Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln 2013 – zwei Filmtipps

Fast live berichtet Gazelle-Autorin Barbara Crombach vom IFFF in Dortmund.

Auch am Wochenende konnten sich die eingefleischten Film-Fans wieder stundenlang auf dem Frauenfilmfestival ganz unterschiedliche Filme anschauen. GAZELLE hat sich zwei Filme angesehen: Pluto von Su-won Shin (Korea 2012) und Anton’s right here von Lyubov Arkus (Russland 2012).

Pluto von Su-won Shin (Korea 2012) gehört zu den acht Filmen, die beim diesjährigen Regiewettbewerb antreten. Su-won Shin, selbst ehemalige Lehrerin, erzählt vom Druck und der harten Auslese des koreanischen Schulsystems. Pluto erzählt die Geschichte von June, der auf ein Internat in Seoul kommt und dort unbedingt in die Eliteklasse der besten zehn SchülerInnen kommen möchte – denn nur der beste dieser Zehn darf auf die Seoul National University. Dafür lernt er pausenlos, versucht sich einen Platz in der Hierarchie zu erkämpfen und merkt jedoch bald, dass in der Eliteklasse selbst ganz eigene Gesetzte gelten. Durch den sehr emotionslos dargestellten Alltag der SchülerInnen erhalten die ZuschauerInnen einen deutlichen, aber auch bewegenden Eindruck des Konkurrenzkampfes, dem die SchülerInnen durch das System ausgesetzt sind. Die SchülerInnen wissen, wenn sie es nicht in die Elite schaffen, haben sie im Leben keine Aufstiegschancen. Dieser Film zeigt eine harte Welt, in der nur zähe junge Menschen überleben können.

Der Dokumentarfilm Anton’s right here von Lyubov Arkus (Russland 2012) läuft in der Filmreihe Exzess der Ordnung. Durch Zufall liest die Regisseurin Lyubov Arkus einen Essay des Autisten Anton – sie möchte ihn kennenlernen. Daraus entwickelt sich eine ganz eigene Freundschaft und Verpflichtung, die Lyubov Arkus in die Mühlen des russischen Systems verwickelt. Anton lebt mit seiner Mutter alleine und während Lyubov Arkus sich mit ihm anfreundet, erfährt die Mutter von Anton, dass sie schwer krank ist. Was soll nun mit Anton geschehen? Wo soll er hin, wenn seine Mutter nicht mehr lebt? Lyubov Arkus dokumentiert diese Problematik sehr ergreifend, zeigt die verschiedenen Stationen, die sie mit Anton in den vier Jahren der Dokumentation durchläuft. Die Kamera ist sehr nah an Anton dran, er wächst einem schnell ans Herz. Und auch die Bedingungen und Möglichkeiten für Menschen mit Handicap innerhalb des russischen Systems, lassen die ZuschauerInnen nicht unberührt. Ein bewegender Film.

Weitere Infos zum IFFF unter http://festivalblog.online-redakteure.com/2013/ oder auch unter http://www.frauenfilmfestival.eu/.