Das Lifestylemagazin BLACK! – Mehr Repräsentanz in den Medien

Gründerin Heike Kankam-Boadu (c) Black! Magazin

Lifestyle Magazine gibt es in Deutschland viele. Doch keins, welches die gezielte Ansprache von Afrodeutschen vornimmt und sie als aktiven und gestaltenden Part der Leserschaft wahrnimmt. Das soll sich mit dem BLACK! Magazin ändern. Gazelle hat sich mit BLACK! Gründerin Heike Kankam-Boadu unterhalten.

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Seit wann gibt es das Black Magazin?
Wir haben BLACK! Anfang 2011 als Pilotprojekt im Web gestartet. Zunächst war es ein Portal mit ausgewählten afro-orientierten Artikeln und Videos sowie eigenen Videobeiträgen. Die erste BLACK! Onlineausgabe erschien im Mai.

An wen richtet sich das Magazin?
Grundsätzlich richtet sich das Magazin an alle, die sich für Afrokultur und afro-orientierte Themen interessieren. Wie der Titel des Magazins aber schon verdeutlicht, werden insbesondere Menschen angesprochen, die sich mit der Eigendefinition Black identifizieren können. Sie sind Mitglieder der Afrikanischen Diaspora (z.B. Afro-Amerikaner, Afro-Latinos und Afro-Europäer) und/oder ihr Lifestyle ist stark von der Afrokultur geprägt. Unser Hauptaugenmerk liegt vor allem auf deutschsprachige Leser, da es bisher kein Lifestyle Magazin wie BLACK! im deutschsprachigem Raum gibt.

Warum wurde es gegründet?
Es gibt mehrere Gründe, die zur Entstehung bzw. Umsetzung von BLACK! geführt haben. Um den Rahmen nicht zu sprengen, nennen wir den Hauptgrund: die mangelnde und einseitige Repräsentanz von Blacks/Schwarzen in den Medien. Ein Phänomen das weltweit verankert zu sein scheint.
Projekte dieser Art und Größenordung sind zwar nicht einfach zu realisieren, aber ich fand, dass es an der Zeit war, mittels Eigeninitiative, ein zeitgemäßes Medium wie BLACK! zu entwickeln und nicht länger darauf zu hoffen und zu warten, dass Medien ihre Prinzipien von alleine ändern.
Mit BLACK! soll vor allem eine facettenreiche Präsenz von Schwarzen bzw. der Afrikanischen Diaspora widergespiegelt werden – so wie WIR sie in unserer Realität wahrnehmen.

Sammlung Black Magazin

Sammlung erschienener Black! Magazine

Was ist an BLACK! besonders?
Besonders ist, dass in Deutschland ein Magazin wie BLACK! im 21. Jahrhundert eine Besonderheit darstellt. Im deutschsprachigen Raum gibt es bisher kein vergleichbares Magazin, was BLACK! als Medienangebot einzigartig macht. Für uns stehen weder Profit, noch Sensationslust im Vordergrund. Wir werden hauptsächlich durch unsere Leidenschaft für die “Sache” angetrieben. An dem Projekt haben neben meist Afrikanischstämmigen auch Menschen verschiedenster Herkunft mitgewirkt, was stets zu einem konstruktiven Austausch führt – Verstehen, um Verstanden zu werden.
Wir leben in Metropolen wie Hamburg, Berlin, München, London und Kapstadt und können unseren Lesern von verschieden Standorten aus die Facetten afro-orientierter Lebensstile näher bringen.

Was fällt euch im Zusammenhang mit anderen Lifestyle Magazinen auf?
Die meisten Magazine richten sich gezielt an kaukasisch aussehende Menschen. Es ist unschwer zu erkennen, dass häufig nur sehr helle Hauttypen von den Inhalten angesprochen werden sollen.

