Statement zum Anschlag in Berlin. Zusammenhalt statt Spaltung!

Berlin (c)Philipp von Ostau

Von Jouanna Hassoun

Berlin ist eine offene und tolerante Stadt!

Trotzdem gab es hier auch schon vorher Rassisten, Faschisten und Islamisten und wird es immer geben. Am selben Tag sind noch andere furchtbare Ereignisse in der Welt geschehen. Nicht weit von uns. Es gibt kaum einen absolut sicheren Ort und gab es auch vorher nicht. Wir bekommen nur heute alles ungefiltert und unmittelbar durch soziale Medien mit.

Natürlich tut uns der Anschlag in Berlin besonders weh, verletzt uns oder beängstigt uns, aber wir dürfen der Angst nicht das Feld überlassen. Irak, Syrien, Libanon, Afghanistan, die palästinensischen Gebiete, Israel, Türkei, Somalia, Mali, Belgien, Frankreich… Das sind nur ein paar Orte, wo die Menschen von Krieg, Terror und Faschismus betroffen sind. Vielleicht haben wir durch das Ereignis in Berlin mehr Mitgefühl erlangt, was alles Grausames auf der Welt passiert. Eine Sache dürfen wir aber NICHT zulassen: dass Faschisten, Rassisten oder Islamisten uns regieren oder über uns bestimmen.

Für die meisten von Euch ist das hierzulande vielleicht das erste Mal, wo ihr mit Terror oder dieser Form von Gewalt konfrontiert seid. Für mich und meine Familie ist das ein Retraumata. Weil wir nach Deutschland gekommen sind, um sicher zu sein und wir sind hier IMMERNOCH sicher. Uns geht es gut. Wer immer der Täter ist, was auch immer der Ansporn für diese Tat war. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Wut und die Angst unser Zusammenleben zerstören.

 

jouanna-hassounJouanna Hassoun ist in Berlin als Sozialmanagerin, psychologische Beraterin und Diversity Trainerin tätig. 1983 wurde sie als palästinensischer Flüchtling im Libanon geboren und flüchtete gemeinsam mit ihrer Mutter und Geschwistern während des Bürgerkriegs im Libanon nach Deutschland.