PETEK – Das etwas andere Business-Netzwerk von Frauen für Frauen

 

PETEK Mitberünderin Binnur Öztürk

Von Sunya Baaroun

Immer mehr so genannte Migranten wählen heute den Weg in die Selbstständigkeit. FRAU ist dabei ganz vorn mit dabei. Hier und da wird man also fortwährend auch auf solche Frauen aufmerksam, die ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand nehmen. Nicht selten gestalten sich solcherlei Projekte etwas schwierig, vor allem am Anfang.

Schnell treten entscheidende Fragen auf: Wie gelange ich unter günstigen Bedingungen an Startkapital? Wo und wie möglichst effektiv werben bzw. auftreten? Und um Himmelswillen, wie werde ich mit dem Berg an Bürokratie fertig? Und das vielleicht sogar noch mit ausländischen Papieren, sprich keinem deutsche Staatsangehörigkeit? Mich für einen Monat im Arbeitsamt oder ähnlichen Behörden einnisten, um durch den Dschungel potenzieller Ordnungswidrigkeiten zu steigen? Und was, wenn ich sogar noch andere Personen beschäftigen möchte? Geht’s denn auch einfacher? Ja geht es! – dachte sich Frau Birnur Öztürk eines Tages und gründete mit weiteren sechs Unternehmerinnen den Verein PETEK, was auf Türkisch Wabe heißt. Der Plan: Ähnlich einer solchen Bienenwohnstadt müsse das Ganze funktionieren. Wabe an Wabe, Frau an Frau sollen Informationen und Erfahrungsaustausch stehen. Dadurch, dass jeder seine ganz besondere Essenz einbringt, entsteht etwas was lange fehlte: Ein Netzwerk, eine Interessenvertretung, um die Stellung von Unternehmerinnen und weiblichen Führungskräften zu verbessern, sowie den Zugang zu dieser Gruppe zu fördern. Eine Plattform auch für die Anbahnung neuer Geschäftskontakte. PETEK vernetzt mit relevanten Gruppierungen und Institutionen auf kommunaler, Länder- und Bundesebene. So werden laut Frau Öztürk, Akzeptanz und Gleichberechtigung unternehmerisch tätiger Frauen mit Einwanderungsgeschichte gefördert und ihr gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Beitrag gewürdigt. Zudem verstärkt PETEK durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit das positive Image weiblicher Zuwanderinnen, die oft schon längst die traditionelle und abhängige Geschlechterrolle verlassen haben und ein beruflich erfolgreiches Leben führen.

 

Geben und Nehmen

Die Mitgründerin selbst ist türkischer Abstammung. Jedoch finden sich unter den Mitgliederinnen auch viele Frauen anderer Herkunft. So sind z. B. gebürtige Rumäninen, Engländerinnen, Chinesinnen und Polinnen vertreten. Getroffen wird sich im Raum NRW einmal pro Monat jeweils in einer anderen Stadt zum Business Breakfast. Die Treffen sind Themenorientiert ausgerichtet, mindestens ein Vortrag zur Wissenserweiterung ist einbegriffen. PETEK, seit 2008 offiziell als Verein angemeldet, setzt aufs Geben und Nehmen. Jedes Mitglied profitiert vom jeweils anderem. Mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 50 Euro und von der Steuer absetzbar, ist man gut dabei. Gäste können mit 5 Euro hereinschnuppern. Im Grunde laufe alles gut. Auf die Frage was Frau Öztürk sich konkret für die Zukunft PETEKS wünsche, antwortete diese, dass es schön wäre, wenn noch mehr Frauen an den Veranstaltungen von PETEK teilnehmen würden (derzeit liegt die durchschnittliche Teilnehmerzahl bei 30).

Frau Öztürk plädiert im Allgemeinen für einen stärkeren Zusammenschluss unter den Unternehmerinnen. Ob Migrantin oder nicht: Auf gleicher Augenhöhe solle man sich begegnen. Das sei wichtig, dafür lohne es sich zu investieren.

Webseite von PETEK: www.petekweb.de