“Wir wünschen uns, dass mehr Leute auf den Straßen unsere Mode tragen”

Adowa Ode Dombrowe mit ihrer Kollektion (c) Amdela Wartenberg

Adowa Ode Dombrowe mit ihrer Kollektion (c) Amdela Wartenberg

Das Designer Duo Adowa Ode Dombrowe und Rosmary Dede präsentierte dieses Jahr ihre Modecollektion in der Konrad Adenauer Stiftung. Gazelle im Gespräch mit Adowa Ode Dombrowe.

Von Amdela Wartenberg

Wie kam es zu der Einladung in die Stiftung?
Auf uns aufmerksam geworden ist die Konrad Adenauer Stifftung durch eine Mitarbeiterin die mich beim Perfekten Dinner gesehen hatte und fand das unser Konzept gut zu deren Thema „Vielfalt Leben und Integration Gestalten“ interessant und passend sei.

 

Wann wurde MALAIKA DESIGN gegründet und wie haben Sie beide sich kennengelernt?
Das Label wurde 2010 zusammen mit meiner Partnerin Rosemary Dede, die auch meine Cousine ist, in Belgien lebt und dort das Label vertreibt, gegründet. Aber zu allen wichtigen Ereignissen ist sie hier in  Berlin oder ich versuche in Belgien zu sein. Ansonsten klappte die Zusammenarbeit auch super per Telefon und E-Mail.

 

Woher kam die Inspiration und Motivation?
Die Inspiration kam als ich damals zu Besuch in Ghana war und abends unterwegs junge Frauen gesehen und getroffen habe, die auch in Europa  leben oder gelebt haben. Sie haben traditionelle Muster mit europäischen Schnitten super kombiniert. Ich persönlich mochte die typischen traditionellen Schnitte nicht besonders, aber liebte die Farben und Muster. Ich denke so ähnlich ging es diesen jungen Frauen auch. Traditionelle Muster und Farben kombiniert mit modernen Schnitten – Die Idee fand ich super! Ja das war die Inspiration etwas zu kreieren das modern, zeitlos und uns, die hier leben, unseren weißen Mitmenschen nicht abschreckt auch zu tragen.

 

Was haben Sie vor MALAIKA DESIGN gemacht?
Meine Partnerin Rosemarie hat Intercultural Relation studiert und ich bin gelernte Einzelhandelskauffrau im Textilbereich, worin ich auch gearbeitet habe bis ich mein Abitur vor kurzem angefangen habe nachzuholen. Später möchte ich Modedesign studieren, um ganz klar mein Wissen zu vertiefen und mich weiterzubilden.

 

Was waren die größten Schwierigkeiten? Was hat Sie am meisten überrascht in der Entwicklung des Labels? Zum Beispiel die Befürchtungen auf dem deutschen Markt nicht wahrgenommen zu werden?
In erster Linie die Finanzierung. Zu Beginn war ich in Elternzeit und Rosemary war noch im Studium. Also wir hatten überhaupt kein Kapital und daher haben wir unsere jeweiligen Haushaltskassen geplündert, was wirklich nicht leicht war.
Um auf uns aufmerksam zu machen habe ich bei der Fernsehsendung Das Perfekten Dinner teilgenommen. Die Sendung wurde Anfang des Jahres ausgestrahlt und ab da haben die Leute angefangen bei uns zu bestellen. Das hat uns gezeigt, dass unsere Mode den Leuten gefällt. Das was wir jetzt einnehmen wird gleich wieder in die Produktion investiert.
Die Deutschen tragen zum Größtenteil eher weniger farbenfrohe Kleidung, aber da wir ja mit traditionellen Mustern aus Ghana und anderen afrikanischen Ländern arbeiten und diese mit den Schnitten und der Mode der westlichen Ländern kombinieren, fällt das den Leuten teilweise gar nicht so sehr auf. Dadurch fällt man nicht mehr so sehr aus dem Rahmen. Man könnte sagen, wir bringen etwas mehr Farbe in den deutschen Alltag und genau das wollen wir erreichen.
Und uns ist aufgefallen, dass unsere Männer-Kollektionen mit am besser läuft. Das liegt wohl daran, dass Männer nicht so lange überlegen, wenn ihnen etwas gefällt. Die greifen einfach zu.

(c) Amdela Wartenberg

(c) Amdela Wartenberg

Man kann diesen Trend auch bei anderen internationalen Designern, die mit westafrikanischen Mustern arbeiten beobachten. Woher kommt dieser Trend?
Designer wie Gwen Stephanie oder Boxing Kitten und Stars wie Beyonce haben das Ganze mehr und mehr salonfähig gemacht. Man findet auch mittlerweile von anderen Designern, leider noch nicht von uns, vereinzelt Stücke bei H&M z. B. und das finde ich super.

 

Stichwort Fair Trade. Wo lassen Sie produzieren?
Produziert wir ausschließlich in Berlin. So haben wir auch immer ein Augen darauf. Zurzeit haben wir zwei Schneiderinnen, die im Näh- & Werk Studio in Neukölln für uns Nähen. Das ist eine soziale Einrichtung, das Frauen aus der näheren Umgebung die Möglichkeit bietet ihr Handwerk auszuüben. Und auch ich hab die Möglichkeit dort gelegentlich zu arbeiten.

 

Woher bezieht MALAIKA DESIGN die Stoffe?
Wir beziehen unsere Stoffe von der holländischen Firma Vlisco, die ein Großhändler in Belgien und Deutschland haben. Somit kann meine Partnerin auch in Belgien die Stoffe beziehen. Vilsco ist der Hauptproduzent für Afrikanische Stoffe seit 200 Jahren.

 

Was haben die Muster für Bedeutungen?
Die Farben und Muster drücken bestimmte Lebenslage aus wie z.B. bei uns in Ghana wenn man gerade ein Kind bekommen hat, trägt man weiß. Schwarz und rot wird bei Beerdigungen getragen. Bei den Mustern sind Westafrikaner sehr kreativ. Da gibt es Glühbirnen, Schildkröten fast alles was man im Alltag oder der Natur finden kann wird verwendet. Auch sehr beliebt Präsidenten der jeweiligen Länder.

 

Wo sehen Sie MALAIKA DESIGN in fünf Jahren?
Wir wünschen uns, dass mehr Leute auf den Straßen unsere Mode tragen. Einfach, dass die Leute getreu nach unserem Motto “Be Unique” sind. Und das wir davon Leben können.

 

Wie und wo kann Mann oder Frau sie finden?
Über unsere Homepage www.malaikadesign.de oder über das Onlineverkaufsportal DaWanda:http://fr.dawanda.com/shop/MalaikaDesigns kann man uns europaweit finden und bestellen. Wir wurden dieses Jahr auch zu einer der besten Designer von DaWanda ausgewählt.
Die Leute haben auch die Möglichkeit die Farben oder Muster auszuwählen und wenn die Leute in Berlin sind, können sie auch bei mir vorbeikommen.

 

Wie lautet ihr Lebensmotto oder besser gesagt MALAIKA Mottos?
“Be Unique“ und mein persönliches “Nach den Sternen greifen”.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

(c) Amdela Wartenberg

(c) Amdela Wartenberg