Gibt es etwas, was in den Medien besonders nervt?
In erster Linie ist es für jeden individuell, was nervt und was nicht. Auf Afrika und seine Diaspora bezogen, sehen wir alle die einseitige Darstellung und Berichterstattung als großes Manko an.

Wie wird im BLACK! Team die aktuelle Diskussion um das Blackfacing am Schlosstheater in Berlin wahrgenommen?
Da hat jeder von uns auch seine eigene Meinung. Einige sehen es eher gelassen, da solche Diskussionen nichts Neues für sie sind. An andere zieht die Diskussion nicht spurlos vorüber, weil sie das was da vorgeht nach wie vor als ignorant empfinden. Die öffentliche Diskussion zeigt uns, dass in Deutschland noch immer Aufklärungsbedarf besteht! Umso mehr fühlen wir uns in unserer Arbeit bestätigt.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?
Für die Zukunft wünschen wir uns, dass BLACK! bekannter wird, eine größere Leserschaft gewinnt und sich zu einer wichtigen Informationsquelle für Afro-Lifestyle und -Kultur entwickelt.

Vielen Dank für das Interview!

 

Link zur Webseite: www.black-lifestylemag.com

Der American Way of Life einmal anders: “All American Muslim”

Screenshot der "All American Muslim" Webseite. Sender TLC

Und schon wieder schießt eine überflüssige Realityshow aus dem ertragreichen Boden der amerikanischen Fernsehlandschaft, möchte man auf den ersten Blick meinen. Doch in die Kategorie oberflächliche 08/15-Realityshow kann man „All American Muslims“ beim besten Willen nicht stecken. In der seit November ausgestrahlten Realityshow geht es nicht um hungernde Models oder partygeile Studenten – sondern um Muslime. Während christliche Fundamentalisten auf die Barrikaden gehen, da Muslime als „normale Mitmenschen“ dargestellt werden, macht der TV-Sender TLC mit der muslimischen Realityshow ordentlich Quote. Gazelle Autorin Dunja Ramdan hat sich die Serie für uns angesehen.

Es sind fünf vollkommen unterschiedliche Familien aus Dearborn im Bundesstaat Michigan, die für Furore im Land sorgen. Zweimal wöchentlich leben sie vor laufender Kamera ihren routinierten Alltag. Man versucht alles unter einen Hut zu bekommen: Kindererziehung, Job, Partnerschaft, Familie und: die Religion. Ersteres wirkt auf den ersten Blick ziemlich normal. Doch wenn auf einmal das Kopftuch getragen wird und vom „Ramadan“ gesprochen wird, dem islamischen Fastenmonat – ja dann, war’s das dann mit der Normalität? Nicht unbedingt. Die US-Realityshow zeigt unverblümt das vielfältige Gesicht des Islam und der Muslime. Man spricht zwar immer gern von „den Muslimen“, doch spätestens nach fünf Minuten merkt man: „Hey, die sind sich ja gar nicht so ähnlich!“

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Nachtclub, Football und Fastenbrechen im Weißen Haus

Während die blondierte Karrierefrau Nina Bazzy-Aliahmed einen Nachtclub in Dearborn, in einem vorwiegend muslimisch-geprägten Vorort eröffnen möchte, kann sich das Fouad Zaban, ein ambitionierter Trainer einer Football-Mannschaft nur schwer vorstellen. Sein Lebensinhalt sind die Familie, der Job und die Religion. Bis zur letzten Minute zögert er zum Iftar, dem muslimischen Fastenbrechen, ins Weißen Haus zu gehen, nur um seine Jungs beim Training nicht im Stich zu lassen.

