Hübsch gemacht, der VW-Polo!

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Von Solveig Grewe

Mit vierzig fängt das Leben doch erst richtig an. Oder? Als der VW Polo im Jahre 1975 in eine Welt hineingeboren wurde, in der ein Liter Benzin 83 Pfennige kostete, war er gerade mal 3.50 Meter lang und die Türverkleidungen waren aus Pappe. Trotzdem war alles ordentlich verarbeitet und hinter der Heckklappe des knapp 700 Kilogramm leichten Dreitürers boten sich für die damalige Zeit recht ordentliche maximale 900 Liter für das Gepäck an.

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Unter der Haube werkelte ein 900 ccm Vierzylinder mit 40 PS. Drückte man das Gaspedal, was nichts weiter als eine einfache Drahtschlinge war, ganz durch, beschleunigte der Ur-Polo auch schon mal bis auf etwas mehr als 130 km/h.

 

Mit knapp vier Metern ist der Polo längst erwachsen  

Der Polo von heute hat bis zu fünfmal soviel Power, fährt selbst in der schwächsten Motorisierung mindestens 160 km/h, ist mit knapp vier Metern so lang wie der Golf in seiner zweiten Generation und damit längst erwachsen. Kurz vor seinem Jubiläum im nächsten Jahr haben die Wolfsburger den Kleinwagen nochmal so richtig hübsch gemacht. Eine Chromspange im Kühlergrill, moderne LED-Doppelscheinwerfer für die Topversion, ein anderer Stoßfänger am Heck und neue Rückleuchten. Im Inneren wirkt er deutlich größer, als er sich von außen gibt. Das dreispeichige Lenkrad kommt vom Bruder Golf, das Cockpit mit dem ins Auge fallenden Kombiinstrument in 3 D-Optik wirkt übersichtlich und ordentlich wie ehedem; auf Wunsch begleitet ein Touchscreen mit P1250803Annäherungssensorik die Fahrt. Die verarbeiteten Materialien wirken hochwertig, was sicher größtenteils den geschäumten Oberflächen zu verdanken ist, die sich weich und angenehm anfühlen. Das Platzangebot für die Fahrgäste ist vorne ordentlich, das Gepäckangebot bei einem Volumen von bis zu 952 Liter weiterhin kleinwagentypisch.

 

Er achtet auf Müdigkeit und regelt den Abstand 

Dagegen sind mit an Bord gegen Aufpreis eine Vielzahl von neuen und nicht unbedingt klassenüblichen Highlights wie die Assistenten für eine automatische Distanzregelung ACC, eine Multikollisionsbremse und eine Müdigkeitserkennung sowie eine elektro-mechanische Lenkung. Das Navigations- und Multimediasystem folgt jetzt der neuesten Soft- und Hardware aus dem VW Golf – zumindest im Bereich Infotainment gilt für den Polo das Prinzip des modularen Baukastensystems. Vier Multimedia-Ausbaustufen stehen zur Verfügung, ab dem 2. Level gibt es USB- und SD-Karten-Anschluss sowie Bluetooth-Konnektivität, ab der 3. Stufe einen neuen „Mirror-Link“, der die Inhalte aller modernen Smartphones (außer denen von Apple ) auf das 6,5 Zoll Display spiegeln kann.

 

 Dreizylinder Diesel glänzt als Sparmeister 

An Motoren stehen zunächst vier Benziner mit 1,0 oder 1,2 Litern Hubraum und 60 PS bis 110 PS sowie drei Diesel mit einem neuen 1,4-Liter-Dreizylinder, der 75 PS bis 105 PS leistet, zur Verfügung. Während der neue 1.2 TSI Benziner Turbo-Direkteinspritzer mit 90 PS den Polo lebhaft und gleichzeitig leise über die Landstraßen des Allgäus wuseln lässt, wirkt der gleich starke 1.4 Liter Dreizylinder Diesel deutlich P1250801kerniger. Er soll dafür mit den angegebenen 3,4 Litern ein wahrer Sparfuchs sein, kostet aber mit mindestens 17.800 Euro fast 2000 Euro mehr als der Benziner.

Den ersten Polo gab es für ab 7500 D-Mark, für den Jubilaren muss man heute mindestens 12.450 Euro anlegen.

 

INFOS: VW Polo 1,2 Liter TSI, Vierzylinder, Hubraum: 1197 ccm, kW (PS) bei U/min: 66 (90 ) bei 4800 U/min, max. Drehmoment: 160 Nm bei 1400 – 4000 U/min, Höchstgeschwindigkeit : 184 km/h, Beschleunigung: 0 auf 100 km/h : 10,8 Sekunden, Abgas Co2 : 107 g/km. Verbrauch: 4,7 Liter pro 100 km, kombiniert, Preis: ab 15 975 Euro