Fit for Fun – Im VW Polo assistieren viele Helferlein

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von Solveig Grewe

Hektisches Piepen ertönt beim Rückwärtssetzen aus der Parklücke. Am Markttag ist viel los rund um den Domplatz in Münster. Auf die Sekunde noch rechtzeitig warnt der Querverkehrs-Assistent im neuen VW Polo, unserem Testwagen der Woche, vor einem der unzählbaren Fahrradfahrer in der nordrhein-westfälischen Universitätsstadt. Unvorhersehbar für Fahrer und Beifahrer taucht er auf einmal auf. Doch die Sensoren im Heckstoßfänger des kleinen Wolfsburgers haben ihn rechtzeitig erfasst und schon mal akustisch vor der drohenden Kollision gewarnt. Notfalls hätte die Technik den Wagen auch per Notbremseingriff gestoppt. Ein zwar Aufpreis pflichtiger, aber wertvoller Gewinn an Sicherheit, zumal die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle, bei denen Fahrradfahrer den Kürzeren zogen, im letzten Jahr entgegen dem allgemein rückläufigen Trend bei Verkehrstoten leider deutlich angestiegen ist.

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Der modulare Querbaukasten, auf den der Polo in der jetzigen sechsten Generation erstmals aufbaut, ermöglicht die Integration zahlreicher weiterer High Tech Helferlein in den gegenüber dem Vorgänger um acht Zentimeter auf 4,05 Meter gewachsenen Kleinwagen. Doch nur die City-Notbremsfunktion ist Serie. Alles andere, wie auch den Tote Winkel Assistenten und den   Geschwindigkeitsbegrenzer lässt sich Volkswagen bezahlen. Genau wie den Ausparkassistenten, die Einparkhilfe und den Parkassistenten, die helfen sollen, den mittlerweile 1,75 Meter breiten und nur noch als Fünftürer erhältlichen Kleinwagen möglichst schadlos auf knappem Parkraum zu bewegen.

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Elektronik, die bislang eigentlich den höheren Klassen im Konzern vorbehalten waren. Mit dem Urgroßvater, dem Polo aus der ersten Generation im Jahr 1975 mit gerade 3,51 Metern Länge und seiner aus heutiger Sicht puristischen Ausstattung hat der aktuelle Polo bis auf den Namen nicht mehr viel gemeinsam. Das Platzangebot ist für vier Personen reichlich, für das Gepäck stehen bei voller Besetzung jetzt bis zu 351 Liter zur Verfügung. Wer dennoch alten Zeiten hinterher trauert, kann über das jetzt auch im Polo erhältliche „virtuelle Cockpit“ die Zeiger für Drehzahlmesser und Tacho auf klassisch trimmen. Dazu passt das Fünfgangschaltgetriebe, das sich leichtgängig und knackig schalten ließ, auf der Autobahn fehlte aber ein sechster Gang ebenso wie ein Haltegriff für den Beifahrer bei der reichlich schwungvoll genommenen Auffahrt.

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Unter der Haube des in strahlendem Orange gehaltenen Polos arbeitet ein gleichermaßen laufruhiger wie mit einem maximalen Drehmoment von 175 Newtonmetern unaufgeregter 1,0 Liter Dreizylinder Benziner mit 95 PS. Er beschleunigt den Polo in 10,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und schafft unter Volllast 187 km/h. Der Kraftstoffverbrauch zeigte sich mit knapp über sechs Litern etwas über den von VW angegebenen 5,4 Litern. Insgesamt stehen sechs Benziner (65 bis 200 PS), zwei Diesel (80 und 95 PS) und erstmals jetzt auch ein 1,0-Dreizylinder-Erdgasmotor mit 90 PS als Antrieb zur Verfügung. Mit 11 Kilo Erdgas an Bord und einem Verbrauch von 3,2 kg/100 Kilometer soll er im CNG-Betrieb rund 340 Kilometer weit kommen. Zusammen mit seinem 40-Liter-Benzintank macht das knapp 1200 Kilometer Gesamtreichweite. Da kann es kostengünstig dann auch mal an das Mittelmeer gehen anstelle an den Aasee.

Für den neuen Polo sollte man schon mal mindestens 17.200 Euro parat halten, greift man bei den Extras allerdings kräftig zu, kann der Preis für den kleinen Wolfsburger schnell bei über 23 000 Euro landen.

VW Polo, Dreizylinder Benziner, 999 ccm Hubraum, 95 PS, Beschleunigung 0 auf 100 km/h : 10,8 sec, Höchstgeschwindigkeit: 187 km/, Verbrauch : 4, 4 l/100 km, Preis: ab 17 200 Euro.