Doch nicht nur er gibt alles für seinen Job: Auch Polizist Mike Jaafar hat seinen Beruf aus Leidenschaft gewählt und leistet so Tag für Tag seinen Beitrag für die Gesellschaft. Während Suehaila Amen das Kopftuch trägt (in den modernsten Variationen und Farben), bevorzugt ihre Schwester Shadia Piercings und knappe Jeans. Das muslimische Partnerschaften auch auf Teamwork und Gleichberechtigung basieren können, zeigen die schwangere Therapeutin Nawal Aoudeun und ihr Ehemann Nader mit erfrischend-neckischen Diaolgen wie: „Nader ist ein kleines Riesenbaby. Ich wette er heult, wenn das Baby erstmal da ist.“ Und siehe da: er tut es auch! Gleichzeitig flüstert er dem Neugeborenen Nasem islamische Gebete ins Ohr. Mit viel Feingefühl und Abwechslung zeigt die Show, wie leicht Religion und Amerikanisch-Sein zusammen passen und dass es die unterschiedlichsten Weisen gibt, Religion zu leben.

 

Unmut gegen Realityshow „All American Muslim“

Doch hier scheiden sich die Geister. Vor allem eine christlich-evangelikale Gruppierung namens Florida Family Association bezeichnet die Show schlicht und einfach als „Propaganda“ und wirft ihr vor, die riskante Tatsache zu verschleiern, dass von einigen muslimischen Gläubigen eine “Gefahr für die amerikanische Freiheit und traditionelle Werte” ausgeht. Nachdem mehrere konservative Organisationen gegen die Realityshow protestierten, hat nun u.a. der Baumarkt-Riese Lowe‘s seine Werbeverträge gekündigt. Daraufhin hagelte es Vorwürfe von allen Seiten: Der kalifornische Senator Ted Lieu von den Demokraten bezeichnete diesen Schritt am Montag als „bigott, beschämend und un-amerikanisch“. Und auch US-Muslime kritisierten die Show: Das Format zeige lediglich eine Minderheit, aus dem Libanon stammende Schiiten.

 

Doch eines ist klar: All American Muslim erregt die Gemüter. Ob auf positive oder negative Art, die Aufmerksamkeit ist geweckt. Und das scheint bitter nötig: Angeblich haben 60 Prozent der US-Amerikaner überhaupt keinen Kontakt zu Muslimen. Laut einem Spiegel Artikel veröffentlichte das FBI erst Mitte November Statistiken, wonach fremdenfeindliche Verbrechen gegen Muslime 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent gestiegen sind

Und wer weiß, vielleicht wird die eine oder andere Sympathie für den „bösen Muslim“ ja geweckt? Schwerfallen sollte das nicht.

Link zur TV-Webseite und Show: http://tlc.howstuffworks.com/tv/all-american-muslim

 

 

Gazelle-wieder-als-Print AKTION!

Seit der Aborettungsaktion im April sind nun einige Monate vergangen. Wir haben unheimlich viel positives Feedback und Unterstützung erfahren und erleben dürfen, wie sehr unseren LeserInnen die Gazelle am Herzen liegt. Danke dafür! Einige Gazellen fragen uns nun seit ein paar Wochen, wann sie denn nun endlich wieder ihre Gazelle in der Hand halten können. Ganz einfach: 550 Aboerklärungen haben wir schon, 450 Aboerklärungen brauchen wir noch, damit es losgehen kann – denn erst wenn 1000 neue Erklärungen zusammen sind, können wir unsere Arbeit wieder aufnehmen.

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Wer nun eine Aboerklärung abgeben möchte, schicke einfach eine Email an abo@gazelle-magazin.de mit folgendem Satz:

Ja, ich VOR- UND NACHNAME möchte Gazelle ein Jahr lang verbindlich ohne weitere Verpflichtungen zum Jahresabopreis von 18€ inkl. Versandkosten abonnieren.

Wer also auch keine Lust hat in anderen Frauenmedien Artikel wie WIE ÜBERLEBE ICH OHNE MANN o. WARUM GEHT ER MIR NICHT AN DIE WÄSCHE zu lesen oder Bilder wie in diesem Beispiel zu betrachten:

Modestecken auf Augenhöhe sehen anders aus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

dann ist Gazelle DIE Alternative. Ein Frauenmedium, dass seine LeserInnen auf Augenhöhe begegnet.

