Japanischer Kopfverdreher – Der neue Mazda MX-5 RT besticht mit Targa-Technik

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von Solveig Grewe

Barcelona zeigt gerade seine kalte Schulter. Kein ausgesprochenes Cabrio Wetter. Trotzdem spult der neue Mazda MX-5 RT seine Striptease-Nummer ab. RT steht für „Retractable Fastback“ und kennzeichnet einen Mazda MX-5 in einer neuen Form mit einem eben solchen Dachkonzept. Die elegante Linie mit der tropfenförmigen Kabine haben die Japaner mit einem erstmals vollautomatisch versenkbaren Dach verbunden. Im Open-Air-Modus verschwinden auf Knopfdruck bis Tempo 10 km/h binnen 13 Sekunden vorderer und mittlerer Teil des dreiteiligen Dachs mit der Heckscheibe hinter den Sitzen. Der hintere Teil des Daches bleibt mit den Finnen an Ort und Stelle. Das Prinzip eines Targas. Dank des ausgeklügelten Materialmixes von Alu und Stahl bringt der RT im Vergleich zum Stoffdachmodell nur 45 Kilo mehr auf die Waage, das Kofferraumvolumen bleibt mit 170 Litern annähernd gleich.

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Druck auf das Gaspedal beantwortet der 160 PS Benziner mit heiserem Fauchen

Noch atmen die sportlich geschnittenen Leder-Alcantara-Sitze die Kühle eines Wintertages aus. Wie beim klassischen Roadster ziehen sich die in diesem Modell rubinrot lackierten Karosserieteile bis in den Innenraum. Wer genau hinschaut, erkennt die nicht ganz konsequente Farbwahl für die Ziernähte an den Sitzen, am Armaturenbrett und am Knauf der Handbremse, die die hochwertige Anmutung im Inneren zwar unterstreichen, sich aber mit der Wagenfarbe nicht wirklich vertragen. Aber wie bei jedem Mazda MX-5 geht es eigentlich doch in erster Linie ums Fahren. Ein Druck auf den Startknopf weckt den in Deutschland als einzige Wahl angebotenen Vierzylinder Benziner mit 160 PS, was er mit einem Fauchen aus den Auspuffendrohren beantwortet.

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Den MX-5 RT gibt es in Deutschland jetzt erstmals mit einem Automatikgetriebe

Das neue 4,6 Zoll TFT Farbdisplay weist schnell und zuverlässig den Weg durch Barcelona, die etwas übertrieben vermummte Passanten verfolgen das Cabrio mit bewundernde Blicken. Die sind sicherlich nicht nur dem Mut geschuldet, bei diesen Temperaturen offen zu fahren, sondern auch der auffallend eleganten Optik des japanischen Roadsters. Von außen nicht erkennbar, sorgen die kräftige Sitzheizung und heiße Luft aus den Düsen für angenehme Temperaturen im Inneren. Sophisticated halt, wie die Japaner ihren RT nennen. Weg mit dem Purismus. Her mit dem Komfort. Dazu passend bietet Mazda den MX-5 RT in Deutschland dann auch erstmals mit einem Automatikgetriebe an, das 200 Newtonmeter über sechs Gänge verteilt auf die Hinterräder schickt. Zumindest auf gerader Strecke und im Sport – Modus entpuppt sich der RT damit als Fahrmaschine in gewohnter MX-5 Manier, der auch in seiner vierten Auflage mit reichlich Lust auf Leistung unterwegs ist. Auf den steileren Streckenabschnitten hinauf zum Massiv des Montserrat sucht die Automatik dann aber umständlich den richtigen Gang und nimmt dem nur 1330 kg schweren Zweitürer den Wind aus den Segeln. Wer lieber selbst Hand anlegt, spart 1900 Euro und bekommt für ab 29 850 Euro einen japanischen Targa mit der Lizenz für anspruchsvollen Fahrspaß.

Fotos: Solveig Grewe

Mazda MX-5 RT Motor: Vierzylinder Benziner, Automatik,1998 ccm, kW / PS bei U/min: 118/160 bei 6000
Nm bei U/min: 200 bei 4600, Verbrauch: 6,4 l/100 km, Höchstgeschwindigkeit: 194 km/h, 8,5 sec 0-100 km/h, Preis: ab 29 850 Euro