“Lokale Geschichte(n)” – AVIVA Medien- und Dialogprojekt für muslimische und jüdische Frauen

Ob Akademikerin oder Künstlerin, säkular oder religiös, ob 20 oder 60 Jahre alt, … es sind alle willkommen, die mehr voneinander erfahren wollen, denen es wichtig ist, dass Frauen und ihre (Lebens-)geschichten sichtbar sind, und die sich interkulturell austauschen wollen. AVIVA ruft Frauen dazu auf, sich in gegenseitigen Interviews miteinander auszutauschen und das entstandene Portrait auf den Seiten der AVIVA-Berlin zu veröffentlichen.

 

Was verbindet, was trennt?

Was wissen Jüdinnen über Ramadan, Muslima über Chanukkah, wie wird über Beschneidung gedacht? Was hat Vertreibung, Ermordung oder Exil jüdischer Frauen unter den Nazis heute für eine Bedeutung für die jüdische Identität und das Leben in Deutschland, speziell in Berlin? Ist die vielbeschworene “Multi-Kulti-Gesellschaft” oder “Integration” die Formel, nach der gelebt werden muss? Was ist mit dem Bewahren von Traditionen, ist das überhaupt Thema?

In den Portraits und Interviews soll vor allem die Rolle der Frauen – heute und gestern – Thema sein. Eine Teilnehmerin aus Litauen schrieb über die muslimische Leiterin einer interkulturellen Kindertagesstätte, die ihr von sich und ihrer Arbeit erzählt. Spannend sind auch Recherchearbeiten zu heute nicht mehr lebenden Frauen: Aktuell recherchiert eine Teilnehmerin aus Israel zu einer Bauhaus-Künstlerin, die in Berlin gelebt und gearbeitet hat, bevor sie 1944 von den Nazis ermordet wurde. Auf ihrer Spurensuche findet die Biographin immer neue Mosaiksteine in deren Leben, in Archiven und auf den Straßen Berlins.

Am 9. Dezember 2013 werden die entstandenen Biographien im Rathaus Kreuzberg gemeinsam mit der Schirmfrau, der Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen in Berlin, Dilek Kolat, präsentiert. Alle Texte können vor Publikum und Presse vorgestellt werden. Bis zum 20. Dezember werden die Geschichten sowie Dokumente und Fotos im Rathaus Kreuzberg ausgestellt.

Die Auswahl des Portraits bleibt ganz der jeweiligen Biographin selbst überlassen. Die Themenfindung kann auch gemeinsam in der AVIVA-Redaktion gestaltet werden. AVIVA verfügt über einen großen Fundus an Material und ein weitreichendes Netzwerk. Die portraitierten Frauen müssen weder berühmt noch prominent sein, häufig sind es gerade die verborgenen Biographien, die besonders spannend und es wert sind, erzählt zu werden.

Dabei ist auch der Rechercheprozess selbst ein wichtiger Teil, der in der Biographie mit eingebunden werden kann: Manchmal entsteht eine Reportage auch dann, wenn aus nur bruchstückhaften Informationen nach und nach eine Geschichte zusammengesetzt wird. Die Teilnehmerinnen des Projekts haben die Möglichkeit, bei der AVIVA-Redaktion im Internet zu recherchieren, Texte und Fotos zu bearbeiten; behilflich sind sie auch bei der Recherche in Archiven. Jede kann mitmachen. Egal ob mit oder ohne Schreib-Erfahrung. AVIVA hilft gerne bei der Vor- und Nachbereitung der Interviews und gibt nach Bedarf praktische Tipps und Unterstützung.

Die Form, der Umfang, die Person, um die es gehen soll, all das wird selbst bestimmt.

 

Kontakt und weitere Informationen:

Sharon Adler, Herausgeberin AVIVA-Berlin & Britta Meyer, Redakteurin und Projektassistentin AVIVA-Berlin

Fon I: 030 – 691 85 03, Fon II: 030 – 698 16 752

E-Mails: sharon@aviva-berlin.de, britta_meyer@aviva-berlin.de

Betreff: “Lokale Geschichte(n) Medien- und Dialogprojekt für jüdische und muslimische Frauen”