In diesem Sinne,

Euer Gazelle Team

My Gazelle zurück als Print!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*Der Gazelle Geschenkkalender 2012!*

Liebe Gazellen,

12 Tage lang präsentiert Gazelle täglich ein Gazelle Geschenk. Am Ende des Tages wird ein/e Gewinner/in ermittelt.

Viel Spaß und Glück beim Gazelle Geschenkkalender!

Mehr zum Geschenkkalender hier.

 

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GESCHENK NO. 1

Ein eleganter Schal sowie eine Stoffbrosche zum Anstecken.

 

 

GESCHENK NO. 2

Mittelgroße Ohrringe

Mittelgroße Ohrringe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GESCHENK  NO. 3

Black Rice Seife aus Indonesien mit kleinen Schwamm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GESCHENK NO. 4

Schicker Taschenspiegel in edler Box

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GESCHENK NO. 5

Der Roman "Ali, der Tinnitus und ich"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 GESCHENK No.6

Kurzarm T-Shirt in Schwarz. Gesponsert vom Berliner Verein CrossKultur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GESCHENK NO.7

Eine Auswahl an Baskenmützen. Wer gewinnt, darf sich eine Wunschfarbe aussuchen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 GESCHENK NO.8

Spannendes Interview Buch "BOLLYWOOD IM GESPRÄCH" mit einer Packung Räucherstäbchen zur Auswahl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GESCHENK NO.8

Filigrane Mondohrringe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 GESCHENK NO.9

Wunderschöner Schal mit Samt und Fransen. Dazu eine passende Kette

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GESCHENK NO. 10

Eine traumhaftschöne Tikka - Indischer Stirnschmuck

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gazelle Geschenkkalender ab 9.12.11

Ab dem 09.12.11 startet Gazelle mit einem Geschenkkalender für ihre treuen AbonnentInnen und Neu-AbonnentInnen.

Jeden Tag wird ein neues Geschenk präsentiert und nimmt ihren Weg auf zu den glücklichen GewinnerInnen.

Wer kann mitmachen?

Alle Gazelle AbonnentInnen und jene, die eine Aboerklärung abgeschickt haben.

Kann ich auch nach dem 6.12.12 mitmachen

Ja. Jeden Tag wird neu gelost. Daher können wir jeden Tag neue Teilnehmer berücksichtigen.

Wie ist der Ablauf?

Jeden Tag wird ein Geschenk präsentiert. Es wird ein/e Gewinner/in ausgelost und via Email darüber informiert und das Geschenk verschickt. Wer einmal gewonnen hat, kann kein weiteres Mal an der täglichen Verlosung teilnehmen. Dafür steigt die Gewinnchance für die anderen TeilnehmerInnen. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen)

Wer noch schnell mit dabei dein möchte -> Gazelle Abo-Erklärung!

Viel Glück und Freude beim Mitmachen!

Ihr Gazelle Team

 

Linktipps #42. KW

Philibuster

Occupy Germany: Wenn Konsumenten protestieren gehen
Monatelang konnte er sich vorm PC-Bildschirm scharf machen, und jetzt wandert der User zum Occupy-Protest auf die Straße. Er weiß nicht so genau, was er denn nun fordern soll, also habe wir ihn ein bisschen beobachtet. Fazit: Protestieren? Ja! Aber bitte nur mit Vollverpflegung! Von Nadia Shehadeh. Weiter HIER

 

Berliner Zeitung

Vom Gleis 17 in den Tod
Vor 70 Jahren begann die Deportation der Berliner Juden – erstmals gibt es ein öffentliches Gedenken in Berlin. Von Martin Klesmann. Weiter HIER

 

berlin.ihollaback.org

SCLUSS MIT BELÄSTIGUNG!

