischen Arzt und Patient jeden Alters wesentlich mehr Aspekte eine Rolle als nur die Sprache. Auch Patienten mit guten Deutschkenntnissen berichten von Schwierigkeiten, die mit der allgemeinen medizinischen Versorgung zusammenhängen. Wie viel Zeit nimmt sich ein Arzt für einen Patienten? Inwieweit lässt sich der Arzt vom sozialen Status seines Patienten beeinflussen? Wie sehr ist der Arzt von kulturellen Stereotypen geprägt? Als ein Beispiel sei das sogenannte „Mittelmeer-Syndrom“ genannt, wonach Einwanderer erhöhte Somatisierungstendenzen haben sollen.

Ob Einwanderer häufiger psychisch erkranken, lässt sich nicht sagen. Widersprüchliche Studien erschweren klare Aussagen. Es gibt migrationsbedingte Stressfaktoren wie Diskriminierung, Statusverlust, Identitätskonflikte, Assimilationsdruck und Ausgrenzung. Ob diese aber psychische oder psychosomatische Erkrankungen auslösen, lässt sich nur im Einzelfall sagen.

Migration selbst ist keine Krankheitsursache. Eine migrationsbedingte Erkrankung hängt vom Verlauf der Migration selbst ab. Auch die psychische Widerstandskraft sowie das Zusammenwirken komplexer Faktoren sind entscheidend. Besondere Bedeutung kommt den Lebensumständen im Aufnahmeland zu. Somit gilt: Der sogenannte Migrationshintergrund ist und kann nur ein Aspekt von vielen bei der Diagnose und Behandlung von psychosomatischen und psychischen Krankheiten sein. Eine differenzierte Betrachtung ist immer erforderlich.

 

Nützliche Links zum Thema:

http://www.kas.de/wf/doc/kas_16451-544-1-30.pdf?100422141713

http://www.kohneninc.de/DrKohnen/Interview_DrGuen.pdf

Vegan kochen – So klappt die Umstellung

"Vegan kochen" von C. Steen und J. M. Newman, Dorling Kindersley Verlag, 2012

"Vegan kochen" von C. Steen und J. M. Newman, Dorling Kindersley Verlag, 2012

 

Von Bettina Scriba

Letzte Woche habe ich an einer Hotelrezeption nach einem vegetarischen Restaurant gefragt. Mir wurde eines im Nachbarort genannt. „Die haben auch frischen Fisch – essen Sie Fisch?“ Ich antworte mit nein, und die Rezeptionistin seufzte: „Ach, es gibt inzwischen so viele verschiedene Wege, da blickt man nicht mehr durch“.
Sie hat Recht. Es gibt viele verschiedene Ernährungsformen und vor allem was Veganer angeht, tappen viele im Dunkeln. Dabei ist es gar nicht schwer: Veganer verzichten auf alles, was vom lebenden und toten Tier stammt. Dazu gehören tierische Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Eier, Milch, Honig, und darüber hinaus auch Lederprodukte, Seide, Wolle, Pelze, Gelatine, der Farbstoffe Karminrot, der aus weiblichen Schildläusen gewonnen wird  usw.

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Nur Körner und Grünzeug?
Die Lieblingsfrage von Skeptikern zum Thema Veganismus lautet: „Was kann man denn dann überhaupt noch essen?“ Jede Menge! Wenngleich die Umstellung vielen schwer fällt. Wie soll man einen Kuchen ohne Eier backen, auf Käse verzichten, Latte Macchiato ohne Milch zubereiten? Dass es wunderbar funktioniert, zeigt die Vielzahl an Menschen, die sich vegan ernähren. Im Bericht „Vegan Leben in Deutschland“ des Sender DW-TV vom Mai 2012 geht man inzwischen von 600.000 Veganern in Deutschland aus. Die Zahl habe sich in den letzten drei Jahren verachtfacht.

Rezepte „veganisieren“
Das Buch „Vegan kochen. So klappt die Umstellung“ greift das populäre Thema Veganismus auf und enthält 200 Rezepte und eine ausführliche Liste mit veganen Alternativen. Darüber hinaus ist es ein Ratgeber, der ganz konkret erklärt, wie man ein veganes Rezept zubereitet. Wie man dabei auf Produkte, die man seit vielen Jahren verwendet hat und die einem daher selbstverständlich erscheinen, verzichten kann, wird genau beschrieben. In jedem Kapitel wird anhand eines Beispielrezepts gezeigt, wie man eine Speise „veganisieren“ kann. Brownie-Schokoladenkuchen ohne Milch? Ganz einfach. Steak mit süßer Paprikasauce? Hier wird das Fleisch durch große Champignons oder Seitan-Schnitzel ersetzt. Käse-Polenta ohne Ei und Käse? Wenn man weiß, wie man Ei und Käse durch vegane Zutaten ersetzen kann, ist auch das kein Problem.

