BUCHTIPPS: “Orientalismus in der Popmusik” & “Als Fatima ihr Recht forderte”

Orientalismus in der Popmusik

Orientalismus in der Popmusik

Orientalismus in der Popmusik/ Tectum Verlag

Lebt in der Popmusik der Orientalismus? Ja! Das zeigt zum ersten Mal in der Orientalismusforschung diese Publikation. Denn gut 35 Jahre nach Erscheinen des Schlüsselwerkes „Orientalism“ von Edward Said hat die Debatte um Orient und Okzident nichts von ihrer gesellschaftlich-politischen Bedeutung eingebüßt. Der bislang vernachlässigte Blick auf orientalistische Phänomene in der Popmusik bringt erstaunliche Erkenntnisse hervor: Madonna hat mithilfe von Orientalismen Image-Veränderungen eingeleitet, 50 Cent reichert Musikvideos mit sexuellen Haremsfantasien an und Eminem löst gezielt Angstkitzel mit Anspielungen auf islamistisch-terroristische Bedrohungen aus. Der Song Beautiful Liar von Beyoncé und Shakira, den der Autor Markus Henrik Wyrwich untersucht hat, zeigt auf welche Funktion Orientalismus innerhalb der Musikindustrie einnehmen kann und welche soziokulturelle Brisanz von ihm ausgeht.

Markus Henrik Wyrwich
Orientalismus in der Popmusik
Tectum Verlag, 398 Seiten
€ 24,95

 

 

 

Als Fatima ihr Recht forderte / Holzhausen Verlag

Als Fatima ihr Recht forderte / Holzhausen Verlag

Als Fatima ihr Recht forderte

Was wissen wir hierzulade über die Rechte der muslimischen Frau? Nicht allzu viel. Die wissenschaftliche Publikation “Als Fatima ihr Recht forderte”  beschäftigt sich mit der Frage, ob Konstrukten schiitischer Frauenbilder nach der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte noch relevant sind. Die Autorin erforscht, ob die mit den Frauenbildern verbundene Symbolik einen Spielraum für moderne Interpretationen zulässt und wie Biografien historischer Frauengestalten im Geschichtsbild der Zwölfer-Schia über die volkstümliche Verehrung hinaus mit der modernen Frau verbunden werden können. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt bei diesen Forderungen das Frauenbild im Islam, das von der Religion geprägt ist. Für Gender-relevante Entwicklungen in schiitischmuslimischen Gesellschaften ist von Interesse, in welcher Weise die Darstellung von Frauengestalten auf die soziale Position der Frau Einfluss nimmt: Kann die religiöse Symbolik zu einer Aufwertung der Frau in diesen Gesellschaften beitragen oder fördert sie ein einschränkendes Rollenbild der Frau? Diesen Fragestellungen wird anhand von Literatur, Interviews und ExpertInnenengesprächen sowie Beispielen visueller Symbolik nachgegangen.

Liselotte Abid
Als Fatima ihr Recht forderte
Holzhausen Verlag, 322 Seiten
€ 42,00