Eine Gazelle im Ramadan – ein Livebericht

Es ist Ramadan! Das bedeutet für Muslime vom ersten Tageslicht bis zum Sonnenuntergang nichts essen, nichts trinken und nicht Liebe machen. Lieben ist ok. Fasten kann und darf jeder, der nicht chronisch krank, sehr alt oder sehr jung, schwanger oder auf Reisen ist. Gläubige fasten einen Monat von zwölf im muslimischen Mondkalenderjahr, der sich an den Mondzyklen orientiert. Und da das Mondjahr ungefähr zehn Tage kürzer ist als das Sonnenjahr, wandert der Monat Ramadan jedes Jahr um zehn Tage vor. Das heißt, als ich mit 13 anfing zu fasten, war es noch um Weihnachten rum und die nächsten Jahre wird er sich über den Sommer erstrecken, was eine Herausforderung von ca. 16 Stunden am Tag bedeutet. Warum die Gläubigen hierzulande diese Herausforderung annehmen, möchte ich euch durch mein Ramadan Tagebuch näher bringen. Eure Gazelle Nilgün Akinci.

 

Tag No.20 – Das Geld ist für die Menschen da.

Ein Kredit sie zu knechten,
sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben
und ewig zu binden.

Kommt euch das bekannt vor? Ok, vielleicht ist es der falsche Film, aber so oder so ähnlich gehen die meisten Banken bei Kreditnehmern und Investments vor. Keine Gnade, nur die Zahl muss stimmen. Ob ein paar Einheimische im Amazonas oder in Indonesien vertrieben werden, weil die Banken sich bei Ressourcenbeschaffungen mitbeteiligen und die Erlaubnis dafür bei den jeweiligen Regierungen gekauft haben, niemals aber die Betroffenen fragen. Oder Menschen aus ihren unbezahlbaren Häusern vertrieben und auf die Straße gesetzt werden, damit das Haus sicher verwahrt, aber leer stehen kann. Oder die allseits medienpräsenten Spekulationen über das Kapital anderer, bei dessen Verlust sie selbst nicht verlieren. Sicherlich habt ihr schon von dem einen oder anderen schmutzigen Geschäften gehört, bei denen vielleicht auch eure Hausbank beteiligt war. Ist das noch in irgendeiner Form vertretbar, islamisch oder nicht? Es ist klar, dass wir heutzutage ein Konto brauchen, um unsere Alltagsgeschäfte erledigen zu können, jedoch gibt es gute Alternativen zu den gängigen Bankmodellen. Aus der islamischen Perspektive soll man keine Zinsen nehmen und es gibt einige Wirtschaftswissenschaftler, die an Modellen des Islamic Banking arbeiten. Doch auch mit Ökobanken fährt man eine halal Spur, wie bei der GLS Bank, wo man auf die Zinsen verzichten kann, in dem man sie direkt an die gewünschten Projekte spendet (Zakat) und schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klatsche. Und man kann selbst bestimmen, in was für Projekte das angelegte Geld investiert werden soll! Das nenne ich mal grünen Luxus! Gott hat uns ein Gehirn gegeben und das bedeutet, dass wir uns nicht dumm stellen und lenken lassen dürfen.

 

Essen für alle

Essen für alle

Tag No. 19 – Fair Trade

Irgendwie ist es ja allen klar. Tu anderen nichts, was dir nicht angetan werden soll. Dieser Leitspruch zieht sich durch alle Religionen und hat auch im Islam einen hohen Stellenwert. Warum aber vergessen wir das so häufig im Alltag? Weil das Leid gut hinter zellophanverpacktem Essen versteckt ist und wir oft nicht nachfragen, woher unser Essen eigentlich kommt und wie es hergestellt wurde. Menschen weltweit müssen unter unerträglichen Arbeitsbedingungen auf Feldern unsere Nahrung produzieren und sehen meist kaum etwas von dem Ertrag. Vor allem Im Ramadan jedoch, wo das Miteinander der Menschen ein wichtiger Aspekt ist, sollte man überdenken, was man da eigentlich konsumiert. Auf der Seite des Greenprophet werden Tips verteilt, den Ramadan fair zu führen und auch sonst im Leben mehr auf die Herkunft des Essens zu achten. Auf ein faires Miteinander!