Ein Besuch dieses Blogs ist lohnenswert! Die Macherinnen zum Blog:
“Welche Form der Anmache auch immer – ob ‘Cat Calling’, sexistische, sexualisierte, rassistische, homophobe, transphobe, beHindernde oder anders verletzende: Wir wollen nicht ruhig sein und verdrängen. Denn: ob Worte, körperlicher Übergriff oder Masturbation in der Öffentlichkeit – Jede Anmache auf der Strasse, bei der Arbeit, in der Schule, in der Uni, im Club, beim Sport, zu Hause…egal wo…ist Gewalt! Und wir haben keinen Bock mehr darauf. That’s why we holla back.” berlin.ihollaback.org


 

“Mich kann man gar nicht kategorisieren”

Liz Baffoe (c)WDR/Melanie Grande

Liz Baffoe ist Schauspielerin und lebt in Köln. Sie ist in Bonn als Tochter eines ghanaischen Diplomaten geboren und in Bonn aufgewachsen. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Wenn da nicht immer die Herkunft einen unangenehmen Schatten in ihren Berufszweig hinterlassen würde. Gazelle Autorin Nilgün Akıncı hat sich mit ihr im Natuzzi auf dem Hohenzollernring in Köln getroffen und mit ihr über diese Erfahrungen im Filmgeschäft gesprochen.

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Was sind die klassischen Rollenanfragen, die Du erhältst?
Ich habe elf Jahre in der Serie Lindenstraße eine Asylantin gespielt, was ich toll fand, weil ich bzw. die Serie, die Seiten des Asyls in Deutschland aufgedeckt haben, schließlich flieht keiner freiwillig aus seinem Land ohne schlecht behandelt zu werden oder dass sich etwas Schwerwiegendes zugetragen hat. Dann habe
ich eine Haushälterin in der internationalen Produktion “Die Manns” gespielt. Es wäre schön auch mal andere Geschichten zu sehen, wie zum Beispiele meine eigene. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, habe hier Abitur und eine Ausbildung gemacht. Natürlich gibt es die Klischees, aber ich fände es schön, wenn auch mal die anderen Seiten gezeigt würden.

Als wäre es nichts Natürliches, was in der Gesellschaft vorkommen kann.
Das Bild hat sich glaub` ich ein bisschen festgefahren. Diese Klischeerollen gibt es alle auch in der Realität. Aber die Realität hat sich sehr viel weiterentwickelt und es gibt auch die andere Seite. Es hat auch mit Integration zu tun, wenn man sich anpasst, Deutsch lernt, die Schule beendet und dann doch wieder Grenzen aufgewiesen bekommt.

 

Findest du, dass es in Deutschland stärker ist als in anderen Ländern? Hast Du da Erfahrung?
Es ist anders. In Amerika, England oder sogar in den Niederlanden ist es sehr multikulturell. Es ist kein Vorwurf sondern eine Anregung zum Umdenken. Hautfarbe sollte keine Rolle spielen. Es ist ok, wenn sie sagen, ich passe nicht ins Profil wegen Alter, Gewicht, Größe oder dergleichen, das ist professionell und kann für jeden gelten.

 

Wie reagierst Du darauf?
Ich möchte es dann erklärt bekommen, denn das verstehe ich nicht und es tut auch weh.

 

Was ist deine Traumrolle?
Ich wollte früher entweder Ärztin werden oder Schauspielerin, da ich keine Ärztin bin würde ich es gerne auch mal spielen. (lacht) Ich würde auch gerne mal eine leitende Rolle spielen, wo du einfach Stärke zeigen kannst, nicht immer die Abhängige darstellst, der alles erklärt werden muss. Wo ich zeigen kann, egal woher du kommst, du kannst es schaffen!

