Sabine Asgodom – So coache ich

Von Bettina Scriba

Sabine Asgodom "So coache ich", Kösel Verlag, 2012

Sabine Asgodom “So coache ich”, Kösel Verlag, 2012

Sabine Asgodom habe ich es zu verdanken, dass ich schon vor mehr als zehn Jahren mein erstes USP (englisch für Unique Selling Proposition, das Alleinstellungsmerkmal) und meinen ersten Elevator Pitch (eine Übung, in der es darum geht, seinem Gegenüber während der sehr kurzen Fahrt im Aufzug in wenigen Sätzen zu erklären, was man beruflich macht) niederschrieb. Im Oktober 2011 stieß ich dann beim Zappen zufällig auf ihre Sendung Sabine ASGODOM im Bayerischen Fernsehen. Und war sofort fasziniert von den kurzen Impulsen, die sie ihren Kunden gab. Ich twitterte, dass ich den Auftakt sehr gelungen fand – und erhielt prompt aus meinem Netzwerk eine Nachricht mit der Frage, ob das mein Ernst sei. Denn ob es nun tatsächlich Coaching sei, was da in 30 Minuten präsentiert wurde, oder doch eher Beratung, führte zu Diskussionen. Sabine Asgodom war auf diese Kritik vorbereitet und sagte gegenüber managerseminare.de: „… Ich glaube, es ist klar, dass ich in fünf Minuten schon einige Impulse setzen muss, damit die Coachees zu einer Lösung kommen. Ich halte auch im Übrigen nicht allzu viel von der reinen Lehre, die bestimmt, dass der Coach sich mit seinen Erfahrungen und seinen Ideen völlig zurückhalten muss. Ich mache schließlich keine Therapie, sondern zielorientiertes Coaching.“

Kurze Wege auf dem Weg zur großen Lösung
In  ihrem Buch „So coache ich“ beschreibt Sabine Asgodom nun das von ihr entwickelte „Lösungsorientierte Kurzcoaching (LOKC)“. Es geht darum in kurzer Zeit zu einer tragfähigen Lösung zu gelangen. Asgodoms Weg unterscheidet sich dabei ganz bewusst von Coaching-Schulen, die der Meinung sind, dass der Coachee, also der- oder diejenige, die das Coaching in Anspruch nimmt, die Lösung selbst finden muss. Impulse zu geben ist erlaubt. Sabine Asgodom öffnet damit den Kreis der Coachees. Coaching muss nicht hochbezahlten Führungskräften vorbehalten sein, sondern kann auch Sekretärinnen, Arbeitssuchenden und Schülern als Unterstützung auf dem Weg in die richtige Richtung dienen. Das Kurzcoaching rangiert daher auch in einer anderen Kostenklasse als die langjährige Begleitung eines Managers.

Der innere Coach
Im Zentrum von „So coache ich“ stehen 25 Coaching-Impulse, die so erklärt werden, dass man sie direkt bei sich selbst ausprobieren kann. Sabine Asgodom ermutigt den Leser, die Leserin, Familie, Bekannte und Freunde mit diesen Methoden zu unterstützen. Auch am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in Gemeinden und Vereinen ist der Einsatz des Kurzcoachings denkbar. Das Buch greift die Idee auf, dass es den meisten leichter fällt, eine Idee oder Lösung für das Gegenüber zu finden, während man bei sich selbst im Dunkeln tappt. Der Blick von außen kann möglicherweise den entscheidenden Anstoß geben. Die kurzen Impulse sollen es dem Coachee ermöglichen, in seinem Gegenüber nicht nur einen Zuhörer, sondern auch einen Tröster, Blitzableiter oder Mutmacher zu sehen. „Coaching ist keine Wissenschaft, die man über Jahre studieren muss. Coaching ist eine Kunst, die vor allem mit Aufmerksamkeit und Mitmenschlichkeit zu tun hat“, so Sabine Asgodom.

