Get anywhere, do anything: Der neue Jeep Renegade im Gelände

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Klein, aber oho: der neue Jeep Renegade im Gelände.

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Das Urgestein von Jeep, der Wrangler.

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Das macht doch auch der kleinste von Jeep: der Renegade im Gelände.

 

von Solveig Grewe

Tapfer kämpft sich der kleine Renegade durch das Unterholz. Immer wieder setzt Staub die Frontscheibe des neuesten und kleinsten der Jeep Famile zu. Kein Wunder, vor ihm zeigt der stämmige Bruder Wrangler gerade, was es heißt, mal richtig im Gelände unterwegs zu sein. Immerhin stammt er in direkter Linie von dem legendären Willis MB ab. „Get anywhere, do anything“, lautet die Devise von Jeep, die seit fast 75 Jahren ausschliesslich Geländewagen und SUV bauen. Nun sind wir nicht am Rubicon in Montana, jenem mörderischen TestTrail, den jeder Jeep, der etwas auf sich hält, gemeistert haben muss. Doch auch das Testgelände hier im Maintal ist mit seinen Geröllstrecken und unübersichtlichen Schlammlöchern durchaus anspruchsvoll.

In der Offroad-Variante Trailhawk mit Allradantrieb und diversen Fahrprogrammen hat der Renegade, der als erster Jeep nach der Liason von Chrysler mit Fiat nicht in Amerika, sondern in Italien gebaut wird, nicht viel Mühe mit der Strecke. Wie es sich für einen Jeep gehört. Auch für einen, der sich zwar jetzt mit einem Fiat 500 X eine Plattform teilt, dessen kantiges Äußeres aber mehr von seinen amerikanischen Genen zeugt. Im Innenraum sorgen trotz viel Jeep typischem Plastik farblich abgesetzte Umrandungen, das große Farbdisplay in der Mitte und die geschäumte Oberfläche der Armaturentafel für eine eher italienisch anmutende erfreulich freundliche Atmosphäre. Vorne wie hinten gibt es für ein Auto dieser Klasse ordentlich Platz.Auf der Strecke fordern spitze P1150491Steinkanten jetzt einen äußerst gefühlvollen Umgang mit Lenkung, Gas und Bremse. Doch vor dem Schlimmsten P1150492bewahren spezielle Unterfahrschutz-Planken, die Jeep dem jüngsten Sprössling mit auf den Weg gegeben hat. Zwar unterstützt den Renegade Trailhawk mit dem 170 PS starken Vierzylinder Diesel keine Geländeuntersetzung, dafür eine im Vergleich zu den anderen Modellen kürzere Achsübersetzung, was gemeinsam mit dem kurzen ersten Gang der Neunstufen-Automatik zu überraschenden Offroadtalenten führt. Doch dann eröffnet sich vor uns ein Bild, das den Atem stocken lässt. Der Wrangler vor uns streckt ein Hinterrad in die Höhe und droht, den Hang hinunterzupurzeln. Doch dann senkt sich das Urgestein von Jeep langsam ab und setzt seinen Weg unbeirrt fort. Die Sorge, dass der kleine Renegade hier nun doch noch scheitern könnte, lässt uns an Umkehr denken. Doch leider schiebt sich gerade der für alle Jeep typische siebenstrebige Kühlergrill eines uns folgenden Cherokee in den Rückspiegel. Wir lassen es langsam angehen. Die Traktionskontrolle kümmert sich um den Vortrieb und in Zentimeterarbeit kippen wir ab. Am Ende zeigt sich, dass die Technik eines Jeep Renegade Trailhawk mehr kann als jeder noch so geübte Offroad-Artist.

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Jeep Renegade 2,0 4×4 Trailhawk, Vierzylinder Turbo-Diesel,170 PS, Höchstgeschwindigkeit: 196 km/h,Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,9 sec.Abgas Co: 155 g/km,Verbrauch: 5,9 Liter /100 km, Preis: 31 900 Euro