 

Eigentlich auch ein bisschen dich selber zeigen, schließlich musstest du stark und selbstbewusst sein, um so weit zu kommen. Wie haben denn deine Medien-Kollegen auf dein Interview vor zwei Wochen bei RTL reagiert indem Du über die Benachteiligung von dunkelhäutigen Schauspielern gesprochen hast?
Einige waren sehr überrascht über die Umstände und andere, die wissen, dass es so ist, haben gemeint, es sei sehr mutig von mir. Ich habe aus meiner Erfahrung erzählt und möchte nichts anprangern sondern in den Dialog treten und diskutieren. Warum ist es so, warum wird man so eingeschränkt? Das Leben ist kunterbunt. Ich mag diese Kategorisierung nicht “Die ist aus dem Land, der ist aus der Gegend.” Mich kann man gar nicht kategorisieren, ich fall da gar nicht rein!

 

Deswegen eckst Du auch an!
(lacht) vielleicht…

 

Da braucht manch einer ein Weilchen, um einen einzuordnen. Das dein Deutsch gelobt wird und großes Oho kommt, wenn sie von deiner Ausbildung hören.
Alle Menschen stehen auf gleicher Augenhöhe. Keiner ist besser als der andere. Ich finde es immer total interessant mich mit Leuten zu unterhalten, “Was machst du, woher kommst du?” und dann die Reaktion, wenn ich sage: “Ich bin Deutsche”.

 

Du empfindest Deutschland schon als deine Heimat, oder?
Ich habe das große Glück in zwei Kulturen großgeworden zu sein und habe beide in mir, aber Deutschland ist meine Heimat, ich bin hier geboren und aufgewachsen, ich habe hier mein ganzes Leben gelebt. Als ich mich eben mit einer Kollegin getroffen habe, hat sie auch sehr positiv auf mein Interview reagiert, sie sagte, es täte ihr total leid und sie habe es nicht gewusst. Dass sie mich darauf angesprochen hat fand ich schön. Ich bin auch bereit zu diskutieren. Ich habe unendlich viele Mails gekriegt, die Reaktion war immens, viel Positives!

 

Was meinst Du wie man das aufbrechen kann?
Indem man mehr miteinander redet; offener wird und weniger fragt, woher jemand kommt. Es muss ein Umdenken stattfinden, schließlich ist es doch egal, welcher Ethnie man angehört, ich frage die schwarze Verkäuferin im Alltag auch nicht, “Warum und in welchem Kontext stehen Sie hier?”

 

Wobei sogar das manchmal vorkommt, obwohl es nicht sein sollte.
Genau so ist es. Ich habe ja gar kein Problem, aber ich werde immer wieder auf etwas aufmerksam gemacht, was ich nicht mehr sehe. Und ich hätte nicht gedacht, dass wir das im Jahre 2011 noch als Thema hätten. Ich mache es ja auch nicht davon abhängig woher jemand kommt. Mag ich den Menschen oder mag ich ihn nicht, mit der Herkunft hat das nichts zu tun. Mir ist wichtig, in den Dialog miteinander zu treten, sich kennenzulernen und Chancen zu geben und somit auch Vorurteile abzubauen.

 

Was sind deine aktuellen Projekte?
Es gibt gute Ansätze. Ich drehe gerade in Erfurt eine Kinderserie, Schloss Einstein. Da spiele ich eine Lehrerin, das finde ich total toll! Und ein Fall für Die Anrheiner, was aktuell läuft. Da spiele ich eine Frau aus Ghana, die Kunstgeschichte studiert hat und als Fotografin arbeitet.

 

Das klingt doch gut, eine kultivierte und selbstständige Rolle!
Ja, das ist prima!

 

Was möchtest du der Medienbranche am Ende unseres Gesprächs noch mitgeben?
Ich möchte wirklich, dass wir offener miteinander sind und man mal einfach vergisst woher jemand kommt. Dass man die Stereotypen fahren lässt und die Talente annimmt. Ich fände es mal super, wenn es eine kunterbunte Serie gäbe, in der das Talent und nicht die Herkunft zählt, schließlich bieten Film und Fernsehen alle Möglichkeiten dafür!

 

Vielen Dank für das offene Gespräch!

