“Das Barcamp Frauen ist offen für alle”

Nancy Haupt Organisatorin Barcamp Frauen in Berlin

Das Barcamp Frauen in Berlin steht vor der Tür. Am 15.10.11 ist es soweit. Wer den Termin noch nicht in seinem Terminkalender notiert hat und noch ein paar Antworten zum Thema Barcamp braucht, wird sich nach diesen Interview den Tag womöglich nicht entgehen lassen. Gazelle sprach mit der Organisatorin Nancy Haupt über die zweite Barcamp-Runde.

 

Dieses Jahr wird zum zweiten Mal das Barcamp Frauen in Berlin veranstaltet. Was muss man sich unter einem Barcamp vorstellen?
BarCamps sind ein Phänomen des Web 2.0. Sie werden immer mit „Un-Konferenz“ übersetzt, weil die Themen von den Teilnehmenden erst am Tag vor Ort selbst bestimmt werden. Es gibt keine Podien oder ewig lange Referate von sogenannten Spezialist_innen. Der Ablauf ist also relativ spontan und ungeplant, auch wenn im Vorfeld schon Themenvorschläge auf der Homepage www.barcampfrauen.mixxt.de eingereicht und gevotet werden können. Letztendlich entscheiden aber diejenigen Menschen, die am BarCamp-Tag auch wirklich da sind, welche Themen in Workshops diskutiert werden sollen und welche nicht genug Interessent_innen (zumindest in dem Augenblick vor Ort) haben.
Kurzum: eine offene Diskussions-Veranstaltung ohne Hierarchien, bei der jeder Mensch zu Wort kommen kann, wenn er sie es möchte.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Was wollt ihr damit erreichen?
Die Idee zum Barcamp Frauen ist aus einer ziemlich großen Frustration heraus entstanden. Junge Frauen scheinen kein gesellschaftliches oder politisches Sprachrohr zu haben – dies hat sich insbesondere bei der letzten Bundestagswahl gezeigt – junge Frauen verwehrten den großen Volksparteien – allen voran der SPD – ihre Stimmen. Da muss man bzw. frau sich doch nach dem „Warum“ fragen. Aus dieser einfach klingenden Frage heraus entstand die „Projektgruppe Junge Frauen“ und die fixe Idee zu einer Veranstaltung, mit der wir eine Stimme für Gleichstellung und junge Menschen schaffen können. Darüber hinaus ist es unser Ziel, Politik, Gewerkschaften und Medien (wieder) als Gesprächs- und Kooperationspartner für Junge Frauen zu etablieren. Wir wollen Sprachrohr für junge Frauen, Männer und Familien sein. Und je breiter wir uns aufstellen, desto mehr Gehör können wir uns verschaffen. Doch dafür ist es wichtig, dass diejenigen, die es betrifft, auch zu Wort kommen! Das können sie beim Barcamp Frauen.

 

An wen richtet sich das Barcamp Frauen? Gibt es eine Altersgrenze?
Natürlich suggeriert der Name, dass es sich „nur“ an Frauen richtet. Das ist so aber überhaupt nicht gewollt, denn Themen wie Gleichberechtigung, Vereinbarkeit, Arbeitswelt, Präsenzkultur, aber auch Schönheitsideale, Auseinandersetzung mit Vorbildern, ambivalenter Umgang mit Sexyness sowie die Debatte um den sog. neuen Feminismus oder Netzwelten stehen momentan bei vielen jungen Menschen hoch im Kurs. Auch der Begriff „jung“ ist frei interpretierbar – nach dem Motto: „Jung sind die Menschen, die sich jung fühlen“. Sprich: das Barcamp Frauen ist offen für alle, die keine „Hinterzimmerdiskussionen mit Betroffenen“ wollen, sondern den Dialog mit Interessierten aus ganz verschiedenen Bereichen und Ebenen suchen.

 

Wie kann man mitmachen?
Ich würde sagen, einfach am 15.10.2011 ab 11Uhr in der Kalkscheune vorbeikommen! Man kann aber auch zu jeder anderen Uhrzeit kommen – man muss nicht von Anfang an dabei sein. Wir versuchen, die Workshops über den Tag verteilt immer wieder neu zu planen, so dass man zu jeder Zeit einsteigen kann. Natürlich kann man sich auch vorher auf unserer Homepage anmelden oder gar einen Themenvorschlag abgeben – das ist aber ausdrücklich kein MUSS. Das macht es nur für uns als Orga-Team leichter. Sofern man selbst einen Workshop anbieten möchte oder sich zu einem bestimmten Thema einen Workshop wünscht, kann man das auch gern vorher auf der Homepage eintragen oder es aber einfach am Tag vor Ort vorschlagen.

 

Sind Männer eigentlich auch willkommen?
Klar! Gleichstellung muss mit beiden Geschlechtern diskutiert werden, nur so ist das sinnvoll.

 

Noch etwas, was ihr unseren LeserInnen mitteilen möchtet?
Eigentlich nur, dass alles kann und nix muss…Wir freuen uns auf alle interessierten Menschen. Egal, ob jemand mitdiskutieren oder einfach nur mal vorbeischauen und zuhören möchte. Alle sind herzlich willkommen. Und falls doch noch Fragen offen sein sollten, schreibt einfach eine Mail an: barcampfrauen@googlemail.com und wir beantworten sie euch schnellstmöglich.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Comments

  1. Mzia says:

    Barcamp Frauen fcberhaupt gibt und ob Me4nner eigentlich auch kmomen dfcrfen, sei das Interview mit der Organisatorin Nancy Haupt drfcben beim Gazelle Magazin ans Herz gelegt. Dort werden diese

Trackbacks

  1. [...] “Barcamp Frauen” überhaupt gibt und ob Männer eigentlich auch kommen dürfen, sei das Interview mit der Organisatorin Nancy Haupt drüben beim Gazelle Magazin ans Herz gelegt. Dort werden diese [...]