Platz da, der neue Mazda! – Gazelle Auto-Test

Von Solveig Grewe

Am brillantesten wirkt roter Nagellack, wenn er in mehreren Schichten aufgetragen wird.  Dieses Knowhow um attraktive Frauenhände nutzt der japanische Hersteller Mazda, um den ohnehin gelungenen optischen Auftritt des neuen Mazda6 noch zu steigern. “Rubinrot Metallic” heißt einer der neuen Farbtöne und damit wird das Blechkleid des Flaggschiffs von Mazda in der dritten Auflage jetzt gleich zweimal grundiert. Eine dritte Schicht, diesmal halbtransparent, und schon leuchtet selbst an diesem trüben Frühlingstag in Lissabon das tiefe Rot der Limousine so intensiv, dass meine Wahl zwischen dem Kombi in weiß und der Limousine zugunsten der Stufenheckvariante ausfallen wird. Preislich gesehen fällt die Wahl leicht – sie kosten gleich viel.

Die stylische Coupelinie der Limousine liegt voll im Trend

Bei beiden wird die Seitenansicht geprägt von einer weit nach hinten gesetzten Fahrgastkabine, markanten Radhäusern und 19 Zoll großen Aluminium -Rädern. Vorne dominiert der neuen großen Kühlergrill, der ein wenig aggressiver wirkt als in der Generation davor. Die Tagfahrlichtscheinwerfer gibt es jetzt erstmals auch mit LED-Technik.  Die coupéhafte Silhouette der Limousine, die in ein kurzes und kraftvolles Heck übergeht, liegt derzeit voll im Trend. Mit 4,87 Meter ist sie 6,5 Zentimeter länger als der Kombi. Der Platz kommt den bis zu drei Fahrgästen in der zweiten Reihe zu gute, die wahrhaft üppige Sitzverhältnisse vorfinden. Dafür müssen sie sich bei voller Besetzung mit 489 Litern für das Gepäck zufriedengeben, der Kombi fasst dann 522 Liter, bei voller Kofferraumausnutzung sind es sogar 1664 Liter. Doch heute reicht das Platzangebot der Limousine für unsere beiden Trolleys und die Regenjacken völlig aus, die in der jetzt eckigen Kofferraumöffnung über eine niedrige Ladekante hinweg bequem verschwinden.

Reichlich Platz hinter der großen Klappe/Bild Mazda

Reichlich Platz hinter der großen Klappe

Der Monitor des Navis könnte etwas größer sein

Wir sitzen auf angenehm straffen Sitzen mit gutem Seitenhalt. Im Cockpit wirkt alles sehr aufgeräumt, die Bedienelemente sind übersichtlich und einleuchtend angeordnet. Das Lenkrad ist nicht zu überfrachtet mit Schaltern. In Augenhöhe sitzt der Monitor des Navigationssystems, aber der 5,8 Zoll Monitor ist etwas klein und die Abbildungen darauf nicht sehr scharf. Die Bedienung ist über einen Dreh-Drücksteller in der Mittelkonsole einfach, notfalls genügt für einen Befehl über den Touchsrceen-Monitor auch ein einfacher Fingerdruck.

I-ELOOP hilft beim Bremsen zu sparen

In Sachen Motoren setzt Mazda anders als andere Hersteller zur Verbrauchsoptimierung nicht auf die Verkleinerung der Hubräume, sondern auf extrem niedrige bzw. hohe Verdichtungen bei den beiden Dieselmotoren mit 150 und 175 PS und den drei Benzinern mit 145, 165 und 192 PS. Neu im Programm ist das Bremskraftrückgewinnungssystem, i-ELOOP genannt. Das steht für “intelligenter Energiekreis”. Bei jeder Verzögerung des Fahrzeugs wird die gewonnene Energie statt in einer schwerfälligen Batterie in einem Kondensator gespeichert, der schon in Sekunden wieder voll geladen werden kann.

Unser 2,2 Liter Diesel mit 150 PS ist gutmütig und laufruhig, im Bedarfsfall erledigt er einen Spurt von 0 auf 100 in 9,1 Sekunden. Das knackige Sechsgangschaltgetriebe passt dann gut, allerdings schafften wir bei sportlicher Fahrweise den mit 3,9 Liter angegebenen Verbrauch nicht ganz. Das Display wies knapp 6 Liter aus. Im dichten Stadtverkehr von Lissabon kam dann endlich auch I-ELOOP zum Zuge. Die Energieströme vor Augen, entwickelten wir plötzlich einen ungeahnten  Ehrgeiz zum Sparen beim Bremsen.

Daten & Fakten

Der Mazda6 erreicht mit dem 4-Zylinder-Diesel und seinen 150PS eine Höchstgeschwindigkeit von 211 km. Der Verbrauch wird mit 3,9 Liter auf 100 km angegeben Abgas:   (Abgas CO2: 104 g/km). Der Preis: ab  28 490 Euro.