Linktipps #37. KW

Blog anarchieundlihbe

Dinge, die Leute zu mir beim Kellnern sagen – kleine Auswahl.

ICH: „XY,Z Euro, bitte.“
ER: „Sind Sie sich da wirklich sicher? Euch Frauen kann man nicht vertrauen.“ Mehr -> Hier

 

Berliner Zeitung

Was, du bist links?

Sie heiraten in Weiß, ziehen ins Grüne und überlassen politisches Engagement lieber ihren Eltern. Gedanken über eine konservative Generation. Von Grete Götze . Mehr ->  HIER
Wer nicht mittrinkt, verdient nicht

Phnom Penh -. Siang Seng trägt einen blauen Hosenanzug. Weiße Bluse, Pferdeschwanz, keine Schminke: so konservativ, so züchtig, wie es in Kambodscha zum guten Ton gehört. Vor kurzem noch hat sie bei der Arbeit ein hautenges Minikleid getragen. Das war, als sie in einem Biergarten Bier verkaufte. Von Susanne Lenz. Mehr -> Hier

 

VDZ

Eine neue Generation für eine buntere Medienlandschaft

Die Botschafterin der Deutschlandstiftung Integration wünscht sich mehr Vorbilder mit Migrationshintergrund in den Medien. Mehr -> HIER

 

Geld vom Schwarm

Crowdfunding Plattform STARTNEXT in Deutschland

Von Kai Döring

Wer eine Idee umsetzen möchte, aber nicht das nötige Geld dafür hat, kann einen Kredit aufnehmen – oder auf Spender im Internet hoffen. „Crowdfunding“ heißt die neue Form des Mäzenatentums. Erfunden in den USA, ist sie auch in Deutschland auf dem Vormarsch.

 

Nicht nur für „Kleinen Fische“

Vier Tage vor Ablauf der Frist hatte die Produktionsfirma das Geld für ihren Film zusammen. 170 000 Euro musste „Teamworx“, die Filmtochter des riesigen Bertelsmann-Konzerns, sammeln, um mit dem Dreh von „Hotel Desire“ beginnen zu können. Um den Erotikfilm zu realisieren, wählte Dreamworx ein Mittel, das in den USA bereits alltäglich ist, in Deutschland hingegen noch in den Kinderschuhen steckt.

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Auf einer Internetseite erklärte die Firma ihr Vorhaben und rief zu Spenden auf. In 80 Tagen müssten 170 000 Euro zusammenkommen. Ansonsten könne der Film nicht gedreht werden. Crowdfundig – frei übersetzt „Schwarmfinanzierung“ – nennt sich das Modell, bei dem die anonyme Masse der Internetnutzer zweckgebunden Geld für Projekte gibt, die ansonsten nicht umgesetzt werden könnten. Kommt die benötigte Menge nicht in der geplanten Zeit zusammen, bekommen die Spender ihr Geld zurück.

 

Gegenleistung für die Unterstützung

Wie viel die Unterstützer geben, bleibt ihnen meist selbst überlassen. Bei „Hotel Desire“ lag die Mindestbeteiligung bei fünf Euro. Sechs Investoren gaben allerdings sogar mehr als 10 000 Euro. Als Gegenleistung bekommen alle Geldgeber einen Gutschein, um sich den Film kostenlos im Internet anzusehen – die Telekom wird ihn nach Fertigstellung zunächst sechs Monate auf ihrem Videoportal zeigen.

 

Eine Gegenleistung – neben einem Film-Gutschein kann das z.B. auch eine exklusive Vorab-CD oder eine Eintrittskarten für ein Konzert sein – ist ein wichtiger Teil des Crowdfunding-Systems. Und auch wenn „Hotel Desire“ der erste professionelle Film in Deutschland ist, der vollständig über das Internet finanziert wird, zählen Video-Produktionen neben Veranstaltungen und Einzelaktionen zu den beliebtesten Projekten, die bisher in Deutschland via Crowdfunding finanziert wurden.

