Schwedischer Bergsteiger – mit dem Volvo XC 90 auf dem Mont Ventouz

Volvo XC90

von Solveig Grewe

Spiel den Boss. Wie gewünscht, beschallt Bruce Springsteen jetzt den Innenraum des Volvo XC 90 mit seinem legendären Road Song „Born to Run“. Die Sprachsteuerung versteht nicht nur die komplizierten Namen der südfranzösischen Örtchen, zu denen das Navigationssystem uns bringen soll, sondern sogar den Spitznamen des Lieblingssängers. Wer eine konventionelle Eingabe für das Infotainment bevorzugt, greift auf den 9,2 Zoll großen Bildschirm im Hochformat und seine intuitive Menüführung zurück. Jetzt geht es die gut ausgebaute Straße hinauf zum Mont

Volvo XC90Ventoux. Einundzwanzig Kilometer schlängelt sie sich mal in weiten Schwüngen, mal in engen Kehren erst durch Kiefernwälder, dann durch struppiges Nadelgehölz, bis die Vegetation dann eher an die nordische Heimat unseres Testwagens erinnert als an die Provence. Immer wieder fällt der Blick auf den kahlen Kegel, bis zu dem mehr als 1600 Höhenmeter zu überwinden sind.

16oo Höhenmeter und Steigungen bis zu 11 Prozent können den schwedischen SUV nicht erschüttern

Kein Problem für den Siebensitzer mit Allradantrieb. Die 225 PS des Vierzylinder Diesel treiben den über zwei Tonnen schweren XC 90 ohne spürbare Mühe voran. Trotz seiner beachtlichen Ausmaße von knapp fünf Metern

Länge und fast 2,20 Breite legt er sich in die Kurven wie ein normaler PKW. Schnell und unmerklich wechseln sich die acht Gänge der Automatik ab. Die Straße ist übersät mit Sprüchen und Markierungen der Tour de France. Zuletzt 2013 war der Mont Pelé, der geschälte Berg, wie der Mont Ventoux auch genannt wird, mit seinen Steigungen von bis zu 11 Prozent Teil der Tour. Nicht nur deshalb zählt die Bezwingung des „windigen Bergs“ zu den anspruchsvollsten Bergstrecken.

Auf die vielen Assistenten an Bord ist allzeit und überall Verlass

Auf der langgezogenen Geraden am Scheitel des Bergrückens blinkt es im Seitenspiegel auf einmal hektisch auf und ein Warnsignal ertönt. Auf den Tote- Winkel-Assistenten in dem schwedischen SUV ist Verlass. Ein Motorrad nähert sich, setzt an zum Überholen. Gut, dass gerade mal keine Radfahrer auf der Strecke sind. Das wäre eng Volvo XC90geworden. Die nächste Kurve scheint im unfassbar blauen Himmel zu enden. Doch kurz davor lenkt uns der Spurhalteassistent ohne Pardon zurück in die rechte Fahrbahn. Wenn sich einer auf Sicherheit versteht, dann ist das der schwedische Autohersteller, der sein größtes SUV mit allem bestückt hat, was an Assistenten greifbar ist. So soll zum Beispiel die Run off Road Protection für den Fall, dass man von der Straße abkommt, durch elektrische Gurtstraffung und speziell konstruierte Vordersitze schweren Verletzungen vorbeugen helfen. Gegen Ende der Strecke, unter dem Gipfel, eine letzte steile Kehre. Eiskalter Wind pfeift um das Auto. Langsam senkt sich die Sonne ab und der Schwede begrüßt die aufkommende Nacht mit seinen Scheinwerfern.

 


Volvo XC 90 D5, Vierzylinder Diesel, 225 PS, Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,8 Liter/100 km
CO2-Emission: 152 g/km, Preis: ab 53 400 Euro

Photos: Craig Pusey Photography