Was für Alternativen kommen rein ins Essen
Das Buch verdeutlicht, unterteilt in einzelne Kapitel, wie man Milchprodukte, Eier, Käse, Fleisch und Fisch ersetzen kann. Man könnte statt 250 ml Kuhmilch die gleiche Menge Soja-, Reis-, Hanf-, Kokos- oder Mandelmilch verwenden. Bei Eiern geht es zunächst darum, für was das Ei im Originalrezept verwendet wird, also zum Beispiel als Binde- oder Triebmittel, um Feuchtigkeit in die Backwaren zu bekommen etc. Hier gibt es dann als Alternative eine ganze Reihe von Vorschlägen: Ei-Ersatz, Maisstärke, Pfeilwurzelmehl, Apfelmus, Pflanzenmilch, pflanzlicher Joghurt, Nussbutter, Agar-Agar, Tofu etc. Fleisch wird durch Tofu, Seitan, Soja, vegane Fleisch- und Fischalternativen ersetzt. Praktisch: Auf vier Seiten am Ende des Buches kann man alle Alternativen in einer Tabelle nachschlagen.

„Vegan kochen“ bietet darüber hinaus auch Vorschläge für Allergiker, die auf Soja und Gluten verzichten müssen. Und für Menschen, die sich nicht nur vegan sondern auch besonders gesund ernähren möchten, werden Alternativen zu raffiniertem Zucker und Fetten genannt.

Was steckt drin im Buch
Folgende Rezepte warten auf Sie:
•    Pikantes Käsedressing (ohne Käse!)
•    „Eier“-Salat
•    Kürbis-Eiscreme
•    Schokoladenpudding
•    Cranberry-Bananen-Kuchen
•    Fleischlose Hackbällchen
•    „Western Bacon“-Cheeseburger
•    Sesam-Orangen-Pizza mit karamellisierten Zwiebeln
•    Kichererbsensuppe
•    Göttlicher Obstsalat
•    Tempeh-Mais-Rucola-Gemüse
•    Gemüse-Ragout mit Rotwein
•    Reissalat mit Roter Bete
•    Carob-Dessert
•    Brot nach Graham-Art

Anordnung Querbeet
Die Rezepte sind nach der traditionellen Zutat sortiert, die durch eine vegane Alternative ersetzt werden soll. Daher stehen dann Salat und Keksrezept nebeneinander, folgen Potato-Wedges auf Seitan-Schnitzel. Das macht die Suche nach einem Auflauf, einer Suppe, einem Gemüsegericht oder einem Kuchen etwas mühsam. Natürlich gibt es ein Register, dieses ist aber nur alphabetisch sortiert. Ein Register nach Gruppen wäre bei „Vegan kochen“ noch wünschenswert gewesen.

„Vegan kochen“ soll ab Ende Juni wieder lieferbar sein. Link zu buecher.de.

Celine Stehen und Joni Marie Newman
Vegan kochen. So klappt die Umstellung
272 Seiten, gebunden, mit 56 Abbildungen
Verlag Dorling Kindersley, € 14,95
ISBN 978-3-8310-2115-4

Altern in der neuen Heimat Deutschland

Erst kürzlich feierte Deutschland gemeinsam mit der Türkei das 50-jährige Jubiläum des Deutsch-Türkischen Anwerbeabkommens. Millionen von arbeitswilligen Frauen und Männer brachen auf in ein neues und vor allem temporäres Leben in Deutschland. Nicht erst seit heute wissen wir, dass aus dem sogenannten Gastarbeiter ein deutscher Bürger geworden ist. Mit einem festen Platz in der Gesellschaft und Teil des deutschen Wirtschaftswunders.