 

Crowdfunder sind Wiederholungstäter“

Herausgefunden hat dies das „Institut für Kommunikation in sozialen Medien“. Im April 2011 hat es die erste Crowdfunding-Studie für Deutschland veröffentlicht. Die Forscher haben dafür die Aktivitäten der sechs bedeutendsten deutschen Crowdfunding-Plattformen untersucht. Sie fanden dabei heraus, dass jedes zweite Projekt (53 Prozent) erfolgreich finanziert wird und jeder Unterstützer im Schnitt 79 Euro zahlt. Und: „Crowdfunder sind Wiederholungstäter.“ 96 Prozent der Befragten gaben an, wieder ein Projekt finanzieren zu wollen.

 

Für das Institut ist daher klar: „Die Zeichen stehen auf Wachstum.“ An die Zahlen aus dem Mutterland des Crowdfunding, den Vereinigten Staaten, reichen die Werte freilich noch lange nicht heran. Dort wurden allein im vergangenen Jahr 80 Millionen Dollar umgesetzt.

 

Und letztlich liegt es zu einem großen Teil an den Projektinitiatoren selbst, ob sie genug Geld für die Umsetzung zusammenbekommen. „Wer ein Projekt startet, sollte nicht dem Irrglauben verfallen, dass es nur auf einer Plattform eingestellt werden muss und der Rest dann von allein geschieht“, warnt Karsten Wenzlaff vom Institut für Kommunikation in sozialen Medien. Potenzielle Geldgeber müssten auch auf das Projekt aufmerksam werden: Wenn in den Medien über ein Projekt berichtet wurde, stieg auch die Anzahl der Geldgeber, hat das Institut festgestellt. Und Initiatoren sollten gut rechnen: „Viele Projekte scheitern daran, dass sie einen zu hohen Betrag einfordern.“

 

Crowdfunding-PlattformenLinks:

 

Deutschland

http://www.startnext.de

http://www.mysherpas.com

http://www.inkubato.com

http://www.respekt.net

http://www.visionbakery.de

http://www.pling.de

 

International

http://www.sellaband.com

http://www.artistshare.com

http://www.kickstarter.com

http://www.indiegogo.com

http://www.rockethub.com

http://www.fundbreak.com

http://www.sonicangel.com

Linktipps #34. KW

medienelite

Warum Migrant_innen rassistisch sein dürfen. Aber nicht zu viel.

Heute morgen las ich diesen Artikel von Katrin Schuster, die sich berechtigterweise über die rassistischen wie klassistischen/sozial- und wohlstandschauvinistischen Biases im Artikel von Mariam Lau in der Zeit echauffiert. Da es ja zur Zeit wieder in Mode ist, über Frauen und ihr Tun zu urteilen (statt sich mit Systemfragen zu beschäftigen) und das Wort Macht wieder ungünstige Konnotationen bekommt, passt auch der Artikel von Mariam Lau ganz gut rein. -> HIER

 

Die Wochenzeitung

Interview: Jean Ziegler “UND DAS GRAS WÄCHST

(…)Sie wollen wissen, weshalb jetzt Zehntausende in Ostafrika an Hunger sterben. Die Presse spricht von einer Klimakatastrophe. Die seit fünf Jahren anhaltende Dürre ist bloss eine von vielen Ursachen. Aber weshalb haben Äthiopien, Dschibuti, Eritrea und Kenia keine Nahrungsmittelreserven? Weil Spekulanten in den letzten Jahren die Agrarpreise in die Höhe getrieben haben. Diese armen Staaten können sich das Getreide nicht mehr leisten. -> HIER

 

Aviva-Berlin

Miss Li Interview und Review

Das neue Album “Beats & Bruises” der Schwedin Miss Li bedient sich warmen Retro-Sounds und tanzbarer Rhythmen und erschafft ein kleines Universum für die Überlebenden der Liebe und des Lebens. -> HIER