Warum Ganpati (Ganesha) ein Muslim und Indien ein Land der Religionen ist

Von Nicole Karimi

Foto: Mo Riza (cc 2.0) https://www.flickr.com/photos/modomatic/2394983434

Kann auch ein Moslem sein: Gott Ganesha Foto: Mo Riza (cc 2.0)

India Today hat erst kürzlich von einer spektakulären Geburt in Mumbai berichtet. Doch stellt sich in Anbetracht der hohen Geburtenrate Indiens die Frage: Warum? Natürlich wurde nicht über irgendeine beliebige Geburt an etwa einem völlig unbedeutenden Ort berichtet. Nein! Ganz im Gegenteil. In der Berichterstattung ging es um die Geburt eines ganz bestimmten, eines muslimischen Babys. Genauer: Um die eines muslimischen Babys, das spontan in einem Hindu-Tempel in Mumbai geboren wurde.

Ein Zufall? Oder vielmehr eine schicksalhafte Fügung? Manchmal muss man eben nicht erst diverse geografische Grenzen überschreiten, um auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen zu sein – sind in diesem Fall doch die religiösen, kulturellen oder auch sozialen Grenzen häufig sogar noch unüberwindbarer.

Humanität hat keine Religion

Kennt Humanität Grenzen? Ist es denn nicht genug, einfach nur Mensch zu sein – ein Mensch in Not? In Mumbai war es das. Hinduistische Frauen sahen, wie sich in der unmittelbaren Nähe eines Ganesha-Tempels eine schwangere Frau vor Schmerzen kaum noch halten konnte. Sie sahen, wie ihr Mann vergeblich Ausschau nach einem Taxi hielt und wie diese Frau bereits im Begriff war, ihr Kind auf der Straße zur Welt zu bringen. Sie sahen eine Frau, die Hilfe benötigte. Sie sahen eine Frau und nicht etwa eine Muslimin!

Und so trug es sich zu, dass schließlich ein kleiner, unschuldiger und zudem noch muslimischer Junge in einem Ganesha-Tempel zur Welt kam. Seine Eltern nannten ihn aus Dankbarkeit „Ganpati“. Ganpati ist der Beiname des in ganz Indien äußerst beliebten Elefantengottes Ganesha. Ganesha, steht neben Weisheit u.a. auch für einen guten Beginn. Ein passender Name also.

Möge dieses kleine Ereignis, das sich erst vor kurzem irgendwo in Mumbai abgespielt hat, den Weg für eine etwas menschlicheren Welt geebnet haben.