So medienwirksam über das Jubiläum auch berichtet wurde, wir wissen heute noch immer wenig über diese erste Generation. Was haben sie wie erlebt in diesem Deutschland der 1960er und heute 2012er? Wie sieht ihr Leben, ihr Alltag heute aus? Und vor allem, wie altern und erleben sie Pflegebedürftigkeit in Deutschland?
Letztere Frage ist kürzlich das Zentrum für Qualität in der Pflege nachgegangen. Diese gaben die Studie „Alters- und Pflegevorstellungen von Menschen mit Migrationshintergrund“ in Auftrag, die sich mit dem älter werden in der neuen Heimat von Türkeistämmigen sowie Russlanddeutschen beschäftigt.

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Mit 2 Mio. sogenannten Migranten werden die Pflegeinstitutionen im Jahr 2020 voraussichtlich konfrontiert sein. Ein wichtiger Impuls den das ZQP hiermit gegeben hat, sich konkreter mit den Bedürfnissen und Herausforderungen in diesem Bereich auseinanderzusetzen. Vorgestellt wurden die Studienergebnisse von Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, der Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und der Charité Berlin sowie Dr. Liane Schenk, Leiterin der Abteilung medizinische und pflegerische Versorgung des Instituts für Medizinische Soziologie an der Charité. Die Studie ergab, dass unter den befragten Einwanderergruppen noch Unwissenheit über das Pflegesystem vorherrschen. Die sprachlichen Hürden verstärken die Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Doch auch Scham bei der täglichen Reinigung, Stichwort Geschlechteridente Pflege oder der Wunsch nach Religionsausübung können große Unsicherheit auslösen.

 

Mehr als nur Angst

Im Anschluss der Präsentation diskutierten unter Leitung des Deutsche Welle Moderators Ali Aslan, Emine Demirbüken-Wegner, Staatssekretärin für Gesundheit und Soziales der Stadt Berlin; Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege und Altenpolitik der Bundesfraktion B90/Grünen; Reinhold Pulcher, Generalbevollmächtigter des Altersheim Goldenherz im Wedding/Berlin; Monika Wagner, Dozentin am Campus Berufsbildung Berlin e.V. und Prof. Dr. Kuhlmey.

Im Gespräch ist vor allem deutlich geworden, wie groß der Informationsbedarf auf allen Seiten nach wie vor noch ist. Demirbüken-Wegner, selbst Tochter türkischer Einwanderer, forderte mehr Engagement bei den einzelnen Einwanderergruppen, die das Thema professionelle Pflege besser verbreiten müssten. Besonders an die Töchter und Schwiegertöchter richten sich die Erwartungen der späteren Pflege. Emotional und körperlich eine große Herausforderung, die in unserer heutigen Zeit durch kleinere Familien und den Bedarf von medizinischer Versorgung kaum zu bewerkstelligen ist. Elisabeth Scharfenberg sprach sich klar für eine stärkere Reform im Pflegebereich aus. Besonders die ambulante Pflege, die Familienangehörige wie Pflegebedürftige unter die Arme greift, müsse verbessert und in größerer Zahl angeboten werden. Dies beinhaltet ebenfalls die Modifizierung des Zeitmanagments des Personals – nach 8 Jahren im Pflegeberuf leidet meist die körperliche und psychische Verfassung des Personals. Angesichts des Fachkräftemangels bedarf es dringenden Handlungsbedarf. Dies unterstrichen auch Reinhold Pulcher und Monika Wagner.

 

Interkulturell verstehen

Auch das Thema kultursensible Pflege stand auf der Tagesordnung. Besonders in der Ausbildung scheint es hier noch gewisse Schwierigkeiten zu geben. Denn wer interkulturell verstehen will, muss zu einer eigenen Selbstreflextion fähig sein. Empathie ist eine Grundvoraussetzung. Monika Wagner betonte, dass es in heterogenen Gruppen, wo nicht nur die Vielfalt der Nationen zusammenkommen, sondern auch Geschlecht und Alter gut durchmischt sind, das Erlernen der kultursensiblen Pflege besser vermittelt werden kann. Deutlich wurde aber auch, dass mehr Personal ausgebildet werden muss – besonders jene, die über Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Wer Russisch, Arabisch, Türkisch oder Vietnamesisch spricht, kann bei den Pflegenden für Geborgenheit und Vertrauen sorgen.

