Französische E-Motionen ohne Emissionen – Der Renault Zoe

 

Bei idealen Bedingungen für die Batterie schafft der Renault ZOE eine Reichweite von 180 Kilometern.

Von Solveig Grewe

Voilà! Jetzt haben die Franzosen mit dem Renault Zoe ein erstes wirklich bezahlbares Elektro-Auto. Merci, aber vor allen Dingen für ihre eigenen Landsleute. In Frankreich bietet der Staat nämlich anders als in Deutschland einen finanziellen Anreiz, einen Stromer zu kaufen. Für den Zoe, das erste Auto, das Renault direkt und ausschließlich für den elektrischen Antrieb entwickelt hat, muss ein deutscher Käufer seinem Renault-Händler 21 700 Euro auf den Tisch legen. Der französische Staat reduziert für seine Bürger die Anschaffungskosten um 7000 Euro. Verglichen mit dem, was deutsche Hersteller als Einstiegspreis für ihre Elektro-Modelle aufrufen, klingen die 21 700 Euro in deutschen Landen dennoch ziemlich wettbewerbsfähig.

 

 

Beim Zoe wird die Batterie gemietet

Gegenleistung dafür ist ein 4,08 Meter langer, pfiffiger Kleinwagen mit einer ansprechenden Optik, fünf vollwertigen Sitzen und einem Kofferraum mit 338 Liter Volumen. Dort sorgt zwar die Batterie für einen etwas über zwanzig Zentimeter hohen Absatz und nach Umklappen der – nicht teilbaren – Rücksitzlehne für eine nicht ganz ebene Ladefläche, was es zu verschmerzen gilt.   

Die Ladefläche ist nicht ganz eben.

Genauso wie den Umstand, dass der kleine Franzose anders als diverse andere Elektro-Autos und Plug-in-Hybride nicht auf das Aufladen an der normalen Haushaltssteckdose vorbereitet ist. Er braucht die im Preis enthaltene Heimladestation (Wallbox) oder eine der inzwischen 2400 öffentlichen Stromladestellen. Dort reichen im besten Fall schon 30 Minuten, um den Akku zu 80 Prozent aufzuladen. Für die Wallbox gibt Renault Ladezeiten von sieben bis neun Stunden an. Während bei den meisten Herstellern bei Elektroautos die Batterie im Kaufpreis enthalten ist, wird der Energieträger im Zoe geleast. Je nach der Jahresfahrleistung kostet das mindestens 79 Euro, befreit einen aber von der lästigen Frage, was denn passiert, wenn die Batterie defekt ist oder wie hoch der Wiederverkaufswert des Fahrzeugs ist. Im Leasing ist eine lebenslange Garantie für die Batterie enthalten, dafür muss sie einmal pro Jahr im Service gecheckt werden. Schöpfen die Akkus dann nicht mindestens 75 Prozent ihrer Kapazität aus, werden sie ausgetauscht.

 

 

180 Kilometer Reichweite, aber nur bei idealen Bedingungen für die Batterie

Sparsamkeit beim Fahren wird im Display mit der Farbe Grün belohnt.

Künstlich erzeugte Fahrgeräusche sollen Fußgänger warnen

Im übrigen funktioniert unterwegs alles erfreulich unkompliziert, anders als bei Hybridmodellen heult der Elektromotor auch nicht auf, wenn er gefordert wird. Den besten Antrieb von allen Autos am Start an der grünen Ampel hat heute der Zoe. Aus dem Stand heraus steht volle Leistung parat und der Kleine lässt alle hinter sich. Das Fahrwerk ist souverän, die Lenkung präzise. Das Auto mit dem Mädchennamen,der an Zero Emissions erinnern soll, ist so leise, dass bis Tempo 30 km/h extra sehr lustige Geräusche simuliert werden, damit Fußgänger es auch hören. Pardon, wir fahren elektrisch. 

 

 

 

Informatives:

Motor: Elektro, Batterieart: Lithium Ionen,Batterieleistung: 22 kWh, max. Leistung E-Motor kW(PS): 65(88),Nm bei U/min: 220/ab 250, Höchstgeschwindigkeit: 135 km/h,Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 12,6 s, Abgas Co2: 0 g/km, Verbrauch: 14,6 kWh, Effizienzklasse: A+, Preis: 21 700 Euro (Solveig Grewe)