Fündig geworden – neben Öl und Steaks gibt es auch leckere Schokolade in Texas

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Von Solveig Grewe

 

Zweihundert Kilometer Sandstrand am Stück. In Texas darf es eben von allem etwas  mehr sein. Nicht nur die Steaks sind hier größer, auch die Farmen, die Cowboyhüte  und natürlich die Autos sprengen europäische Dimensionen. Platz ist genug in den Dünen von Padre Island unten am Golf von Mexiko, doch natürlich stehen die paar Pickups so nahe es nur geht am Meer. Typisch texanisch, so den Strand  zu erobern. Die  P1130065Pelikane nehmen es gelassen, ziehen ihre Kreise  etwas höher, dem zartblauen Himmel entgegen. Noch kommen  nur  wenige Touristen in das abgelegene Naturschutzgebiet im Süden von Texas, doch leere Bierflaschen und angegokeltes Holz im Sand blieben als stumme Zeugen einer ersten  Strandparty zurück.  Daneben ein Kunstwerk aus dem Sammelsurium, das man an einem Strand so finden kann. Vier Köpfe aus Stroh blicken unter den gelben Schutzhelmen, wie sie die Arbeiter dort tragen, beinahe vorwurfsvoll auf die Ölplattformen in der Bucht von Corpus Christi. Eine der wichtigsten Hafenstädte der USA,  deren verheißungsvoller  Name von ihrer Entdeckung durch die Spanier an einem Fronleichnamstag herrührt. Heute prägen den Hauptumschlagplatz für Erdöl und Erdgas Raffinerien und  ein stehender, leicht stechender Geruch nach Öl.P1120799-002

 

In Texas wird das meiste Öl in den USA gefördert. Wo die Bohrer nicht schnell  genug zu dem schwarzen Gold gelangen, wird gesprengt. Unzählige Frackingstationen säumen die P1110532Straße von Corpus Christi hinauf in den Norden. Immer wieder tauchen zwischen dem struppigen Gebüschen Öltanks auf, umrahmt von Lastwagen, Baumaschinen und Wohncontainern. Sie erzählen von dem Ölrausch, der den Lonely Star State, wie Texas mit dem einen einzigen Stern in der Flagge auch genannt wird, erfasst hat. Nicht nur Ölfirmen, auch Restaurantbesitzer und Hoteliers setzten P1110761auf das schnelle Geld.  In einem Kaff flattert ein Plakat am Straßenrand im Wind. „Schulbusfahrer gesucht“.  Vielleicht sattelt ja ein Arbeiter auf einer der Frackingstationen um. Der fallende  Ölpreis hat schon vielen  Arbeitern dort wieder ihren Job gekostet.

So ist das nun mal in Amerika.  Heute ein Job da, morgen dort. Davon kann James Crowder ein Lied singen. Sein Berufsweg war alles andere als straight, erzählt der Mittsechziger schmunzelnd und öffnet die Tür zu seinem kleinen Schokoladengeschäft auf dem College Hills Boulevard in San Angelo.  „Wenn du etwas machst, dann musst du es schon richtig machen“, betont er und wird sehr ernst,  während der Duft nach warmem Kakao und  geschmolzener Butter über die Ladentheke kriecht. Verkaufen kann James, der 1970 in die verstaubte Kleinstadt fast im Herzen von P1120709Texas zog.  Ob es nun Herrenbekleidung, Immobilien oder jetzt seine selbst erfundenen Schokoladenkreationen sind. Mit  der ihm eigenen Gründlichkeit hat er nach einer Ausbildung zum Chocolatier auch noch  das Designen von Schokolade studiert. Fast täglich entstehen in der kleinen Küche   gleich P1120723hinter dem Laden neue Interpretationen des süßen Goldes, sei es mit Erdbeermousse oder  – sehr texanisch­  – mit Speck. Auf Blechen warten langsam erkaltende Platten aus heller Schokolade mit Karamell und Pecanüssen darauf, zerschnitten zu werden, daneben die dunkle Variante in Formen, die die Silhouette eines Cowboys nachzeichnen.  Sie gaben dem Laden seinen Namen: Cowboy-Up Chocolates. Für James stehen die Jungs für harte Arbeit, Überleben und ständiges Improvisieren. Ein Bild seiner selbst und von dem Land, in dem er lebt.

Allgemeine Informationen zu Texas: www.traveltexas.comP1120574-001

In San Angelo warten leckere Steaks zu günstigen Preisen hier: Dun Bar East, 1728 Pulliam St.,  S. Angelo, TX 76905

Zum Nachtisch die leckere Schokolade von James in seinem Schokoladengeschäft in 2411 College Hills Boulevard, in P1120731San Angelo, TX 76904, wwwCowboyUpChocolates.com