Der neue MINI trägt jetzt Midi

 

MiniFront

Ein satter Auftritt: Der neue MINI Cooper S. Fotos: BMW Group

Von Solveig Grewe

Ein Kampf um jeden Zentimeter war das Anfang der Sechziger, als die Röcke der Mädchen den Jungens gar nicht kurz genug sein konnten. Das britische Königshaus tolerierte offiziell eine Länge von sieben Zentimetern über dem Knie. Beim Einstieg in den fast zeitgleich in Großbritannien vorgestellten ersten Mini dürften die Röckchen der Fahrerinnen aber meist wieder in weniger sittsame Höhen verrutscht sein. Ganze 3,05 Meter lang war der zweitürige Viersitzer mit den kugelrunden Scheinwerfern und nur wenig mehr als 600 Kilogramm schwer. 

 

Die Idealmaße für kleinste Parklücken und reichlich Fahrspaß mit damals 34 PS reichten aus, um den Kleinen schnell zum Liebling seiner vorwiegend weiblichen Fangemeinde werden zu lassen. Zu aller Leidwesen wurde die Produktion 2000 eingestellt. BMW sorgte ein Jahr später mit dem MINI für die Neuauflage des Kultautos, das jetzt in seiner dritten Auflage unter bayerischer Regie debütiert.

Fensterheber, Tacho und Drehzahlmesser sitzen jetzt an der richtigen Stelle

Wie für die diesjährige Rocklänge angekündigt, trägt auch der MINI jetzt Midi. Mit 3,85 Metern ist er achtundsiebzig Zentimeter länger als der Ur-Ahn. Die Frontpartie wirkt nicht mehr so knuffig, sondern bullig. Ein Tribut des Blechkleides an den Fußgängerschutz. Trotz der 2,8 Zentimeter mehr Radstand und 4,4 Zentimeter mehr an Breite ist der Platz im Inneren nach wie vor nicht üppig und der Einstieg zu den hinteren Plätzen nicht nur mit Rock etwas mühsam. Nach den Fensterhebern braucht man nicht mehr lange zu suchen, die sind jetzt in die Mitte der Türen gerutscht, wo sie hingehören.

Kurvenjäger Cooper S noch mit Vierzylinder und sparsameren Dreizylindern

Neues Bild

Das “pizzagroße” Rundinstrument dominiert die Armaturentafel (c)BMW Group

 

 Die Sportsitze sind straff und bieten guten Seitenhalt. Sie passen besonders gut zu dem  Cooper S, der bis zum Auftritt des Tuningmodells  John Cooper Works an der Speerspitze der MINI-  Modelle steht. Er ist noch mit einem Vierzylinder  bestückt, der kernig den 6,7 Sekunden langen  Sprint von 0 auf 100 inszeniert. Mit ihm hängt der  Fronttriebler schon im normalen Fahrmodus  ausgesprochen gut am Gas. Das Fahrwerk ist s  stramm, umso mehr, wenn man den Schalter für  den Fahrmodus auf Sport umlegt. Die Automatik  schaltet dann umgehend später hoch und früher wieder herunter, die Lenkung wird präziser und Fahrerin und MINI gieren in jeder Kurve nach mehr. Doch beim Blick auf die jetzt zweistelligen Verbrauchswerte kommt dann doch ein schlechtes Gewissen auf. Dafür hat BMW unterhalb des Cooper S die Motorenpalette für den MINI jetzt auf Dreizylinder umgestellt. Mit den neuen 1,5-Liter-Motoren sollen trotz gesteigerter Leistung bis zu 27 Prozent Sprit eingespart werden und der sparsamste MINI den Kampf um jeden Liter weniger mit gerade mal 3,5 Litern gewinnen.  

 

MiniHeck

Der MINI wirkt jetzt breiter als vorher. (c)BMW Group

 

 

 

 

 

 

 

 

INFOS:

Mini Cooper S, 2.0-Liter-  Vierzylinder-Turbo-  Direkteinspritzer,  Hubraum: 1998 ccm, kW(PS) bei  U/min : 141 ( 192) bei 4700 – 6000, Nm  bei U/min :  280 bei 1250 – 4750, Höchstgeschwindigkeit : 233  km/h,  Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 6,7 s, Abgas  Co2 : 122 g/km, Verbrauch:  5,2 Liter/100 km, Preis  ab 23 800 Euro