Hoffnung, dass in Zukunft diese Thematik größere Beachtung erfährt, weckte jene Person, die am Abend das Grußwort sprach und damit auch die Bundesregierung vertrat. Honey Deihimi, Referatsleiterin im Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration war in Vertretung der Staatsministerin Maria Böhmer gekommen. Es bleibt daher zu hoffen, dass auch auf Bundesebene das Thema seinen Platz findet und medial größere Bedeutung erlangt. Ohne Häme, Respektlosigkeit und Sensationsgier sollte auch hier Verantwortung und Respekt vor dem Alter gelten. Egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Denn die Bedürfnisse der Bedürftigen sind dieselben, die Ängste andere, die sich aber überwinden lassen.

Wer mehr über die Studie erfahren möchte, kann sie hier bequem runterladen:
http://www.zqp.de/upload/content.000/id00015/attachment00.pdf

Mehr Infos zum Zentrum für Qualität finden Sie unter: www.zqp.de

Ein Leben im falschen Körper

Miriam Kassner

Miriam Kassner

Nur wenige Menschen können sich vorstellen, wie es einem täglich ergeht, wenn man im falschen Körper geboren worden ist und mit diesem Gefühl versucht zu Leben. Die Realität vieler Transsexueller ist uns heute noch unbekannt. Einen Einblick in eine persönliche und wahre Geschichte gewährt uns Miriam Kassner, die über ihr Leben und ihre Entscheidung das Buch Option B bitte geschrieben hat. Ein Gastbeitrag von Miriam Kassner.

‚Wie ich mich fühle‘, werde ich oft gefragt. Immer und immer wieder. Woran das liegt? Ich lebte einst im falschen Körper, ehe ich mich 2007 vor Familie und Freunden outete. 15 Jahre Geheimhaltung waren genug, mehr schauspielerische Begabung einen ‚Mann‘ vorzugaukeln war mir nicht vergönnt. Nachdem die Gespräche mit meinen Liebsten mehr als nur positiv verliefen, schöpfte ich neuen Mut und wurde von sämtlichen Seiten mit offenen Armen empfangen. [Read more...]

Ich rechnete nicht damit, dass es so einfach werden würde, meinem alten Dasein ‚Ade’ zu sagen. Ende 2007 begann ich eine Hormonbehandlung, beantragte meinen neuen Vornamen und ließ an mir 2009 eine geschlechtsangleichende Operation durchführen. Und so kann ich die Frage stets grinsend mit „Mir geht es sehr gut“ beantworten. Denn ich lebe seitdem mein wahres zwangloses Leben.

Die Offenbarung
Sie schlief neben mir ein, so lieblich und wild zugleich. Ich schaute zu ihr hin und verliebte mich Hals über Kopf. Binnen Stunden schien es derart bergauf zu gehen. Ein perfektes Empfinden bis, ja bis ich innerlich vom Blitz getroffen wurde.

Und so übermannte mich ein Gefühl, eine Wahrnehmung, welche so stark in der Form noch nie aufgetreten war. Ich sah sie an, und war ich auch noch so begeistert von ihr, kam es schnell und unaufhaltsam in mir hoch. Die Offenbarung in Form von unerklärlichem Neid. Ich verspürte Missgunst und realisierte erst nach einigen Minuten, was da soeben wirklich mit mir geschah. Es prasselten so viele Datenmengen auf mich ein, ich war regelrecht überfordert. Ich wehrte mich nicht mehr dagegen und fügte mich dem, was nun folgen sollte. Ich war neidisch auf Jessica, neidisch auf ihre Figur, auf ihren ganzen Körper. Neidisch auf ihr Aussehen, neidisch auf ihr ‚Frau sein‘. Es zerriss mich, mir platzte sinnbildlich der Kopf. Was geschah mit mir? Wieso plagten mich diese Gedanken? Und wieso
steigerten sich die, naja, nennen wir es mal Symptome? Wieso an einem so unglaublich schönen Abend? War diese Nacht denn nicht schon einschneidend genug? Wieso ich? Fragen über Fragen. Doch die Antworten sollten nicht lange auf sich warten lassen. Wie eine Flutwelle kamen sie bei mir an. Sekunden reichten aus, um mir einen Katalog voller Enthüllungen zu liefern. In dieser Nacht wurde mir eindrucksvoll klar, dass ich niemals zu einem Mann heranwachsen sollte. Ich war derart durcheinander, das wohligste Erlebnis gepaart mit grundsätzlichem Unwohlsein. Ich erkannte, diese Nacht würde mich für immer in meinem Handeln verändern. Der innerliche Wendepunkt war in vollem Gange. Völlig erschöpft schlief ich ein. Mit dem Wissen: Ich lebte im falschen Körper!

