Gazelle Musik-Tipps | Ausgabe #14: Alsarah & The Nubatones – Silt Remixed

Von Alia Mohammed

Alsarah & The Nubatones – Silt Remixed

Wonderwheel Recordings

SILT_remix_cover_final_500New York City ist nicht nur Schmelztiegel der Kulturen. Stets vibrierende Weltmetropole und ganz zufällig auch ein Ort, in den ich mich bei meinem ersten Besuch als Teenagerin augenblicklich verliebte, es ist auch Schaffensstätte der sudanesisch-stämmigen Sängerin Alsarah, die ich heute vorstellen möchte.

Alsarah wurde in Sudans Hauptstadt Khartoum geboren und verbrachte ihre ersten acht Lebensjahre dort. Später zog die Familie nach Yemen. 1994 kam sie in die USA, wo sie Schule und Universität besuchte. Sie entschied sich für ein Studium der Ethnomusicology und verband ihre Liebe zu der traditionellen nubischen Musik der 1960er und 1970er mit ihrer Lebenswirklichkeit als junge, moderne Frau und Künstlerin.

Sie lebt im New Yorker Stadtteil Brooklyn und dort traf sie auch ihre drei Bandkollegen, mit denen sie fortan als Alsarah & the Nubatones von Auftritt zu Auftritt, von Festival zu Festival tourte. „East-African retro pop“ nennt sie ihren Musikstil und auf dem im Frühjahr 2014 erschienenen Debütalbum der Band, Silt, vereinen sich arabische Einflüsse mit nubischem Gesang und Texten, die häufig von der Sehnsucht nach der (verlorenen) Heimat handeln.

Das Plattenlabel der Band hat neben Alsarah & the Nubatones viele weitere grossartige Künstler und DJs unterschiedlichster kultureller Couleur und so entstand eines Tages spontan die Idee, das Album von jeweils einem DJ oder Produzenten remixen zu lassen. Silt Remixed ist gerade erschienen und so finden sich Remixe von argentinischen, ägyptischen, capverdischen oder angolanischen Produzenten auf dem Album, die die Songs von Alsarah auf überraschend neue Weise interpretieren, wobei die Essenz ihrer Musik nie verlorengeht.

Ich lasse Euch mit dem wunderbaren Video zu „Habibi Taal (Come here my love)“, einem traditionellen Lied aus Zentralsudan. Alsarah schreibt hierzu: „It is a part of the women’s musical tradition, Aghani Albanat, performed at weddings and other social gatherings. Traditionally these songs are written and performed by women and are one of the few spaces that allow women to publicly express their feelings towards a romantic interest.