Diabetesmaker: Bubble Tea

Es ist das Trendgetränk des Sommers: Bubble Tea. Die aus Asien stammenden bunten Getränke kann man inzwischen in jeder Stadt kaufen. Doch Kinderärzte und Gesundheitsexperten schlagen nun Alarm. Mit satten 500 Kalorien pro Becher und lebensbedrohlichen Geleekügelchen sei das Trendgetränk nicht für Kinder geeignet.

Wie Pilze schießen “Bubble Tea Bars” hierzulande aus dem Boden. In jeder Stadt und auf jedem größeren Fest gibt es das bunte Trendgetränk zu kaufen. Auch eine Fastfoodkette hat “Bubble Tea” nun fest im Programm. Vor etwa 30 Jahren wurde das Getränk in Asien erfunden. Über die Trendfabrik USA kam die bunte Brühe schließlich zu uns. Hierzulande stehen vor allem Jugendliche vor den schrillen Stores Schlange. “Bubble Tea” besteht aus herkömmlichem Tee, süßem Sirup und kleinen “Bubbles”, Kügelchen die meist aus Tapiokastärke, Zucker, Farbstoff und Aroma bestehen. Manche Kreationen werden zusätzlich mit Kondensmilch, Sahne und Keksen serviert. Ein halber Liter enthält etwa 500 Kalorien, so viel wie eine Hauptmahlzeit. Dazu kommen 30 Stück Würfelzucker, die ein einziges Getränk enthält. Als Durstlöscher ist “Bubble Tea” damit nicht geeignet. Dass Zucker ungesund ist und nicht nur zu Übergewicht, sondern auch zu Diabetes führen kann, ist bekannt. Hier könnte man nun noch an den Verstand appellieren, das Trendgetränk als Süßigkeit zu behandeln und in Maßen zu genießen.
Doch Experten wollen “Bubble Tea” nun aus einem anderen Grund für Kinder unter sieben Jahren verbieten. Die etwa fünf bis acht Milimeter großen Geleekügelchen, welche durch einen übergroßen Strohalm aufgesaugt werden, könnten versehentlich eingeatmet werden. Blieben sie in der Lunge unbemerkt, könnten sie zu Entzündungen oder einem Lungenkolapps führen. Prof. Matthias Kopp, Leiter der Kinder-Pneumologie der Uniklinik Lübeck spricht von einer “erheblichen Gefahr”. Er warnt: “Bubble Tea gehört unter keinen Umständen in die Hände kleiner Kinder.” Erste Fälle, in denen Kindern “Bubbles” aus der Lunge entfernt werden mussten, sind in Deutschland bereits bekannt.

Neben Kinderärzten und Verbraucherschützern, diskutieren inzwischen auch Politiker darüber, Warnschilder an “Bubble Tea Stores” zur Pflicht zu machen. Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen hat im Juli bereits eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Die Fraktion möchte von der Bundesregierung unter anderem wissen, welche Informationen über den Verkauf sowie den Absatz vorliegen. Außerdem interessiert die Grünen, ob es sich bei der Bezeichnung „Bubble Tea“ um eine Verbraucherirreführung handelt, weil der Tee in den allermeisten Fällen nicht Hauptbestandteil des Getränks sei.

Bunte Getränke kommen vor allem bei Kindern und Jugendlichen gut an, sind aber auch auf Partys gern gesehen. Wer auf Nummer Sicher gehen und sich den Gefahren von “Bubble Tea” nicht aussetzen will, kann alternativ Eistee oder Bowle selbst herstellen. Hierfür sind keine Farbstoffe, keine Unmengen Zucker und auch keine “Bubbles” nötig. Farbenfroh wird das Ganze mit verschiedenen Fruchtsaft-Eiswürfeln oder Obstspießen. Auch frische Pfefferminzblätter kommen gut an. Für die großen Schleckermäuler darf auch ein Schuss Sekt dazugegeben werden.

Mit diesen einfachen Zutaten gelingt eine erfrischende Alternative zu “Bubble Tea”:
- 5 Teebeutel (z. B. Kräutertee oder Früchtetee)
– 1,5 Liter Wasser
– Zitronenscheiben
– Honig
– Eiswürfel
– 200 ml Wasser aufkochen, über die Teebeutel gießen und etwa acht Minuten ziehen lassen. Honig darin auflösen und restliches Wasser dazugeben, das Ganze abkühlen lassen und mit Eiswürfeln und Zitronenscheiben servieren. Altzernativ zu Honig kann auch Agavendicksaft oder Stevia verwendet werden.