Gazelle Musik-Tipps | #05 Y‘Akoto – Moody Blues

Von Alia Mohammed

Von “Baby Blues” zu “Moody Blues”: Die Hamburgerin Y’Akoto hat in diesen Tagen ihr zweites Album veröffentlicht und beweist, dass Selbstzweifel ein wunderbarer Katalysator sein können.

 Y‘Akoto – Moody Blues

Warner Music

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Y’Akoto Moody Blues

Die letzten zwei Jahre seit dem Erscheinen ihres Debütalbums müssen Y’Akoto, bürgerlich Jennifer Yaa Akoto Kiek, manchmal wie ein Traum vorgekommen sein. Von Kritikern gleich zu Beginn mit afroamerikanischen Jazz-Legenden wie Nina Simone und Billie Holiday verglichen zu werden, auf großen Bühnen mit Erykah Badu zu stehen und auch von der internationalen Presse anerkannt zu werden, dies ist schon so manchem Newcomer zu Kopf gestiegen. Nicht so Y’Akoto. Mit ihrem zweiten Werk, Moody Blues, das in diesen Tagen erschienen ist, zeigt die Hamburgerin mit den ghanaisch-deutschen Wurzeln, dass sie noch viel vorhat – und dass sie gereift ist.

An einem Vormittag im Juli lädt die Plattenfirma zum Telefoninterview und es begrüßt einen eine äußerst zarte, fast zerbrechlich klingende Stimme am anderen Ende des Telefons. Y’akoto hat eine vermeintliche Schwäche zur Stärke gemacht. War sie am Anfang ihrer Karriere noch von Selbstzweifeln und Versagensängsten geplagt, nimmt sie die Unsicherheit, die sie auch heute noch ab und an überkommt, mittlerweile an. „Niemand ist in der Lage, souverän mit fehlender Selbstsicherheit umzugehen – auch ich nicht“, erzählt sie. „Aber ich habe diese Unsicherheit als Teil meiner selbst akzeptiert. Das bin eben ich. Seither ruhe ich in dieser Unsicherheit und verarbeite meinen Umgang damit in der Musik.“

In der Tat ist es die Melancholie, die ihrer unverwechselbaren Stimme und den Stücken, die sie singt, Leben einhaucht. Blues, Soul, Jazz, Afrobeat, all das vermischt sich auf Moody Blues zu einer Mischung, die – wie Y’Akoto im Gespräch sagt – ihre Identität als „Afroeuropäerin“ widerspiegelt. Das Video zu der ersten Single „Perfect Timing“ wurde auf den Straßen von Ghanas Hauptstadt Accra gedreht und zeigt eine junge, selbstbewusste Generation. Y’Akoto zeigt darin auch ihre Leidenschaft für Mode die sie, wie sie uns verrät, mit dem Gedanken spielen lässt, bald ein eigenes Modelabel zu gründen. Oh ja!

Die absoluten Lieblingssongs der GAZELLE-Redaktion sind „Tobo Darling“, eine afrikanisch-anmutende Version des Klassikers „My Bonny is Over the Ocean“, „Don’t Call“, ein Appell an alle verletzten, liebeskranken Schwestern und, zu guter letzt, „Forget“. So, und nun ist es an Euch, liebe Gazellen, Euch ein eigenes Bild zu machen.

Das Album von Y’Akoto ist am 22. August 2014 erschienen und überall erhältlich.