Ein Leben mit der Duldung

Von Sarah Khayati

Familie Ndombele wird seid 18 Jahren in Deutschland geduldet. Das heißt: theoretisch könnte ihnen ständig die Abschiebung nach Angola drohen. Das heißt auch: Als Geduldete haben sie keine Arbeitserlaubnis, keine Chance auf Normalität. Filmemacher Appolain Siewe hat ihren Alltag dokumentiert. Das Ergebnis gibt es auf DVD.


Dulden, definiert der Duden, bedeutet „billigen, etwas durchgehen lassen“. Der bittere Beigeschmack dieses Wortes ist unverkennbar. Familie Ndombele wird seit 18 Jahren nur „geduldet“, ihre Abschiebung nach deutschem Aufenthaltsrecht also lediglich „vorübergehend ausgesetzt“. Die Asylanträge des Ehepaars und seiner drei Kinder wurden von den deutschen Behörden bereits vor Jahren abgelehnt. Das bedeutet: keine Rechte, keine Arbeitserlaubnis – jede Möglichkeit, selbstständig für den Lebensunterhalt aufzukommen und ein geregeltes Leben zu führen, wird dadurch im Keim erstickt.

Aber eine Rückkehr nach Angola kommt für Frau Ndombele nicht in Frage. Das Land ist vom jahrzehntelangen Bürgerkrieg gezeichnet, Deutschland schon so lange ihr neues Zuhause. Mit aller Kraft und Zivilcourage setzt sie sich für das Bleiberecht ihrer Familie ein. Doch die drohende Abschiebung hängt wie eine dunkle Wolke über dem Alltag der Familie. Filmemacher Appolain Siewe begleitet Frau Ndombele auf ihrem Weg. Behördengänge, Gesprächen mit Anwälten, Politikern und Organisationen wie dem Netzwerk „bridge“, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die berufliche Qualifikation von Asylsuchenden zu fördern und Bleibeberechtigte in Arbeit zu vermitteln.

Einfühlsam beschreibt der Dokumentarfilm das ständige Dilemma zwischen Bangen, Hoffem und Depression, dem Bemühen um ein „normales“ Familienleben und die immer wiederkehrenden inner- und außerfamiliären Konflikte. Ansprüche und Argumente von Geduldeten und Asylbewerben werden dabei ebenso kritisch beleuchtet, wie fundamentaler Einspruch gegen die aktuelle Asylpolitik in Deutschland formuliert. Genau diese ausgewogene Auseinandersetzung mit dem Thema Bleiberecht macht den Film zu einem kleinen Juwel und einer ganz besonderen Empfehlung. Nicht nur für Schulen und Medienzentren.

 

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