“Frauengesundheit” – #08 Wechseljahresbeschwerden

»Was Frauen unbedingt wissen sollten!«

Thema 8: Wechseljahresbeschwerden

Gespräch mit Krebsspezialist Prof. Dr. Jalid. Sehouli aus der Berliner Charité

Die Medizin hat sich in den letzten Jahren aufgrund intensiver nationaler und internationaler Forschungsaktivitäten erheblich weiterentwickelt. Dennoch erreichen viele medizinische Verbesserungen trotz ihrer Verfügbarkeit noch nicht alle Frauen. Information und Wissen sind die Grundpfeiler für eine aktive Einbindung der Frau in den medizinischen Entscheidungsprozessen.
Daher haben wir nun diese Serie für Sie ins Leben gerufen. Wir starteten diese Reihe mit dem Thema Eierstockkrebs. Dieser und die folgenden Beiträge zum Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und seiner Krebsvorstufen (Dysplasien), Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom), Myome, Endometriose, Brustkrebs und Unterbauchschmerzen können Sie im Archiv nachlesen.

Prof. Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie der Berliner Charité, Frauenarzt und renommierter Krebsspezialist beantwortet hierzu in der Gazelle exklusiv die wichtigsten Fragen, gerne können Sie uns Anregungen zu den nächsten Themen und Ihre Fragen an die Redaktion zusenden. Heute sprechen wir über das Thema Wechseljahresbeschwerden.
Was wird wissenschaftlich unter Wechseljahre verstanden?

Die Wechseljahre werden in der Fachsprache als Klimakterium bezeichnet.
Hierbei ist die Übergangsphase vom Ende der vollen Geschlechtsreife bis zum Eintritt der Meonpause gemeint, die i.A. wenige Jahre vor der letzten Regelblutung beginnt. Die Menopause bezeichnet die Zeit nach der letzten Regelblutung.
Die Wechseljahre haben physiologische und hormonelle Ursachen.

Muss der Eintritt in die Wechseljahre immer mit Beschwerden einhergehen?
Nein, bei einem großen Anteil der Frauen treten keine wesentlichen Beschwerden ein.

 

Was sind denn die Beschwerden?
Diese können vielfältig sein, so z.B. Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörungen, Herzrasen, Lustlosigkeit und Stimmungsschwankungen.

Wie sieht die Diagnostik hierzu aus?
Zunächst steht das ärztliche Gespräch, die Anamnese, um die verschiedenen Symptome zu erfragen und richtig einzuschätzen und andere Gründe zu beleuchten, da viele andere Krankheiten derartige Symptome verursachen können.
Nach dem ausführlichen Gespräch wird eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt um z.B. Hinweise für den Hormonmangel zu erkennen. So kann eine Trockenheit der Scheide vorliegen. Eine weitere Säule der Diagnostik ist die Laborbestimmung der Hormone. Dabei werden verschiedene Hormonkonzentrationen gemessen (Östrogene, Progesteron, Follikel-stimulierendes Hormon), aber auch die Schilddrüsenhormone TSH, fT3 und fT4 bestimmt, hilft.

Wie sieht die Therapie der Wechselbeschwerden aus?
Prinzipiell ist eine sog. Hormonersatztherapie möglich. Hierbei sollte individuell der Nutzen und die Risiken besprochen werden. Die wissenschaftlichen Daten zu pflanzlichen Alternativen, den Phytoöstrogene sind in den Studien teilweise widersprüchlich.
In Studien konnten Lebensstiländerungen zu einer Verbesserung von Wechselbeschwerden führen. Hierzu zählen Entspannungsübungen (Yoga), Bewegung, Änderung der Nahrungsgewohnheiten (z.B. weniger Alkohol, Kaffee).

Wir danken Ihnen für das Gespräch!

Das Interview führte der Journalist Ahmed Abida.