IM KINO: “45 Minuten bis Ramallah”

Bild: Zorro

Von Dunja Ramadan

Hingerissen zwischen Amüsement und der Unsicherheit, ob mensch amüsiert sein darf – diese Emotionen machen die schwarze Komödie des deutsch-iranischen Regisseurs Ali Samadi Ahadi „45 Minuten bis Ramallah“ aus.

Der Geschichte des Films beginnt in Deutschland und spielt weiter im Nahen Osten. Protagonist ist der Palästinenser Rafik, der in Hamburg lieber Teller abspült, als sich in Ostjerusalem von seinem dominanten Vater tyrannisieren zu lassen. Der Palästinenser mit israelischem Pass muss auf Wunsch seiner Mutter jedoch auf die Hochzeit seines Bruders nach Ostjerusalem – und es kommt wie es kommen muss zum Familienstreit. Allerdings regt sich der Vater dermaßen auf, dass ihn der Schlag trifft und er stirbt. Sein letzter Wunsch: ein Grab in Ramallah, jenseits der Grenze. Zähneknirschend packen die zerstrittenen Brüder die Leiche in den Kofferraum – und die eigentlich kurze Strecke nach Ramallah wird von israelischen Grenzsoldaten, russischen Autoschiebern, palästinensischen Terroristen und einer durchtriebenen Frau – nun ja – verkompliziert.

 

Gehörige Portion Satire

Der Film zeigt die schonungslosen Seiten der Besatzung und deren Wirkung, doch nicht auf eine anklagende oder dramatische Art und Weise, sondern vielmehr mit einer gehörigen Portion Satire und schwarzem Humor. Der Nahostkonflikt begleitet die zwei Brüder während ihrer gesamten Reise, er ist eine Art Kulisse, der die Handlung ständig beeinflusst, allerdings soll die Geschichte mit Humor genommen werden.

 

Das Lachen fällt teilweise schwer

Gelegentlich fällt das Lachen schwer, wenn zum Beispiel ein älterer palästinensischer Mann ohne Grund die Grenze nicht passieren darf, obwohl er einen Arzttermin hat. Zwar gelingt dem Film der humoristische Charakter und die Lacher sind bei der einen oder anderen Szene mit Sicherheit garantiert, allerdings fällt es bei einigen Szenen schwer die dortigen Missstände, die zum traurigen Alltag der Menschen gehören, einfach mit einem Lachen zu übergehen.

 

45 Minuten bis Ramallah jetzt im Kino.

Deutschland, Regie: Ali Samadi Sahadi. Mit Karim Saleh, Navid Akhavan, Julie Engelbrecht.

90 Minuten. Ab 12 Jahren.

 

Trailer zu 45Minunten bis Ramallah