Nonkonformisten aus Jerusalem

Asaf Avidan - The Reckoning

Asaf Avidan - The Reckoning

Von Mana Alia Mohammed

Eins vorweg: Ja, Asaf Avidan und seine Band The Mojos kommen aus Israel. Aber das tut, so Avidan selbst, nichts zur Sache: „Unsere Musik ist universell – man kann sie in Dubai oder New York genauso gut verstehen wie in Tel Aviv. Ich schreibe über die Liebe, den Tod und darüber, wie seltsam unser kurzer Aufenthalt in dieser Welt ist. Man braucht keinen bestimmten Pass, um das zu verstehen.“

Diese Aussage bezieht sich nicht zuletzt auf die Kritik, mit der Asaf Avidan zu Beginn seiner Karriere konfrontiert wurde, weil die heimische, israelische Presse nicht akzeptieren wollte, dass er auf Englisch und nicht Hebräisch sang. Doch das hielt die Menschen nicht davon ab, in Strömen zu den Konzerten von Asaf Avidan und seiner vierköpfigen Band zu kommen. Bis sie die ganz großen Hallen des Landes restlos füllten. Und das zu diesem Zeitpunkt ganz ohne Plattenvertrag oder mediale Unterstützung!

Einer der Gründe für den Erfolg ist Asaf Avidans Stimme, die ungewöhnlich hoch ist und mit der er wie mit einem Instrument eine Intensität zu erzeugen vermag. Emotionale Höhen und Tiefen vermittelt, dass einem schon beim Hören der Lieder auf Tonträger ein wohliger Schauer über den Rücken läuft. Wie muss es dann nur bei einem Konzert sein, fragt man sich, wenn The Mojos, mit denen er eine eingeschworene Gemeinschaft bildet, ihn livebegleiten?

The Reckoning ist ein Album, das so international und weltoffen klingt, wie es der Musiker dahinter ist. Asaf Avidan, Jahrgang 1980, wurde als Sohn zweier Diplomaten in Jerusalem geboren, wuchs aber auf Jamaica auf. Seine musikalischen Einflüsse liegen ebenso in den großen Rockbands der Neunziger, Soundgarden, Nirvana, Pearl Jam, wie auch bei Led Zeppelin, Jimi Hendrix und Janis Joplin, im Folk, Jazz und Blues. Die Ähnlichkeit seiner Stimme zu Joplin ist im Übrigen verblüffend, beispielsweise auf „Her Lies“.

Neben Rock ist es jedoch vor allem der Blues, der es Asaf angetan hat. Es sind Stücke wie „Over You Blues“, „Them Empty Handed Saturday Blues“ oder der nur ein-minütige Song „A Phoenix is Born“, die einerseits zeigen, wie gut er sein Handwerk versteht und zugleich die Essenz des Blues verstanden zu haben scheint, nämlich Emotion, „feeling blue“, in all seiner Reinheit.

Man kann nur grenzenfreie Musik machen, wenn man sich selbst frei von Grenzen und Beschränkungen macht. „Wir sind Nonkonformisten. Es geht uns um unsere Kunst und unsere Überzeugungen. Erfolg war nie das Ziel. Er ist nur ein Werkzeug, mit dessen Hilfe wir tun können, was wir wollen“ erklärt Avidan. Es bleibt nur zu hoffen, dass ihm diese Einstellung im Laufe der Zeit nicht abhanden kommt.

 

Das Album „The Reckoning“ erscheint bei uns ab dem 15.01.2010.

Kurz darauf, am 21.01.2010 beginnt die große Europatournee der Band, der erste Stopp in Berlin.

 

Gazelle verlost für das Konzert 2×2 Karten. Wenn Sie Asaf Avidan live erleben möchten, dann schicken Sie uns eine Email mit Ihrem vollständigen Namen und Adresse und Städtewunsch bis zum 26.01.2010 an gewinn@gazelle-magazin.de. Im Betreff: Asarf Avidan. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

 

Tourtermine:

Hier die genauen Termine:

21.01.   Berlin, Frannz Club

24.01.   Leipzig, Moritzbastei

25.01.   Hamburg, Knust

28.01.   Bielefeld, Forum

01.02.   Freiburg, Jazzhaus

02.02.   Frankfurt, Nachtleben

04.02.   Tübingen, Südhaus

05.02.   München, Ampere

09.02.  CH-Zürich, Hafenkneipe

11.02.  CH-Lausanne, Bleu Lézard

13.02.   A-Wien, Szene

 

Webseiten von Asaf Avidan:

www.mymojolove.com

www.myspace.com/findlovenow