Ich habe dieses Buch geschrieben, um selbst mit dem Thema abzuschließen und zugleich Betroffenen und Angehörigen eine Art Leitfaden zu geben. Mit der Hoffnung, einen Teil dazu beizutragen, dem Schubladendenken entgegenzuwirken.

 

‚Miriam Kassner – Option B bitte: Einzelfahrschein‘ ist als Buch und eBook im Handel erhältlich. Infos unter www.option-b-bitte.de

 

Miriam Kassner ist 33 Jahre alt. Wohnhaft in Ennepetal. 2001 machte sie ihr Fachabitur. Nach ihrer Wandlung hat sie sich der Autorenschaft und dem Theater gewidmet.

 

 

 

 

 

 

Weiter zum Thema erschienen:

Gazelle No.6

Ich war Mann und Frau

„Stress kann in Burn-out oder Depression münden“

Kristina Schlecht - Diplompsychologin aus Berlin

Von Filiz Keküllüoglu

Die Diplompsychologin Kristina Schlecht entwickelt Coachings zur Stressreduktion. Sie erklärt, wie Stress entsteht und wie man damit umgehen kann. Wenn man sich zu sehr belastet und die Signale des Körpers nicht wahrnimmt, kann der Übergang zu einem Burn-out oder einer Depression fließend erfolgen.

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Wie entsteht Stress?

Einige Situationen können jeden von uns beanspruchen. Man wird bestimmten Anforderungen nicht gerecht – seien es berufliche oder private, informationelle oder emotionale. Die ständige Anpassung an wechselnde Rollen kann uns ebenfalls überlasten. Dabei geht es nicht um objektiv belastende Ereignisse, sondern vielmehr um die eigene Reaktion darauf. Den einen belastet beispielsweise ein Auftritt vor einem Publikum stark, den anderen lässt es kalt. Dafür ist es hilfreich, das eigene Stressmuster zu kennen und solche Situationen für sich zu erkennen.

 

Was sind die Symptome von Stress?

Stress äußert sich sehr individuell. Dabei muss man zwischen akutem und chronischem Stress unterscheiden. In einer akuten Situation spüren wir Herzrasen, der Mund wird trocken; wir schwitzen oder verspüren Magenschmerzen. Hormone spielen einfach verrückt. Wenn Stress in eine chronische Phase übergeht, kann er sich als starke Müdigkeit, Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen äußern.

 

Welche Folgen hat Stress?

Auch hier ist die Unterscheidung sehr wichtig. Akuter Stress kann sehr anregend und motivierend wirken, etwas in Angriff zu nehmen. Es ist evolutionär bedingt: In einer bedrohlichen Situation (oder Stress) wird Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet, der uns zum Handeln anregt. Oder wer kennt den Flow nicht? Man fühlt sich energiegeladen und kann so vieles schnell anpacken, was unter stressfreien Umständen nicht so gut klappt. Doch zu viel Stress kann zu chronischen Reaktionen führen, wie Erschöpfung und Lustlosigkeit. Schließlich kann chronischer Stress in Burn-out und Depression münden.

Auch auf der physiologischen Ebene wirkt sich chronischer Stress sehr negativ aus. Studien haben ergeben, dass die durch Stress entstandene Energie nicht abgebaut und das Immunsystem geschwächt wird. Das kann sogar zu Krebs führen. Die Ungleichheiten im vegetativen Nervensystem begünstigen weiterhin Infarktrisiko und wirken negativ auf den Magen-Darm-Trakt aus.

 

Wie ist Stress von einer Depression zu unterscheiden?

Grob kann man eine Depression als eine Folge dauerhafter Beanspruchung sehen. Doch nicht bei allen kommt es zu einer Depression. Bei der Entstehung depressiver Symptome reicht der Stress allein selten aus. Eine gewisse Sensibilität oder Vulnerabilität im wissenschaftlichen Jargon muss gegeben sein. Menschen, die diese Sensibilität in sich haben, sind mehr gefährdet, eine Depression zu bekommen. Beispielsweise hat eine pessimistische Weltsicht in ruhigen Zeiten vielleicht einen gewissen Charme. Doch wenn nicht alles rund läuft, verschlimmert der Pessimismus die Situation und versperrt einem die Möglichkeit, die Situation zu bewältigen. Was diese ausmacht, ist sehr individuell, das auf erlernte Reaktionsmuster und Einstellungen zurückzuführen ist.

