Spanisches Temperament im Schnee: der Seat Leon X-Perience ST

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Von Solveig Grewe

Es liegt gar nicht an der Kälte, wenn gerade die Zähne klappern. Mit minus sechs Grad ist die Temperatur für Januar in den Tiroler Bergen eher moderat. Nein, es liegt an der unwegsamen und holperigen Bergstrecke, über die der ehemalige Formel 1 Fahrer Jordi Gene heizt, als müsse er in einem Seat Leon Kombi eine neue Bestzeit hinlegen. Das jüngste Modell der spanischen Volkswagentochter mit dem verheißungsvollen Namen X-Perience (was für Experience und damit für Erlebnis steht) hastet mit Allrad und drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit durch den Schnee, als wäre es dafür geboren.

Dabei haben die Spanier doch einfach nur die Plattform des Golf Variant 4 und des Octavia Scout mit dem Leon ST gekreuzt, ihn rundum mit schwarzem Kunststoff beplankt und eine schwarze Dachreling plus Frontschürze verpasst. Damit wird der Leon zwar nicht gleich zum P1100872geländegängigen SUV – das behält sich Seat ja eh für das kommende Jahr noch vor – wohl aber zum schrittsicheren Tänzer auf winterlichen Straßen.

Auf den Allrad-Antrieb ist Verlass

P1100852Verdächtig glitzert es vor der nächsten Kurve. Pures Eis. Darunter Schotter. Kurz und kräftig lenkt Jordi ein. Das Hinterteil des Edelkombis zuckt nicht einmal. Während er auf der Geraden jetzt wieder kräftig beschleunigt, mein Jordi mit einem breiten Grinsen, dass auf das Allrad-Haldex-System schon Verlass sei. Wenn die Traktion wie gerade nachlässt, wird die Kraft von den Vorderrädern mal eben fix und stufenlos auch an die Hinterräder gebracht. Das sorgt für idealen Vortrieb und spanisches Temperament auch im Schnee.

 

P1100861Im Innenraum glänzt der elegante Allrad-Kombi mit hochwertiger Ausstattung und edel wirkenden Schmuckleisten auf. Auf Wunsch sorgen eine braunes Alcantara-Kombination oder schwarzes Leder mit feinen Nähten sogar schon P1100860fast für eine Lounge-Atmosphäre. Sämtliche Oberflächen fühlen sich weich und angenehm an. Die sportlichen Sitze haben einen gutem Seitenhalt, gegen Aufpreis zaubert ein verschiebbares Panoramadach noch mehr Licht ins Innere: und zwar schon bevor man einsteigt, denn es lässt sich bequem über den Schlüssel öffnen.

Im Offroad-Menü abseits der Straßen

Über das neue Navi System Plus mit einem besonders großen 6,5 Zoll Touchsrceen und dem zusätzlichen Offroad-Menü soll man sich auch auf nicht digitalisierten Wegen zurechtfinden, wenn man die integrierte Kompassanzeige befragt. Zusätzlich dürften die angezeigte Höhe über dem Meeresspiegel und der Lenkwinkel der Vorderräder hilfreich sein.

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Topmotorisierung ist der 2,0 Liter TDI mit 184 PS, der den ErlebnisKombi auf bis zu 224 Stundenkilometer beschleunigt. Doch auch schon mit 150 PS und 340 Newtonmetern Drehmoment sorgt dieser Motor für ausreichend Agilität und gutes Ansprechverhalten bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h. Er ist dann allerdings nicht mit einem DSG, sondern mit einem Sechsganggetriebe kombiniert. Einziger Benziner ist der 1,8-Liter-TSI mit 180 PS, einer Höchstgeschwindigkeit von 221 km/h und wahlweise Sechsgangschaltung oder DSG. Für den Leon Xperience in der Basisversion mit dem leistungsschwächeren 1,6 Liter TDI und 110 PS ruft Seat 28.750 Euro auf.