AUFRUF: “Writing Girls” – Jüdisches und muslimisches Leben in Berlin sichtbar machen

Lokale Geschichte(n). Medien- und Dialogprojekt für jüdische und muslimische Frauen. Teilnehmerinnen gesucht – Call for participants

Die Suche nach Berliner Frauenbiographien geht 2013 in die nächste Runde! Das Berliner Online-Frauenmagazin AVIVA ruft interessierte Teilnehmerinnen aus den Bezirken Friedrichshain und Kreuzberg auf, die zu den Lebensgeschichten verschiedenster Frauen recherchieren und schreiben wollen.

Im Frühjahr 2012 startete AVIVA-Berlin ihr von der Stiftung “Erinnerung – Verantwortung – Zukunft” und der Stiftung ZURÜCKGEBEN (Stiftung zur Förderung Jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft) gefördertes Projekt zur Entdeckung verborgener Frauenbiographien in Berlin im Rahmen des Programms Jüdische weibliche Identitäten heute.

Das noch laufende Projekt gibt und gab im Laufe des Jahres 2012 zwölf jüdischen Frauen, aus der ehemaligen Sowjetunion, den USA, aus Israel, aus den USA, Frankreich, Deutschland und Chile, unterschiedlichen Alters und unabhängig von journalistischem Vorwissen sowie Kenntnissen der deutschen Sprache die Möglichkeit, mit Anleitung und Hilfe der AVIVA-Redaktion, ihre ganz eigene Reportage zu erstellen. Diese hat Geschichte, Arbeit und Nachhaltigkeit der jüdische(n) Frauengeschichte(n) in Berlin zum Inhalt. Dabei entstand eine Serie von Arbeiten in Text und Bild (das Medium war frei wählbar: Foto, Malerei, Video etc.), welche die vielfach vergessenen Lebens- und Schaffensgeschichten jüdischer Frauen in Berlin heute und gestern in den Mittelpunkt stellt.

Darunter sind Persönlichkeiten wie Charlotte Salomon, Mascha Kaléko, Rahel Lewin oder Stella Goldschlag, aber auch Frauen, die in keiner Enzyklopädie zu finden sind, die keinen Grabstein haben.

Gemeinsam ist den zwölf Biographinnen, dass sie heute in Berlin leben oder einen biographischen Bezug zur Stadt haben. Die von ihnen verfassten oder auch eigenen Biographien sind häufig von Deportation oder Emigration geprägt.
Im Lauf des Jahres entstand so eine Serie von Reportagen in Text und Bild, in denen die Autorinnen jüdische Frauenleben verschiedenster Epochen aufspürten, in Archiven recherchierten, die Lebensorte “ihrer” Frau aufsuchten und aus manchmal nur fragmentarischen Informationen mosaikartig eine Geschichte zusammengesetzt haben, denn manchmal exstieren schlicht keine Dokumente oder die gefundenen Informationen sind widersprüchlich …
Teils wurden die Projekte in der Muttersprache der Autorin erstellt und mit einer deutschen Übersetzung veröffentlicht, um die Vielfalt der Sprachen und Hintergründe zu würdigen, und auch, um der Teilnehmerin fundierte Deutschkenntnisse zu vermitteln.

Die bisher erschienenen Biographien sind veröffentlicht unter:

Juedisches Leben-Writing Girls



Teilnehmerinnen für unser neues Projekt gesucht!

Im Jahr 2013 soll der Radius ausgeweitetet werden. Im Rahmen des aktuellen Projektes “Lokale Geschichte(n)” können jüdische und muslimische Frauen aus Berlin-Kreuzberg und Berlin-Friedrichshain, unter Anleitung von Sharon Adler und Britta Meyer die Biographien jüdischer bzw. muslimischer Frauen (optimalerweise gegenseitig) aus dem Bezirk recherchieren und ihre eigene Reportage zu “ihrer” Frau verfassen.

Einen wichtigen Teil des Projekts bildet das Erlernen von Recherchestrategien (im Internet, in Archiven vor Ort, in Literatur) sowie der Abbau von Kommunikationshürden und -hemmungen im Umgang mit Institutionen und Behörden. Durch die anschließende gemeinsame redaktionelle Aufbereitung des Text- und Bildmaterials werden auch technische Berührungsängste und Unsicherheiten gezielt ausgeräumt. Die Teilnehmerinnen veröffentlichen ihre Arbeiten unter eigenem Namen auf AVIVA und produzieren damit wertvolle Arbeitsproben in Text und Bild, die nützliche Arbeitsmappen für Bewerbungen bilden können. Geplant ist, die entstandenen Reportagen nach Abschluss des Projekts in repräsentativen Institutionen des Bezirks auszustellen, wobei alle Beteiligten Gelegenheit erhalten, vor Publikum und Presse ihre Arbeit vorzustellen.

 

Das Ziel des Projekts ist es, durch die Schaffung eines dauerhaft bestehenden Beitrags des Bezirks zur Sichtbarmachung von jüdischen und muslimischen Frauen auf dem Arbeitsmarkt beizutragen. Dafür hat AVIVA für das Jahr 2013 nicht nur eine Förderung im Rahmen des Programms “LOKALES SOZIALES KAPITAL” erhalten, sondern auch die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen in Berlin, Dilek Kolat als Schirmfrau und das BWK BildungsWerk in Kreuzberg GmbH sowie die Agentur für Arbeit Berlin-Brandenburg als Kooperationspartner gewinnen können.

Die Teilnehmerin sollte mindestens 4 Wochen bis maximal 3 Monate Zeit mitbringen und kann diese auch – gern im Rahmen eines Praktikums – in der Redaktion der AVIVA-Berlin verbringen: nach Absprache und individuellen Lebensumständen, täglich, von Montag bis Freitag, von 10 – 16 Uhr. Zeiten und Zeitrahmen nach Absprache. Möglich ist es natürlich auch, dass die Teilnehmerin von ihrem eigenen Arbeitsplatz aus schreibt und recherchiert. Wichtig ist uns das vorherige Einsenden sowohl einer Arbeitsprobe (Text), damit wir die Kenntnisse der Teilnehmerin einschätzen können, als auch eines Lebenslaufs. Die Themenfindung kann gemeinsam gestaltet werden.

In der Redaktion der AVIVA-Berlin lernen die Biographinnen das Verfassen von Online-Beiträgen, Recherchetechniken, das Aufbereiten von Bildmaterial für Print und Web (mit Adobe Photoshop), das Durchführen und Transkribieren von Interviews. Sie erhalten ständiges Feedback und können, wenn gewünscht, so ihr Potenzial im journalistischen austesten und Berührungsängste mit Technik abbauen. Es werden ihnen bei Interesse auch konkrete Kenntnisse in den Bereichen Computer (Word, HTML, Redaktionssystem/Content-Management System (CMS), Bildbearbeitung mit Photoshop 7.0, Email und Attachments) vermittelt.

Darüberhinaus werden einzelne Frauen als Interviewpartnerin angefragt – über das Projekt “Writing Girls” wurde unter anderem das ARD aufmerksam und hat eine Reportage gedreht, die im März 2013 ausgestrahlt wird.

 

Kontakt und weitere Informationen:
Sharon Adler, Herausgeberin AVIVA-Berlin, Britta Meyer, Redakteurin und Projektassistentin AVIVA-Berlin
Fon I: 030 – 691 85 03, Fon II: 030 – 698 16 752
E-Mail:
praktikum@aviva-berlin.de, bitte Betreff angeben: “Lokale Geschichte(n) Medien- und Dialogprojekt für jüdische und muslimische Frauen”