Auf einen Espresso mit dem Fiat 500 L

Im Gazelle Autotest: Fiat 500l (c)Solveig Grewe

Im Gazelle Autotest: Fiat 500l (c)Solveig Grewe

Von Solveig Grewe

Röcke sind oft kurz, manchmal zu kurz oder lang und damit bequem. Fiat hat bei seinem kleinen Cinquecento jetzt mal den Saum raus gelassen und ihn um ganze 60 Zentimeter verlängert. Die Kulleraugen hat der Lange beibehalten und damit finde ich ihn weiterhin rundlich sympathisch. Das Heck ist vielleicht nicht ganz so gelungen und eben wegen seiner Proportionen ist er jetzt nicht mehr ganz so knuffig.

Fiat und sein großes Platzversprechen
Auf seinen 4,14 Metern Länge und einer Höhe von 1,66 Metern soll der Fünfsitzer jetzt sogar fünf erwachsenen Baseballspielern plus Gepäck Platz bieten. Das kann ich nun nicht auf die Probe stellen, doch gerade hinten throne ich wahrhaft königlich, selbst wenn Fahrer und Beifahrer ihre Sitze provokativ nach hinten fahren. Im üppigen Fußraum kann ich die Beine richtig schön ausstrecken, während mein Blick nach oben durch das ganze 1,5 Quadratmeter große Panoramadach in den blauen Himmel Hamburgs fällt. Dabei schieben sich zwar wie so oft dicke graue Wolken vor, trotzdem bleibt es bei so viel Glas innen,hell und luftig.

Verschiebbare Rückbank macht Platz für lange Beine
Für das Gepäck bietet das neue Mitglied der 500er Familie 400 Liter und damit etwa doppelt soviel an wie die normale Version. Mit wirklich nur einem Handgriff lassen sich die Rücksitzlehnen umlegen. Das schafft Platz auch für einen Vier-Wochen-Urlaub zu zweit.

Sehr schön: die Rückbank lässt sich auch um 15 Zentimeter nach hinten oder nach vorne verschieben – je nachdem, ob man nun hinten mehr Platz für das Gepäck oder die Beine braucht.

Mit kleinem Büro für den Stau
Nutzt man den Beifahrer nur zum Beladen, findet sogar das immer wieder gerne gekaufte 2,40 Meter lange Billy-Regal Platz. In die Lehnen der Vordersitze sind serienmäßig kleine Klapptische integriert, was besonders kleine Fondspassagiere erfreuen dürfte. Die umgeklappte Lehne des Beifahrersitzes kann ich ideal als kleinen Tisch nutzen – für einen Laptop und das Arbeiten im Stau geradezu perfekt.

Zum Sparen navigiert
Es gibt einen 1,4 Liter großer Benziner mit einer Sechsgangschaltung und einen 1,3 Liter großen Diesel mit einem Gang weniger. Den haben ich aber gar nicht vermisst, dafür hat mir der kräftige Durchzug des Diesel gut gefallen, der passt zu dem kleinen Lademeister. Mein Bemühen um einen sparsamen Verbrauch wird im Bildschirm des Navis sofort kommentiert, rote Punkte ernte ich bei zu eifrigem Gastritt oder falschem Schalten, grüne Punkte bei perfekter Fahrweise. Demnächst spendiert Fiat hier zur Belohnung gegen einen Obulus von 200 bis 300 Euro die erste Espressomaschine für ein Auto überhaupt, die nach Einstöpseln in die 12 Volt-Steckdose und kurzer Vorglühzeit einen feinen Espresso spendiert. Allerdings nur im Stand.

Daten & Fakten
Die Großraumvariante des Fiat 500 erreicht mit dem 1,3 Liter Vierzylinder Common Rail Diesel und seinen 85 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Den Spurt von 0 auf 100 erledigt er in 16 Sekunden. Der Verbrauch wird mit 4,2 Liter auf 100 Kilometer angegeben (Abgas CO2: 110 g/km).
Der Preis: ab 19 100 Euro.