Kinotipp: My Name Is Khan

My Name is Khan

My Name is Khan

Von Tobias Render

Ein neuer Film des Bollywood-Königs Shah Rukh Khan. Ein Mann, dem die ganze Welt zu Füßen liegt. Ein Mann, gegen den George Clooney einpacken kann. Ein in den Himmel gejubelter Film-Gott der alles kann und alles darf. Nur so lässt sich auch sein neuestes Leinwand-Werk erklären. Solch einen wilden Film-Stilmix hat die Kino-Welt noch nicht gesehen. Aber der Mann aus Neu-Delhi darf das. Und wirr dürfen ihm dabei ab sofort im Kino zusehen.

 

Ein indischer Filmgott ist in der Stadt. Helle Aufregung in einem Berliner Kaufhaus, während der Berlinale. Der Gazelle-Autor, der hier die Mittagspause zum Einkaufen nutzt, wird von zwei nervösen Damen angesprochen, beide fein herausgeputzt, beide ungefähr Ende 40. „Haben Sie Khan schon gesehen?“ Khan? Ich runzle die Stirn. Jetzt merke ich: Mein Berlinale-Ausweis verrät mich. Wir kommen ins Gespräch. Die beiden Damen haben eine 600 Kilometer lange Autofahrt hinter sich. Wohin sie jetzt wollen, wissen sie nicht genau. Aber was sie wollen: Shah Rukh Khan sehen, ihm möglichst ganz nahe sein. Bei der Erwähnung seines Namens werden die beiden Damen so nervös und aufgeregt, dass die Befürchtung aufkommt, beide fallen gleich in Ohnmacht. Dies ist aber kein Einzelfall. Dem Bollywood-Helden liegen ganze Heerscharen von Frauen zu Füßen, reisen, wie bei der Berlinale-Premiere von „My Name Is Khan“ hunderte Kilometer, nur um den indischen Mega-Star einmal zu Gesicht zu bekommen.

 

Der 11. September verändert alles

„In My Name Is Khan“ spielt Khan einen in den USA lebenden muslimischen Immigranten mit Asperger-Syndrom. Normalerweise wird er in all seinen Filmen durchweg angeschmachtet, hier probiert er sich als Charakterdarsteller. Kein schlechter Versuch. Doch ein Shahrukh wäre nun mal kein Khan, wenn auch hier nicht das altbekannte einträte: Reihenweise fliegen Khan die Filmherzen zu. Das einer alleinerziehenden, hinduistischen Mutter erobert er im Sturm und die beiden treten vor den Traualtar. Es scheint, als hätte es Khan (so auch sein Filmname) in den USA geschafft. Doch dann geschieht ein Ereignis, dass den Film blitzsauber in hell und dunkel trennt. 9/11. Nach den Anschlägen des 11. September wird Khans Stiefsohn von Mitschülern so schwer misshandelt, dass er seinen Verletzungen erliegt. Die Mutter ist untröstlich. Sie bringt ihren Mann dazu, fortzugehen, und den US-Präsidenten persönlich davon zu überzeugen, kein Terrorist zu sein. Erst dann soll er wieder zu ihr zurückkehren.

So beginnt eine jahrelange Odyssee, die stark an Forrest Gump erinnert. Der Filmheld streift dabei fast alle amerikanischen Großereignisse der jüngsten Zeit, selbst Hurrikan Katrina darf en bisschen wüten. Khan streift aber auch alle Film-Genres. Lovestory, Komödie, Sozialdrama, es ist für jeden etwas dabei. Lachen, Weinen, absurde, fast unmögliche Wendungen in der Handlung. Aber, wie schon erwähnt: Ein Khan darf das, und er macht seine Sache gut. Die sonst üblichen Bollywood-Tänze gibt es diesmal nicht, dennoch wird nicht an gefühlsduseliger Musik gespart. Fazit: Trotz manchen Kritiker, die sagen: „Geht nicht.“ Khan gucken geht immer! Zumal dieser Film mit 126 Minuten deutlich kürzer ist, als viele andere Streifen aus Bollywoods Traumfabrik.

Aufgepasst! Gazelle verlost 6×2 Kino-Tickets! Sechs Gazelle-Leserinnen und Leser haben also mit ihrer Begleitung die Chance auf 126 Minuten Shahrukh Khan. Schreiben Sie eine Mail mit gewinn@gazelle-magazin.de

 

Einsendeschluss ist der 20. Juni 2010. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.