Alleskönner im Kleinformat – Der Suzuki Jimny pflegt echte Offroad-Gene

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von Solveig Grewe

Der traut sich was. Beim neuen Suzuki Jimny ist vieles anders als bei den meisten Gelände-Zwergen. Nicht nur, dass bei ihm nach klassischer Art die Karosserie auf einem steifen Leiterrahmen aufbaut und er seinen Antrieb standardmässig über die Hinterräder abwickelt, er hat zudem auch echtes Offroadzubehör wie Allrad mit Geländeuntersetzung an Bord. Mit dem Jimny, der jetzt in seiner vierten Generation vorfährt, darf es gerne auch mal etwas ruppiger zugehen. Der Freund auf Feld, Wald und Wiese und für die Freizeit misst vier Zentimeter weniger als vorher und kommt auf 3,65 Meter. Inklusive Ersatzrad. Das trägt er, wie es sich für einen Geländewagen nun mal gehört, stolz auf der Hecktür, die sich immer noch zu Seite öffnen lässt.

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Steiler gestellte A-Säulen und eine flachere Motorhaube sorgen für eine betont kantigere Optik. Das Gepäckabteil ist praktischerweise auswaschbar und nimmt es mit bis zu 377 Liter Ladevolumen auf. Das macht dann 53 Liter mehr als bisher. Zur Testfahrt auf einer abgesperrten Offroadstrecke in der Nähe von Frankfurt passt der  blaue Farbton  zumindest zur Tarnung besser als das ebenfalls neue schrille „Kinetic Yellow“, vor dem die Tiere des Waldes wahrscheinlich sofort Reißaus nehmen würden.

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Mit Allrad, Geländeuntersetzung und im ersten Gang klettert der Jimny artig den Hang empor, abwärts hilft die Bergabfahrhilfe, die wenn nötig, elektronisch bremst. In der Senke erwartet ein trübes Schlammloch den Kleinen, durch das er mit 19 Zentimetern Bodenfreiheit mühelos durchprescht. Sieg der Moderne: die Schlammspritzer auf den sympathischen kugelrunden LED-Scheinwerfern beseitigt heute eine Reinigungsanlage. Als weiteres Zugeständnis an die Mode und Zivilisierung spendiert Suzuki dem Jimny einen Sieben-Zoll-Touchscreen für Audio, Telefon und Navigation. Ein automatischer Notbremseingriff ist in allen Ausstattungslinien ebenso an Bord wie eine Müdigkeitserkennung, ein Spurhaltewarnsystem und ein Fernlichtassistent. Die erstmals bei Suzuki verfügbare Verkehrszeichenerkennung registriert Überholverbote und Geschwindigkeitsbegrenzungen und deren Aufhebung. Für ein kleines Auto schon recht üppig.

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Der neue 1,5 Liter Benziner mit Saugrohreinspritzung und 102 PS schafft Euro 6d-Temp auch ohne Partikelfilter. Sein maximales Drehmoment von 130 Liter Newtonmetern liegt bei 4000 Umdrehungen in der Minute an und lässt sich gut dosieren. Die Kraftübertragung erfolgt immer über ein manuelles Fünfganggetriebe, auf Wunsch gibt es auch eine modifizierte Vierstufen-Automatikgetriebe. Auf der Autobahn zeigt sich schnell, wes Geistes Kind der Jimny in Wahrheit ist. So sehr der Motor im Gelände auch Laune machte, auf dem sechsspurigen Asphalt fehlte es etwas an Temperament, um die Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h letztendlich zu erklimmen.

 

Suzuki Jimny, Motor: 4 Zylinder Benziner, Hubraum: 1462 ccm, max. Leistung bei U/min kW(PS): 75/102, max. Drehmoment bei U/min : 130 Nm, Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h, Verbrauch in Litern auf 100 km : 6,8 kombiniert, Co2 – Emissionen : 154 g/km, kombiniert, Preis: ab 17 915 Euro