Brighton rocks – Mit dem Beetle Cabrio Dune in dem südenglischen Seebad auf Tour

Klare Kanten. Mit dem VW Beetle Düne an der Südküste Englands.

Klare Kanten. Mit dem VW Beetle Düne an der Südküste Englands.

Ein Sonnentag in England. Das heißt hier: Gut zwanzig Grad im Schatten, überwölbt von einem blauen Himmel mit einigen weißen Tupfen. Einer der seltenen Gelegenheiten auf der Insel, ein Cabrio auch mal mit geöffnetem Dach zu fahren. Gut, dass das bei dem goldgelben – in der VW-Farbskala „Sandstorm Yellow“ getauften VW Beetle „Dune“ binnen zehn Sekunden automatisch erledigt ist. Ebenso lange dauert das Schließen, aber darauf brauchen wir heute nicht zu vertrauen, der sonst für diese Gegend so typische britische Nieselregen pausiert langfristig. Das Spassmobil, wie man den Beetle „Dune“ in Wolfsburg auch gerne nennt, unterscheidet sich abgesehen von dieser auffälligen Sonderlackierung ( es gibt ihn aber auch noch in gemäßigteren Farben) und dem größeren Heckspoiler von der alltäglichen Version des Käfer-Enkels durch eine um Nuancen breitere Spur, eine höher gelegte Karosserie, beplankte Seiten und einen angedeuteten Unterfahrschutz. Eine Optik, die den Eindruck einer gewissen Robustheit wecken soll. Leider schätzen die Briten Offroad-Abenteurer in ihrem Land gar nicht, außerdem trauen wir dem aufgebretzelten Fronttriebler einen Ausflug ins Gelände oder ins die tückischen Untergründe sandiger Dünen lieber nicht zu. Zu peinlich, auf solchen Abwegen festzustecken oder die ebenfalls frech goldgelb lackierten Felgen zur schälen.
Es muss hier wirklich nicht abseits sein: Spaß kommt auch so schon genug auf.

Viel zu schade für das Gelände, die schicken gelben Felgen.

Viel zu schade für das Gelände, die schicken gelben Felgen.

 

Auf der zweiten Sitzreihe des Käfernachfolgers ist Kuscheln angesagt

Das Asphaltband windet sich von Seaford nach Brighton auf und ab wie eine Achterbahn die Küste entlang. Jäh enden die Dünen zur Linken an den steil zum Meer abfallenden Kreidefelsen. Der Geschmack von Salz legt sich auf die Lippen, während eine Brise sanft die Frisur zaust. Unter der Motorhaube des kultigen Käfernachfolgers mit dem Schriftzug “DUNE” auf den Flanken rumort sehr diskret ein 105 PS starker Vierzylinder-Benziner. Die Höhenmeter auf der Küstenachterbahnstraße bügelt er locker weg. Unaufgeregt federt recht geschmeidig über die Bodenwellen und lässt sich locker an den Bordsteinkanten vorbeizirkeln, die auf der dem Rechtslenker abgewandten Straßenseite lauern. Der dicke Stoffkragen des zusammengefalteten Dachs wirkt schützend wie ein halbes Windschott und das Siebengang -DSG erleichtert das Cruisen im ungewohnten britischen Linksverkehr ungemein. Hinten ist Kuscheln angesagt, viel Platz bleibt den Passagieren dort nicht. Auch das Gepäck spielt bei diesem Auto eher eine Nebenrolle, 225 Liter im Laderaum unter der Heckklappe sind nun wirklich nicht viel. Dafür sorgt der Dune aus anderen Gründen wenig später in Brighton für Aufsehen.

Im angesagten Musikklub Concorde 2 kann es auch schon mal bis zum Morgen rocken.

Im angesagten Musikklub Concorde 2 kann es auch schon mal bis zum Morgen rocken.

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Im in der Wagenfarbe lackierten Armaturenbrett spiegelt sich die Außenwelt.

Hektisch piepst es beim Versuch, in der Sackgasse zu wenden

Das quirlige Seebad, auch „London by the sea“ genannt, ist bekannt für seine exzentrischen Bewohner und Besucher. In dem schick in der Wagenfarbe gänzenden Armaturenbrett spiegeln sich jetzt die hauswandhohen Graffities in den North Lanes wieder, jenem Stadtteil von Brighton, der hier wie kein anderer für ausgeflippte Läden, skurrile Bars und kunterbunte Straßenkunst steht. Eine der verwinkelten und unübersichtlichen Sträßchen endet blind. Welch missliche Lage für den 4,30 langen Viersitzer, der keinen wirklich guten Rundumblick bietet. Rückfahrkamera und auch für Umstehende unüberhörbare Seitenpiepser tun zwar ihr Bestes. Doch schneller geht es mit den Einweisungen der Passanten. „What a cool car“, sind sie sich einig, als sie den schrillen Herzensbrecher zurück auf den richtigen Weg gebracht haben. Im Pub um die Ecke werden die Details diskutiert: Der Beetle Dune wird in Mexiko gebaut, es gibt drei Benziner (105, 150, 220 PS) sowie zwei Diesel mit 110 und 150 PS. Ja, Spotify, Napster und so weiter können per Bluetooth oder USB-Kabel (Android Auto, Mirror Link oder Apple Car) an Bord geholt werden und in Großbritannien gibt es das Beetle Cabrio auch in einem kitschigen Pink. In Deutschland ruft VW für den Dune als Coupé 23 625 Euro auf, die Frischluftversion kostet knapp 4000 Euro mehr.

Das muss man mögen - die Graffities in den North Lanes in Brighton.

Das muss man mögen – die Graffities in den North Lanes in Brighton.

VW Beetle Dune Cabrio, 1,2 Liter TSI, 105 PS, Sieben-Gang-DSG, Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h, Verbrauch kombiniert: 5,2 Liter/100 km Preis: ab 25 825 Euro

 

Restaurant-Tipp: 

Schnell die Frisur gerichtet und ab geht es in das angesagte Restaurant 64 Degrees in einer der kleinen Gassen im Brightoner Stadtteil The Lanes. In der offenen Küche kreieren bis zu sechs Köche leckere Köstlichkeiten in Tapas Art, man kann jederzeit Fragen zur Zubereitung stellen. Zum Beispiel, wie man den hauchdünnen Kohl an den Jakobsmuscheln mit Lemongras so sensationell mürbe hin bekommt. Die Antwort: dehydriert. Küchenchef Michael Bremner experimentiert gerne, was zu Geschmacksexplosionen führen kann. Der Name des Restaurants kommt übrigens von einem Ei, das genau 40 Minuten bei 64 Grad Fahrenheit kocht und unwiderstehlich schmecken soll!

http:/www.64degrees.co.uk

Hotel – Tipp:

Die Fassade des “Pelirocco-Hotels “in Brighton ist eher schlicht. Von außen lässt also erst einmal wenig auf das ausgefallene Innere des  “The real Rock’n Roll Hotels” mit seinen außergewöhnlich eingerichteten Zimmern schließen. Im Doppelzimmer “Soul Supreme” hängen Gitarren und Bilder der Motown Stars an den Wänden, ein einsatzfähiger Plattenspieler wartet nur darauf, dass eine der Soul LPs aufgelegt wird. Wer mag, bucht den “Dirty Weekend Room” mit einem 2,5 Meter großem runden Bett, einer verspiegelten Decke,  einem 42 Zoll großen Fernseher und einer riesigen Badewanne.

http:/www.hotelpelirocco.co.uk

Text : Solveig Grewe / Fotos: Terry Oborne, Solveig Grewe