Inglourious Basterds

Inglourious Basterds /Universal Film

Inglourious Basterds /Universal Film

Von Tobias Render

Für „Inglourious Basterds“ hat sich Kult-Regisseur Quentin Tarantino bei jeglichen Film-Genres bedient. Spaghettiwestern, blutrünstiges Horrorkino, französisches Meldodram, Actionfilm und Parodie auf altbekannte Hollywood-Nazi-Streifen. Es passt irgendwie alles zum neuen Tarantino-Film. „Inglourious Basterds“ ist aber auch eine bitterböse Farce, denn die Geschichte des Zweiten Weltkrieges wird kurzerhand einfach umgeschrieben. 154 spektakuläre, ganz typische Film-Minuten á la Tarantino.

Der Film besteht aus zwei Erzählsträngen, die erst in einem furiosen Finale zusammengeführt werden. Die erste Erzählung handelt von der Jüdin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent). Sie lebt mit ihrer Familie versteckt in einem französischen Bauernhaus, bis der sadistische und zugleich weltmännisch galante SS-Offizier Hans Landa (Christoph Waltz) sie aufspürt und von seiner Truppe eiskalt hinrichten lässt. Shosanna kann jedoch schwer verletzt entkommen und flieht nach Paris. Dort fühlt sie sich sicher. Ein fataler Irrtum wie sich später rausstellen soll.

Dann gibt es da noch die „Inglourious Basterds“, eine blutrünstige Elitetruppe der Amerikaner. Sie besteht aus amerikanischen und jüdischen aus Deutschland geflohenen Soldaten (u.a. Til Schweiger, Gedeon Burkhard), angeführt vom Macho-Leutnant Aldo Rein (Brad Pitt). Sie sind auf der Jagd nach Nazis, töten diese und nehmen als Trophäe die Skalps der Nazis mit, die mit samt der Kopfhaut abgetrennten Haare.

Es klingt grausam, und genauso ist es auch anzusehen. Tarantino schreckt nicht vor exzessiven, blutgetränkten Gewaltszenen zurück. Doch Metzeleien und andere Grausamkeiten setzt er so gekonnt in Szene, dass viele seiner Fans ihn genau deshalb so lieben. Wenn Tarantino etwas inszeniert, dann ist es meist wuchtiger, größer, verrückter, als man es aus anderen Filmen kennt. Das beste Beispiel ist das Finale in Paris.

Auch wenn viel Blut fließt, ein Horror-Streifen ist „Inglourious Basterds“ mit Sicherheit nicht. Es sind vergnügliche, lustige und teils sehr satirische 154 Film-Minuten. Tarantino-Fans und –Kenner mögen vielleicht etwas enttäuscht sein, alle anderen, die nichts gegen bissigen schwarzen Humor haben, sollten sich den Film einmal ansehen. Allein Christoph Waltz ist absolut köstlich und lässt in seiner Rolle als Hans Landa so manchen US-Star im Film ganz schön blass aussehen.

 

Inglourious Basterds ist ab dem 20. August im deutschen Kino zusehen.