Nicht ohne meinen Scout durch die Wallachei – 800 km im Skoda Octavia Combi

 

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von Solveig Grewe

In zweieinhalb Tagen von der transsilvanischen Metropole Sibiu quer durch die Südkarpaten bis zum Donaudelta am Schwarzen Meer. Für die 800 Kilometer lange Strecke brauchen die 23 Octavia „Scout“ des diesjährigen Skoda Euro Treks Besatzungen, bei denen Benzin, pardon, Diesel mit durch die Adern fließt. Ein Zusatz, der Graf Dracula bestimmt nicht geschmeckt hätte. Kein anderer Bau in Transsilvanien passt so gut auf die Romanbeschreibung des Dracula-Schlosses wie Schloss Bran. Es bietet gerade eine eindrucksvolle Kulisse für einen Fotostopp. Mit dem Reservereifen auf dem Dach wirkt der „Scout“ als „Offroad-Version“ des „normalen“ Octavia Kombis schon fast verwegen. Die 31 Millimeter mehr Bodenfreiheit und der Unterbodenschutz, der das Fahrzeug auch für schlechtere Wegstrecken wappnen soll, sieht man nämlich nicht auf den ersten Blick. Dafür die Patina der ersten Wegstrecke über die gut ausgebaute Landstraße entlang dem Fãgãraș-Gebirge bis nach Bran, die wir jetzt nach einer Fahrt durch eine Pfütze noch mit ein paar dicken Schlammspritzen garnieren.

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Pferdefuhrwerke, dösende Hunde und gefährliche Schlaglöcher fordern zum Slalomfahren 

Rumänische Straße sind voller Abenteuer. Bitte Vorsicht beim Überholen. Gerne setzen die Einheimischen auch schon mal aus der dritten oder vierten Reihe zum Überholen an. Also, wenn sich die Gelegenheit bietet, im dichten Verkehr  die Kolonne von Lastwagen nach und nach zu erobern, gleich raus, aber bitte mit  Schmackes. Kein Problem für den 2,0 Liter Diesel mit 184 PS und einem maximalen Drehmoment von 380 Nm, der dem Tschechenkombi  ordentlich Beine macht. Jeden auch noch so kleinen Ort kündigt eine glänzende gold- oder kupferfarbene Kuppel einer orthodoxen Kirche an. Meist sorgen eine Herde Schafe, Ziegen, Esel oder ein Pferdefuhrwerk auf natürlichem Weg dafür, dass man die Geschwindigkeit vorher schon drosselt. Schlaglöcher sind entweder nicht zu übersehen oder so versteckt, dass sich Fahrten in der Dämmerung oder gar im Dunkeln schon fast von selbst verbieten. Dutzende von Straßenhunden, die meisten von ihnen dösen glücklicherweise nur, liegen reglos in der warme Sonne am Straßenrand.

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Dreihundert Meter schwankende Holzplanken tragen den Scout sicher an das andere Ufer 

Für die 3.000 Euro Aufpreis gegenüber dem normalen Modell bekommt man im Scout Allrad bei den Fahrprogrammen neben der üblichen Auswahl einen „Offroad“-Modus. Zugegebenermaßen mutiert der zivile Lastenesel dadurch nicht zum Arbeitselefanten. So lassen wir uns auf das Experiment, einen der zahlreichen Flussläufe zu durchfahren, erst gar nicht ein. Die steinige Strecke hin zu der Hängebrücke hätte den Begriff Marterstrecke durchaus verdient. Doch das Fahrwerk nimmt es gelassen und hält Ungemach weitgehend von uns fern. Weiter geht es mit eingeklappten Seitenspiegeln über die schwankenden knapp dreihundert Meter Holzplanken der Hängebrücke. Nicht einmal eine Handbreit trennt die Seitenscheiben von dem rostigen Geländer.Weiter geht es durch weite Ebenen und sanfte Hügel vorbei an der im 14. Jahrhundert von Kaufleuten aus Genua gebauten und später von den Osmanen als Militärbastion genutzten Festung Enisala in Richtung Osten bis ins weitläufige Donaudelta, der weltweit größten von Schilfrohr bedeckten Fläche und Endpunkt für das Abenteuer mit dem tschechischen Allradler in Rumänien.

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Skoda Octavia  Combi Scout, 2,0 Liter TDI, Allrad, 184 PS, Höchstgeschwindigkeit: 219 km/h,  Verbrauch: 5,0 Liter, Preis: ab  32,950 Euro

Fotos: Solveig Grewe