 

Tag No. 18 – Schleichdiät

“Achtung, Achtung! An alle, die sich im Ramadan befinden, weil sie dachten, sie könnten ein paar Pfunde loswerden: dies ist nicht der richtige Ort dafür! Alle, die eine gruppendynamische Abnehmbewegung  suchen, werden gebeten sich in den Nebenraum zu Weightwatchers zu begeben, denn dies ist nicht die richtige Maßnahme! Ramadan kann bei kritisch zu hinterfragenden Intentionen bewirken, dass man Abends leicht die Kontrolle verliert und in Mengen isst, was der Körper bunkert! Dies führt in der Regel zu Gewichtszunahme! Alle, die sich eine Kollektivdiät erhofft haben, werden schärfstens darauf hingewiesen, dass dies unglaublich in die Hose gehen kann! Die anderen werden gebeten, sich und ihren Körper nicht kulinarisch zu überfordern um weitere Verdauungsunfälle und komatöse Zustände zu vermeiden. Ende der Durchsage.”

 

Vollmond über der Stadt

Vollmond über der Stadt

Tag No. 11-17 – Zyklen des Lebens

Ich habe die rote Karte gezogen. Ich soll nicht über Los gehen und für die nächsten fünf bis sieben Runden keine weiteren Fastenkarten aufdecken. Als Frau passiert das manchmal, so einmal im Monat ungefähr und obwohl man in der islamischen Welt Diskretion darüber wahrt, brauche ich niemandem von Bienchen und Blümchen zu erzählen. Tag 11 bis 18 gingen wie im Fluge vorüber ohne Updates meinerseits, da wenn man nicht fastet sich recht wenig ramadanöses im Leben in Deutschland ereignet. Aber dieses Kapitel darf nicht geschlossen werden, ohne den Mondzyklus anzusprechen! Denn außer dem weiblichen Zyklus erinnert uns im städtischen Alltag recht wenig daran, was denn ein Monat eigentlich ist und wie die Tage in die Nächte gleiten. Am 15. Tag des Ramadan (03. August) war Vollmond. Es ist so offensichtlich aber dennoch so faszinierend, dass (nach dem islamischen Kalender) an Neumond der neue Monat beginnt und an Vollmond der Höhepunkt des Monats erreicht ist. Die Wochen verteilen sich auf Viertelmonde, auch “Hilal” genannt. Die Verbundenheit mit der Natur ist ein Segen und spiegelt die Sehnsucht des Menschen nach dem Garten Eden wieder.

“Er ist es, der den Morgen anbrechen lässt und der die Nacht zum Ausruhen sowie Sonne und Mond zur Berechnung der Zeit geschaffen hat. Dies alles beruht auf der genauen Einteilung des Mächtigen und Allwissenden. Er ist es auch, der euch die Sterne gemacht hat, damit ihr euch in der Dunkelheit zu Lande und zu Wasser zurechtfinden könnt. Wir haben bereits Zeichen für wissende Menschen geschickt.” ( Sure 6, Vers 95-99, aus der Qur’an Übersetzung “Der Koran für Kinder und Erwachsene” von Lamya Kaddor und Rabeya Müller)

 

Tag No.10 – Dessert 

Dessert

Dessert

Man nehme 500g Joghurt, 200g Blaubeeren und Ahornsirup. Den Joghurt in eine Schüssel geben. Die Blaubeeren in einem Sieb waschen und die verschrumpelten aussortieren. Die Beeren abtropfen lassen und einzeln die Corona bewundern. Die Größte essen und die restlichen zu dem Joghurt in die Schüssel geben. Reichlich Ahornsirup darüber verteilen und sich über die bernsteinfarbenen Kaskaden wundern, die klaren Teiche aus Süße im Joghurt und den Glanz der Blaubeeren bewundern. Vorsichtig mit einem Löffel umrühren. Beim Essen die Blaubeeren im Mund platzen lassen.

 

Die Goldene Dattel

Die Goldene Dattel

 

Tag No.9 – Ramadan Olympics

“Uuuund sie ist wieder im Rennen, unglaublich wie sie das macht, kein Verlangen kann sie aufhalten! Elegant schlängelt sie sich an Türmen von Süßigkeiten vorbei und noch nicht mal das Mittagspausenlabyrinth kann sie aufhalten! Aaaaaah! Das war heikel, ein kleines Intermezzo bei einer Einladung ins Restaurant, aber sie lässt sich nicht beirren und schreitet zielstrebig voran! Ja, so kennen wir das, letztes Jahr war sie auch ganz gut im Rennen, doch dieses Jahr spekuliert man auf Spitzenleistungen! Die Sonne geht unter, die Zeit läuft ab, nur noch ein kleines bisschen, bis diese Kreuzung aus Einzel und Gruppendisziplin sich dem Ende neigt…doch was ist das? Ein Autofahrer drückt verfrüht aufs Gaspedal und will sie umfahren! Sie hechtet von der Straße runter und es entweicht ihr fast ein Schimpfwort! Aber nein, sie reisst sich zusammen und findet ihre innere Ruhe wieder! WAS für ein Erfolg, meine Damen und Herren, was für eine Ausdauer, welch Disziplin! Sie überquert die Ziellinie mit ihren Mitstreitern – welch Jubel! – und dann, die wohlverdiente goldene Dattel!”