Das Buch ist auch ein praktischer Impulsgeber für das eigene Leben. Sabine Asgodoms Merksatz „Mach’s einfach, aber mach’s einfach!“ ermutigt den Leser, die Leserin, sich mit dem eigenen Leben auseinanderzusetzen und mit einfachen Methoden etwas bei sich selbst zu verändern. Sabine Asgodom: „Der einzige Mensch, den Sie ändern können, ist der, den Sie heute Morgen gewaschen und gekämmt, rasiert oder geschminkt haben.“

Kamele, Küchentisch und Mäuseschritte
5 Minuten bis 3 Stunden Zeit sollte man für die einzelnen Coaching-Impulse haben. Jeder Impuls wird mit den Begriffen Anwendung, Situation, Voraussetzung und Methode eingeleitet. Und dann kann es direkt losgehen. Wie wäre es mit der Feenfrage? Oder dem Ärgermanagement? Der 7-A-Methode oder dem Puzzle-Leben? Jede Übung wird kurz erklärt und kann sofort nachvollzogen werden, man kann sich also direkt an die Arbeit machen. Natürlich werden einem manche Impulse mehr zusagen, als andere. Das ist aber gar kein Problem. Bei 25 Impulsen findet Jeder / Jede das Richtige. Und es ist natürlich auch von der aktuellen Lebenssituation abhängig. Ein Impuls passt vielleicht im Augenblick ganz gut, weil er schnell helfen kann, eine neue Sicht der Dinge zu gewinnen. In drei Monaten ist ein anderer Impuls dann vielleicht geeigneter um eine Lösung zu erarbeiten.

Lösungsansätze – Ja, bitte!
Sabine Asgodoms Buch „So coache ich“ liefert mit seinen „25 überraschenden Impulse, mit denen Sie erfolgreicher werden“ viele Lösungsansätze, die einen Denkanstoß in die richtige Richtung geben können. Schwerwiegende Probleme oder sehr umfangreiche Neuausrichtungen kann man damit wahrscheinlich nicht alleine bewältigen, doch man kann sich aktiv mit seinen Wünsche oder Problemen auseinandersetzen und zu schnellen Ergebnissen gelangen. Das Buch ersetzt keine Therapie oder langjährige Begleitung. Beides ist aber sicherlich auch nicht immer erwünscht oder notwendig. „So coache ich“ stärkt die eigene Selbstverantwortung und Selbstbestimmung. Es kann den perfekten Impuls genau zur richtigen Zeit entalten. Da sich das Buch primär an interessierte Laien richtet, ist es nicht mit Fachbegriffen gespickt. Und was ist mit der Kritik, dass Kurzcoaching eher Beratung als Coaching ist? Na und wenn schon! Hauptsache man findet in kurzer Zeit die richtige Lösung, oder entwickelt eine Idee davon, wie der eigene Weg weitergehen könnte. Dieser Ratgeber ist eine lohnenswerte Investition, die sich auszahlt, da man ihn immer wieder zur Hand nehmen und einen neuen Lösungsansatz für sich selbst entdecken kann.

Das Buch „So coache ich“ ist seit 5. April 2012 im Handel erhältlich. Aufgrund der großen Nachfrage ist schon die zweite Auflage erschienen.

 

Sabine Asgodom
So coache ich. 25 überraschende Impulse, mit denen Sie erfolgreicher werden.
Kösel Verlag, € 17,99
224 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-466-30935-1

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2 comments

  1. Schade ist nur, dass wenn Frau Asgodom darüber spricht, dass sie der “reinen Lehre” nicht anhängt, sie sich eher selbst schadet. Es hat sich gezeigt, dass die MEthodik, die jemand anwendet, relativ unerheblich ist für den Erfolg (15%). Die Forschung hat aber bei weitem gezeigt, dass derjenige am meisten Erfolg hat, der sich 100% einer Coaching Methodik/Philosophie verschreibt und keine Kompromisse macht.

    Sicher, in 5 Minuten ist das nicht einfach, da geht es nicht anders. In der Realität ist aber die Frage, ob das immer so passgenau ist, was dann dabei rauskommt.

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