 

Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes mit 4150 Beschäftigten ist nur jeder Siebte zufrieden mit seinem Job und ein Drittel bewertet seinen Arbeitsplatz sogar als „schlecht“. Welche Auswirkung hat die Unzufriedenheit mit dem Job auf das Wohlbefinden?

Unzufriedenheit mit dem Arbeitsplatz und den Arbeitsprozessen kann zusätzlichen Stress verursachen. Manche Autoren bezeichnen diese Art der Unzufriedenheit sogar als erstes Anzeichen des Burn-outs. Und ein Burn-out wirkt sich bekanntlich sehr negativ auf unser Befinden aus. Wir sollten mit dem Begriff natürlich sehr vorsichtig umgehen, denn nicht jede kritische Phase im Leben ist krankhaft. Erst wenn man eigene Bedürfnisse stark vernachlässigt und kaum zur Erholung kommt, idealistische Vorstellungen von dem eigenen Job hat und letztendlich enttäuscht wird, dann hat Burn-out ein leichtes Spiel.

 

Wie unterscheidet sich Stress zwischen Männern und Frauen? In welchen Situation sind die einen und in welchen die anderen eher gestresst?

Stresserleben ist höchst subjektiv. Doch man konnte feststellen, dass sich Frauen eher schneller für emotional erschöpft bezeichnen als Männer. Dabei distanzieren sich Männer schneller von ihrem sozialen Umfeld, wenn der Stress sie überwältigt. Solche Tendenzen kann man allerdings auch an durch die gewohnte Rollenverteilung erklären: Frauen dürfen Emotionen zeigen, aber sollten weiterhin sozial verträglich bleiben, wobei bei Männern das Umgekehrte akzeptiert wird.

 

Welche Methoden gibt es, um mit Stress umzugehen?

Ein verbreitetes und bewährtes Vorgehen bei Stressbewältigung ist der Ressourcen-Ansatz. Man geht davon aus, dass der Mensch alle Lösungen und Ressourcen für den Umgang mit unerwarteten, tragischen oder lästigen Ereignissen bereits hat. Diese müssen nur systematisch aktiviert werden.

Wenn der Stress im überschaubaren Umfang unser Leben beeinflusst, kann Selbsthilfe noch sehr nützlich sein. Dafür sollte man mit der Selbstbeobachtung anfangen und eigene Stresssituationen und Reaktionen erkennen. Dafür sind niedrigschwellige Interventionsmaßnahmen sehr geeignet. Ihr Vorteil ist, dass sie für alle zugänglich sind. Um diese in Angriff zu nehmen, müssen keine großen Hürden überwunden werden – wie es der Fall bei einer Psychotherapie sein kann. Zu den typischen niedrigschwelligen Interventionen gehören Ratgeber, Selbsthilfe-Bücher oder internetbasierte Programme.

Online-Programm, wie zum Beispiel der HausMed Coach Stressfrei, sind insbesondere hilfreich für Personen, die in sich noch den Antrieb verspüren, alleine mit ihrem Stress umgehen zu können. Oft reicht es für sie, dass sie genau auf ihre Bedürfnisse angepasste Informationen und Hinweise erhalten und Übungen ausprobieren, die ihr Potenzial zum Stressmanagement fördern. Die Grundlage eines gezielten Stressmanagements bildet eine umfassende Stress-Analyse. Internetbasierte Coaches können durch gezielte Übungen einem dabei helfen, Antworten auf folgende Fragen zu finden: Wo liegen die Ursachen meiner Belastung? Wie kann ich mit dieser Belastung umgehen bzw. sie überwinden?

Bei fortgeschrittenen Stress-Stadien sind niedrigschwellige Maßnahmen in der Regel nicht ausreichend. Oft ist es notwendig, Empfehlungen vom Arzt einzuholen oder einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Bei Stress-Folgen wie Burn-out oder Depression ist bereits professionelle Hilfe erforderlich.

 

Weitere Infos:

Stressbewältigungsmaßnahmen: Coaching/Supervision oder Beratung in Lebenskrise
Selbsthilfe: Durch Online-Programme z.B. HausMed Coach Stressfrei
Literatur: “Stress im Beruf? Wenn schon, dann aber richtig!”
Psychotherapie: Therapeuten-Suche online: http://www.bptk.de/service/therapeutensuche.html

HANNOVER: Tagung MigrantInnen im deutschen Gesundheitswesen am 02./03.09.2011

Die Tagung ‘Migrantinnen und Migranten im deutschen Gesundheitswesen’ findet am 02./03.09.2011 in der MHH statt.