 

Tag No.8 – Nun ist es geschehen. 

Mangofever

Mangofever

Ich habe vergessen zu fasten! Ich bin morgens aufgestanden und habe vergessen, dass wir im Fastenmonat sind. Mitten beim Frühstück ist es mir eingefallen. War eh komisch, da ich mich in den letzten sieben Tagen daran gewöhnt hatte, morgens nach dem Aufstehen nichts mehr zu essen. Bei einer Konferenzschaltung mit meiner Mutter, ob es denn noch gilt und ob ich noch die Fastenabsicht aussprechen kann, mit der das Fasten beginnt und gültig wird, kamen wir zu dem Schluss, dass nach so einer langen Diskussion das Fasten für den Tag nicht mehr gilt. Das deprimiert mich schon sehr, vor allem weil es meine schöne Anreihung von Fastentagen unterbricht! Wenn man einen Tag nicht fastet, soll man ihn wiederholen, dabei kann man es sich so angenehm und machbar wie möglich legen. Also keine Pluspunkte, wenn man auf einem Wüstentrip oder an Mittsommer das Fasten nachholt. Ich sehe mich schon in der Vorweihnachtszeit (Fast-)Nachsitzen. Das gilt für alle ungültigen Fastentage, bei Krankheit, Schwangerschaft und bei der Regelblutung.

 

Lichtbringer

Lichtbringer

Tag No.7 – Zakat-ul-Fitr

Wir kommen zu einem sehr wichtigen Punkt im Ramdan. Neben all den Menschen zusammenführenden, meditativen und regenerierenden Aspekten des Ramadan ist es enorm wichtig, dass die Muslime in dieser Zeit zusätzlich zur gängigen Spende (Zakat) eine Zakat-ul-Fitr, die Spende zum Monat Ramadan, entrichten, so dass es vor dem Eid-ul-Fitr, dem Feiertag am Ende des Monats, bei den Bedürftigen ankommt. Hierzu hat die Organisation Islamic Relief eine wunderbare Seite eingerichtet, in der man rechtzeitig vor dem Fest spenden kann, damit alle etwas zu feiern haben. Dabei wird die Zakat-ul-Fitr pro Kopf berechnet, auch die Kinder der Familie gehören dazu. Wenn man aus welchen Gründen auch immer nicht fasten kann, darf man auch als Ausgleich mehr Zakat geben. Es wäre schön, wenn ihr diese Gelegenheit wahrnehmen würdet. Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht, aber ich bin ziemlich froh, dass Islamic Relief als vertrauenswürdige Basis mir als Muslimin die Gelegenheit bietet, meine Zakat (die dritte von fünf Säulen des Islam) zu vollziehen, wo ich auch weiß, das Geld kommt da an, wo es gebraucht wird!

 

Tag No.6 – Die Zeiten

Sonnenuntergang in der Stadt

Sonnenuntergang in der Stadt

Es gib sie wie Sand am Meer, die Ramadankalender, welche anzeigen, wann die Dämmerung am Morgen anbricht und wann die Sonne untergeht. Doch dadurch, dass sie alle um ein paar Minuten voneinander variieren, habe ich mir eine logische Lösung gesucht, nämlich die geo-logischen Daten. Haha! Wenn man die eigenen Koordinaten eingibt, bekommt man die minutengenauen Zeitangaben. Denn es kommt natürlich auf die Minute genau an! Denn in der Stadt kann man leider nicht auf den Horizont schauen und sehen wie die Sonne untergeht, der langersehnte Anblick nach einem langen Fastentag.

