North Carolina – Hier schlägt das Musikerherz

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North Carolina ist nicht nur Heimat großer Musiklegenden wie der Soul-Sängerin Roberta Flack, des Country-Sängers Randy Travis und der Jazzmusiker Thelonious Monk und John Coltrane, sondern auch ein Staat, in dem die regionalen Musiktraditionen gepflegt und gefeiert werden. Jüngster Zuwachs zur Reihe der Musikfeste in North Carolina ist das Nina Simone World Music Festival, das im kommenden Herbst zum ersten Mal veranstaltet wird.

Wer also vor hat in diesem Jahr noch eine Reise nach North Carolina anzutreten, sollte sich folgende Musikfeste nicht entgehen lassen:

 

NinaFest

Mit dem Nina Simone World Music Festival – kurz “NinaFest” – in Tryon, der Heimatstadt der Musikerin und Bürgerrechtlerin, nach der es benannt ist, feiert das Eunice Waymon-Nina Simone Memorial Project (NSP) vom 9. bis 11. September 2011 das Erbe dieser bemerkenswerten Künstlerin, die weit über die Grenzen ihres Heimatstaates berühmt wurde. Nach Aussage des NSP-Vorsitzenden Dr. Crys Armbrust soll das Festival die gesamte Bandbreite des beeindruckenden musikalischen Schaffens der Sängerin und Pianistin widerspiegeln und Künstler aus der Region mit Kollegen aus aller Welt zusammenbringen.

Nina Simone wurde 1933 als Eunice Kathleen Waymon in Tryon nahe der Grenze zu South Carolina geboren. Ihr musikalisches Repertoire umspannte Gattungen von Klassik über Gospel und Spiritual, Folk und Blues bis hin zum Jazz, den sie selbst vorzugsweise “Black Classical Music” bezeichnete. Ihren Künstlernamen leitete sie vom spanischen Wort niña (“Mädchen”) und vom Vornamen der gebürtigen Wiesbadenerin Simone Signoret her – sie war zeitlebens ein Bewunderer dieser Schauspielerin und Schriftstellerin. Nina wurde Ende der 1950er Jahre nicht nur in den USA, sondern auch in Europa bekannt. In den sechziger Jahren engagierte sie sich in der Bürgerrechtsbewegung und wurde zu einer ihrer musikalischen Leitfiguren. Ein Werbespot für ein berühmtes Parfüm brachte ihre Version des Songs “My Baby Just Cares for Me” 1987, drei Jahrzehnte nachdem sie ihn aufgenommen hatte, einem größeren Publikum nahe und machte ihn über Nacht zum Welthit. Musik von Nina Simone war auch auf dem Soundtrack des Films Point of No Return (The Assassin) von 1993 zu hören, dessen Hauptfigur sich nach der Sängerin benannte – daher der deutsche Filmtitel Codename: Nina. Eunice Waymon alias Nina Simone starb 2003 in ihrer Wahlheimat Frankreich, wo sie die letzten Jahre ihres Lebens verbracht hatte.

Nähere Informationen zum Festival werden noch bekanntgegeben und auf der Website des NSP ( www.NinaSimoneProject.org/project3.htm ) veröffentlicht.

MerleFest

Musikfreunde in North Carolina müssen aber nicht bis zum September warten. Bereits vom 28. April bis 1. Mai 2011 wird auf dem Campus des Wilkes Community College in Wilkesboro (im Nordwesten des Staates) das MerleFest veranstaltet, das hier seit 1988 jährlich stattfindet und seither mit inzwischen rund 85.000 Besuchern zu einem der führenden Folk- und Bluegrass-Festivals der Welt avancierte. Organisator ist der Gitarrist Doc Watson, der die Veranstaltung nach seinem 1985 tödlich verunglückten Sohn Merle benannte.

Neben den Darbietungen werden Wettbewerbe im Gitarren- und Banjospielen ausgetragen sowie der “Chris Austin Songwriting Contest” (CASC) für Liedertexter. Dem MerleFest geht ein viertägiges “Jam Camp” voraus (www.DrBanjo.com), und auch während des Fests gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Amateure jeden Alters, selbst ein (akustisches) Instrument in die Hand zu nehmen und mit Gleichgesinnten zu improvisieren.

Das Festival beginnt am Donnerstagnachmittag um 14:30 Uhr und endet am Sonntagmorgen um 9:00 Uhr. Eintrittskarten für alle vier Tage gibt es im Vorverkauf (bis 13. März) ab $140 (ca. Euro105). Tageskarten kosten zwischen $35 und $55 (ca. Euro 25-40). Weitere Informationen zum Fest findet man auf der Website www.MerleFest.org sowie ganz aktuell unter Facebook.com/MerleFest und twitter.com/MerleFest.

Weitere Musikfeste

Wer zum MerleFest nach North Carolina reist, kann den Urlaub auch gleich noch um ein paar Wochen verlängern, denn vom 27. bis 29. Mai 2011 verwandelt sich Union Grove (westlich von Winston-Salem) seit rund hundert Jahren ein Wochenende lang in ein Mekka der Fiedler und der Bluegrass-Musik, wenn hier beim Ole Time Fiddler’s and Bluegrass Festival ( www.FiddlersGrove.com) auf dem Camping-platz Fiddler’s Grove über 50 verschiedene Bands auf- und im fröhlichen Wettbewerb gegeneinander antreten. Das Programm wird einige Wochen vor der Veranstaltung auf der Website veröffentlicht.

Die traditionsreichen Musikfeste im gebirgigen Westen von North Carolina gehen auch im August weiter: Bereits mehr als 80 Jahre alt ist das Mountain Dance and Folk Festival ( www.FolkHeritage.org), das seit 1928 jeweils an drei Tagen (Donnerstag bis Samstag) Anfang August stattfindet. Hier erlebt man die traditionelle Musik und Tänze der Südstaaten und insbesondere der Bergregion – mit Banjos, Fiedeln und Zithern. Veranstaltungsort ist das Diana Wortham Theatre am Pack Place in der Innenstadt von Asheville. Und allen, denen die Zeit bis dahin zu lang wird, sei der “Shindig on the Green” empfohlen: Während des gesamten Sommers treffen sich Musikfreunde samstags zwischen 19 und 22 Uhr im Pack Square Park zu Musik, Picknick und Tanz. Man kann zuschauen und zuhören – oder auch mitmachen. Die Atmosphäre ist zwanglos und die gesamte Veranstaltung ist gratis! (pm/gaz)