New Orleans: Multikulti am Ufer des Mississippi

Von Solveig Grewe

 

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Frösche gegen Zikaden. Von der Veranda des Gästehauses aus ist es schwer auszumachen, wer bei diesem typischen Dämmerungskonzert im subtropischen Lousiana akustisch die Oberhand besitzt. Die Luft ist schwül, aber Ende Oktober nicht mehr bleiern und dampfend wie im Sommer. Das Haupthaus der „Oak Tree Plantage“ ist bis auf die Umrisse bereits abgetaucht, die Fenster schimmern so, dass die Umrisse des alten Herrenhauses noch zu erahnen sind. Klassischer Südstaatenstil: Säulen, die den Balkon tragen und der die Veranda beschattet – alles natürlich weiß. Die Zufahrt säumen 28 knorrige Eichen, Namensgeber des Anwesens, das mit seiner Allee und dem klassischen Ante Bellum Baustil aus der großen Zeit des Südens heute zu den beliebtesten Fotomotiven in den USA gehört.

Ein schweigendes Zeugnis von Herrschaft und Reichtum, der zwischen New Orleans und Natchez am Unterlauf des Mississippi mit Baumwolle und Zucker P1070972angehäuft wurde. Aufgehäuft von Sklaven: Zeitweilig schufteten auf der „Oak Tree Plantage“mehr als 400. Schnitten Zuckerrohr, rodeten Felder, auf denen sie später Baumwolle pflanzen und pflückten mussten. Der Dienst im Haus der Herrschaft war schon ein Privileg. Heute streifen Touristen vorbei an den erhaltenen und zur Betrachtung gepflegten Zeugnissen dieser dunklen Seite der amerikanischen Geschichte. Es muss wohl so sein, dass man hier im Süden die Zeit immer noch etwas verklärt. Während der Führung durch die einfachen Behausungen der Sklaven fällt mehrfach der Hinweis, dass auf dieser Plantage gut für sie gesorgt wurde. Die herrschaftlichen Räume mit viktorianischem Gestühl und dem glänzenden Parkett lassen danach ahnen, wie viel Schweiß und Schwielen Generationen von schwarzen „Bediensteten“ hier beim Wienern ließen.

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Mit eisernem Willen gegen die Folgen von “Katrina”

Louisiana war im Bürgerkrieg Mitglied der Konföderation der Südstaaten. Flagge zeigen für den Süden ist heute noch oder wieder angesagt. Mit der Niederlage brach die alte Ordnung auseinander: Sklaven strömten zu Tausenden auf der Suche nach Arbeit in die Städte. Mit den Franzosen, P1060878Spaniern, Indianern, den Schwarzen aus der Karibik und den deutschen und britischen Glücksrittern, die der Mississippi oder der Meer hier anlandete, entstand eine vitale, bunter Mischung. Echtes Multi-Kulti, das Sprache, Küche und Lebensgewohnheiten durchquirlte und änderte.

Die Cajun-Küche mit dem Eintopf Gumbo oder dem Reisgericht Jambalaya war ursprünglich die der französischen Einwanderer, noch französischer und P1070177feiner ausgeprägt lockt die kreolische Küche mit Crayfish Cardinal (Krebs mit Cognacsauce), mit Oysters Rockefeller (überbackene Austern) oder Beignets (einer Art Krapfen). Im „Red Fish Grill“ am unteren Ende der Bourbon Street in New Orleans ist Paul mit Vorbereitungen für den abendlichen Ansturm der Besucher beschäftigt. Big Easy, wie sich die Stadt gern nennt, hat die Folgen des Hurricans “Katrina” zwar noch nicht in Gänze überwunden, aber der Willen und Elan, alles dafür zu tun, ist überall zu spüren. Und die Touristen halten der Stadt die Treue.

Karneval, das ganze Jahr

P1070864Durch die Hände des „Oyster Chuckers“ Paul gehen täglich hunderte von Austern. Hilflos dem geschickten Griff ausgeliefert, der mit routinierter Mühelosigkeit die Schalen aufhebelt. Kurz das Messer an der richtigen Stelle angesetzt, ein leichtes Knirschen und schon zeigt sich die pazifische Auster in ihrer ganzen Pracht. Natürlich kann man sie ganz einfach mit ein paar Zitronenspritzern schlürfen. Doch der wahre Hochgenuss liegt in der gekonnten Zubereitung. Unvergesslich die gold-gelb farbene gegrillte Variante der Auster mit einer köstlichen mit Blue Cheese Cream on Topp.

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Die Nächte sind nirgendwo in den USA – abgesehen von Las Vegas vielleicht – länger als in New Orleans. Die Bourbon Street als der Kern des ganzjährigen Karnevals mag nicht schlafen. Tanzen, trinken, träumen haben immer Saison. Draußen dämmert es langsam und die restliche Stadt erwacht bald. New Orleans fängt wieder an zu leben. Jeden Tag aufs neue.

Tipps und Info

New Orleans gehört zu den wenigen Städten in de USA, die man zu Fuß erkunden kann. Als Ausgangspunkt bietet das schicke Boutiquehotel “Mazarin” nur wenige Gehminuten vom French Quarter elegantes Ambiente und ein reichhaltiges Frühstück in einem Innenhof mit Springbrunnen. www.hotelmazarin.com

Leckeren dunkel gerösteten Kaffee mit einem köstlichen und ganz frischen Beignet gibt es im cafe du monde. www.cafedumonde.com

Seit über 170 Jahren im Familienbesitz, bietet “Antoines Restaurant” leckere Spezialitäten der französische-kreolischen Küche, deren Rezepte bis heute leider top-secret bleiben. www.antiones.com

 

Allgemeine Informationen zu New Orleans:

www.neworleansvb.com

www.neweorleans.de

www.loisianatravel.de