 

Freunde im Ramadan

Freunde im Ramadan

Tag No.5 – Der Unterschied zwischen Hunger haben und Fasten

Es kommt immer wieder dazu. Freunde von mir fühlen sich schuldig, wenn sie in meiner fastenden Gegenwart etwas zu sich nehmen. “Oh tut mir voll Leid!” Ich freue mich sehr, dass sie Rücksicht auf mich nehmen wollen. Aber dann muss ich erklären, dass ich nicht mal merke, ob sie gerade etwas essen oder trinken, bis sie darauf hinweisen. Es ist schön zu merken, dass mit Entgegenkommen auf mein Fasten reagiert wird, aber meistens ist es völlig in Ordnung, wenn jemand etwas in der Anwesenheit Fastender isst oder trinkt, da es eine Kopfsache ist. Ich faste bis zum Sonnenuntergang und so lange denke ich nicht an Nahrung. Das ist der Unterschied zwischen Hunger haben und Fasten. Deswegen muss man kein schlechtes Gewissen haben, vor Fastenden eine Kleinigkeit zu essen. Den Unterschied zwischen einer Kleinigkeit und einem großen Mahl vorzukauen muss man schon selbst entdecken.

 

Tag No.4 – Das Gefühl

Das Gefühl des Sommers auf der Netzhaut

Das Gefühl des Sommers auf der Netzhaut

Langsam gewöhne ich mich daran, nicht mehr nur an Essen zu denken und meine Leichtigkeit gibt anderen Gedanken Platz. Zum Beispiel wie unglaublich grün diese Wiesen sind. Ist es denn zu glauben? Ein Gutes schien der ewige “Sommer-“Regen gehabt zu haben. All das Blut in meinem Körper, das nicht mehr mit Verdauen beschäftigt ist, kann sich nun meinen Sinnesorganen widmen. Der Wind streicht mir über die Haut und sie fühlt sich an, als wäre sie ein frisches unbedrucktes Blatt, das mit chinesischer Tinte bemalt wird. Die Eindrücke brennen sich auf meine Netzhaut, als wäre ich noch ein Klenkind, dass die Welt neuentdeckt. Und erst die Gerüche! Der Sommer riecht auf einmal wieder so intensiv wie damals, als ich mir zum ersten Mal einen Eindruck davon verschafft habe, durch Felder lief und Blumen sammelte.

 

Die Belohnung der Selbstdisziplin - Mantı

Die Belohnung der Selbstdisziplin – Mantı

Tag No.3 – Selbstdisziplin

Es ist reine Selbstdisziplin. Man denkt nicht, dass man dazu in der Lage ist, erwehrt sich dem vielleicht, bis man es getan hat. Zumindest sagt mir das die Furcht in den Augen derer, die nicht glauben können, dass man so lange auf Essen und Trinken verzichten könnte. Dabei geht es eigentlich nur darum, den inneren Golum mal wieder in den Griff zu bekommen. Die Alternative ist Aufgeben und das kommt nicht in Frage! Schließlich können Menschen alles erreichen, wenn sie nur wollen. Die Fastenzeit zeigt es nur mal wieder. Und das gilt auch für diese nervige Bachelor These meinerseits, woran ich mich nur immer wieder erinnern muss. Aber jetzt gibt’s erst mal leckere Mantı! Versprochen, bald gibt es auch Aufnahmen, die nicht mit Essen zu tun haben ;)

 

Tag No.2 – Die Wüste namens Entbehrung

Die gesunde Alternative zu Fleisch

Die gesunde Alternative zu Fleisch

Nachdem das erste Fastenbrechen (Iftar) eingeschlagen ist wie eine Bombe, habe ich im Internet nach speziellen Ramadan-Rezepten für gehaltvolle, aber leichte Mahlzeiten gesucht und musste erkennen: Fleisch ist ein k.o.-Schläger, auf den zu verzichten empfohlen wird. Bei meiner Suche habe ich diese interessante Seite gefunden: http://www.earthsprout.com/ wie sympathisch man gesundes Essen vermitteln kann. Während ich gegen Mittag so rumgesurft bin, hat sich mein Magen früher als gewohnt gemeldet. Die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass der Moment eintritt, wo der Hunger überwunden wird und man sich wieder wohl und leicht fühlt bis zum Iftar. Aber er wollte nicht kommen! Beim Einkaufen war dann mein Tiefpunkt erreicht. Ich dachte so Dinge wie, ich kann nicht mehr, das Fasten ist nicht für den Sommer dieser Breitengrade gedacht, wie werde ich diesen ganzen Monat schaffen? Dann kam mir der Gedanke: Reiss dich zusammen, Nilgün! Es sind schon Leute durch Wüsten gegangen! Hussein und das jüdische Volk! Maria durch ein Dornenwald ging, klar? Das gab mir unerwarteter Weise Kraft und ich verließ den Ort der Verführung eilends.