Der Blick richtet sich auf Ärztinnen, Ärzte, Studierende, Mitarbeiter/innen in der Pflege und Patientinnen und Patienten. ‘Geschlecht’ wird als Querschnittskategorie mit den Themen Gesundheitswesen und Migration zusammengebracht.

Progamm als PDF zum Herunterladen hier.

Endometriose: Wenn sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut verirren

Von Barbara Crombach

Alle Monate wieder… Johannas Unterleib krampft sich schmerzhaft zusammen, deutlich schmerzhafter als „normale“ Regelschmerzen. Vor gut einem Jahr hat Johanna die Diagnose „Endometriose“ erhalten.

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Zuerst konnte Johanna mit dieser Diagnose gar nichts anfangen. Erst nach und nach lernte sie so viel wie möglich über diese chronische und vor allem schmerzhafte Erkrankung.

Endometriose ist eine gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut an der falschen Stelle. Endometrium ist der medizinische Name für die Gebärmutterschleimhaut und die Endung –ose (oder –osis) kommt aus dem Griechischen und bedeutet krankhaft oder krankhafter Zustand. Bei der Endometriose siedeln sich also verirrte Zellen der Gebärmutterschleimhaut irgendwo im Bauchraum an, zum Beispiel an den Eileitern oder den Eierstöcken. Es wurden aber auch schon Herde in der Lunge und ganz selten im Gehirn gefunden.

Während des Menstruationszyklus bauen sich diese Endometrium-Zellen zeitgleich mit der Gebärmutterschleimhaut auf und ab, was zu krampfhaften Schmerzen führen kann. Oft kommt es auch zu Zystenbildungen, da das Gewebe – genauso wie die Gebärmutterschleimhaut – bluten kann, wobei das Blut allerdings an manchen Stellen keinen natürlichen Abfluss besitzt.

Leider sind Regelschmerzen nicht die einzigen Symptome. Die Schmerzen hängen natürlich mit der Lokalisation der Endometrium-Zellen zusammen. Oft werden allgemeine Unterleibsschmerzen, Kreuzschmerzen und auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr beschrieben. Aber auch das Wasserlassen kann zur Qual werden. Insgesamt ist den Symptomen eines gemeinsam:

Sie sind zyklusabhängig und kurz vor der monatlichen Blutung am schlimmsten. Selbstverständlich gibt es viele Frauen, die praktisch keine Symptome haben. Das ist auch der Grund, warum über die Häufigkeit dieser Krankheit keine verlässlichen Aussagen gemacht werden kann. Die Angaben schwanken zwischen 5% bis 15%. Allerdings sollten sich Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch auch auf Endometriose hin untersuchen lassen. Laut medizinischer Fachliteratur, sind viele Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch von Endometriose betroffen.

Zu den Ursachen der Erkrankung gibt es verschiedene Theorien. Bei der Transplantationstheorie wird vermutet, dass Endometrium-Zellen zum Beispiel mit dem Blut- oder der Lymphflüssigkeit an den „falschen Ort“ transportiert werden und sich dort ansiedeln. Die Metaplasietheorie geht davon aus, dass sich schon vorhandenes Gewebe in Endometrium-Zellen umwandelt (Metaplasie). Die tatsächliche Entstehungsursache ist aber immer noch unklar. Allerdings sind familiäre Häufungen auffallend.

Da keine direkte Ursache der Endometriose bekannt ist, sind die Therapiemöglichkeiten so individuell wie die Betroffenen. Neben der klassischen Hormonbehandlungen und der operativen Entfernung der Wucherungen gibt es vielfältige alternative Ansätze. Die Betroffenen sollten sich eingehend von ihrem Gynäkologen oder ihrer Gynäkologin beraten lassen. Weitere Informationen bietet das Internet. Hier finden sich eine Menge an Informationen von Universitäten, Selbsthilfegruppen, Gesundheitsportalen und natürlich von vielen Frauenvereinen.

Auch Johanna hat sich durch unzählige Seiten geklickt und hat mittlerweile einen guten Weg gefunden, mit ihrer Krankheit zu leben.