 

Suhur Snack Milchreis mit Kirschen

Suhur Snack: Milchreis mit Kirschen

Tag No.1 – POP! Baozí

Mein Blutzucker fällt und fällt und fäälllt…Als ich gestern Nacht noch einen Mitternachtssnack in mich reingedrückt habe um den ersten Fastentag zu überstehen, hatte ich das Gefühl von ehrlichem Hunger seit der letzten Mahlzeit vergessen. Bis zum Mittag geht es, jedoch schlägt er ab Nachmittags zu. Nur meine Beschäftigung mit meiner Bachelorarbeit kann mich ablenken (und die Serien, die ich zur Prokastination schaue). Trotzdem gibt es zwischendurch Pop-Ups wie: POP! Baozí. Baozí , Baozí, Baozí, was war das nochmal? Nach kurzem Überlegen fällt mir ein, dass das ja chinesische gefüllte Teigtaschen sind und ich muss lachen. Mein Gehirn sendet mir Signale, was denn jetzt zum Beispiel kulinarisches angebracht sein könnte. POP! Spaghetti mit Tomatensauce. Mein Gott, das ist ja sehr basic. Aber bei Hunger möchte der Körper nicht Ambrosia sondern satte Kohlenhydrate und ein paar Vitamine drauf. Zurück zur Arbeit. Nach dem ich beim Einzug meiner neuen Mitbewohnerin geholfen habe, bei dem ich in meinem Zustand eher hinderlich als behilflich war, bin ich zum familiären Fastenbrechen zu meiner Mutter gefahren. Ach herrje, ich musste da das Tischgebet für das Iftar sprechen. Was sagt man da so? Ganz schön aufregend!


3 comments

  1. MEH: Ewig langen Text geschrieben, aber blödes Captcha hat alles wieda gelöscht. Deswegen jetzt kürzer:
    Super Bericht, danke. Habe oft den Ramadan bei meiner Familie miterlebt, obwohl nie selber völlig mtgemacht und kann bestätigen, was du in einem Nebensatz nur anreißt: “Neben all den Menschen zusammenführenden, meditativen und regenerierenden Aspekten des Ramadan”. Wichtig! Bringt Menschen zusammen. Stand ich also morgens in aller Frühe gemeinsam mit meiner Familie auf, erlebte ich ein müdes, aber unglaublich zusammenschweißendes Zusammensein in grauer Nacht. Ramadan war für mich nie ein einzelnder fastender Mensch, sondern eine Gemeinschaft, die sich ein Versprechen gibt und die sich dafür belohnt, jedes Mal aufs Neue.
    Jetzt meine Kritik: Dein Text klingt an manchen Stellen wie ein Diätratgeber und. das. find. ich. schlimm! Kleiner Abstecher: Ich bin Veganerin aus ethischen Gründen und Leute meinen auch zu mir immer, wie ich mich damit doch quälen müsse, etc. Nur, wenn sie sich plötzlich dafür interessieren, muss ich vrosichtig sein, denn meistens sind es Frauen, die nur einen ethischen Vorwand suchen, um mal wieder ne Diät machen zu können. Sie finden Veganismus nur deshalb erstrebenswert! Deshalb hüte ich mich davor, Veganismus der Gesundheit wegen zu predigen, weil das großer Quatsch ist. Aber dennoch gibt es viele, die Veganismus wählen, weil er ihnen die ideologische Grundlage gibt, sich dünne machen zu können, gerade auch für Frauen, die sich vielleicht dafür schämen, wenn herauskäme, sie würden den gesellschaftl. Ansprüchen an eine Idealfigur entsprechen wollen (z.B. in der linken Szene). Ich finde, mit Aussagen wie: Es braucht nur Selbstdisziplin, und man müsse den inneren Golum überwinden und man fühle sich so gut und leicht beim Fasten … ich finde das sehr problematisch. Es gibt tatsächlich Gründe, weshalb Mensch sich so gut fühlt beim Hungern; nicht einfach weil es ihm tatsächlch guttut, sondern weil sein Körper eigene Drogen ausschüttet, um die Hungerperiode zu ertragen. Also ein kleiner Drogenrausch quasi. Deshalb war Fasten immer schon auch mit Religiösität verbunden. Ich hab nchts dagegen und finde, das soll die Entscheidung jedes Einzelnen bleiben. Für mich bleibt Ramadan in seiner sozialen Funktion unglaublich wertvoll. Aber daraus so ein Selbstdisziplin-Ding zu machen, find ich ganz gefährlich in unserer recht essgestörten Gesellschaft.
    So, ich hoffe, das löscht der Captcha nicht :-).

Comments are closed.