„Ab jetzt mache ich, was ich will!“

Gastbeitrag von Stanka Wegen

Ein Portrait über eine Frau, die selbstbewusst und mit beiden Beinen im Leben steht. Doch ihr Weg bis zur Selbstständigkeit war lang und beschwerlich. Doch er war erfolgreich – und soll nun anderen Mut machen, ihr nachzueifern…

pixelio.de/goenz
©pixelio.de/goenz

Diese Geschichte handelt von einer selbstbewussten Frau. Sie lebte als Teenager für den Traum, Sprachen und Sport zu studieren. Sie wollte Autorin, Dichterin und bekannte Revuetänzerin werden. Dieser Traum fand ein jähes Ende, als sie ins Ausland zu ihren Eltern zog. Dort lernte sie die fremde Sprache und absolvierte eine Ausbildung, die ihr geraten wurde, denn ihre Sprachkenntnisse waren für das Studium damals noch zu gering. Danach hatte sie selbstständig für sich zu sorgen.

Verheiratet und Mutter von 5 Kindern. Sie hatte alle „Hände voll“ zu tun. Sie liebte Ihre Kinder und war Tag und Nacht für sie da. Doch als ein mit Freude lernender Mensch spürte sie immer wieder eine starke Sehnsucht in sich, zu lernen.

“Du kümmerst Dich um das Haus und die Kinder”

Sie meldete sich zum Abendstudium an, um geistig gefordert zu sein. Menschliche Stimmen, wie „Deine erste Pflicht sind die Kinder“, „Du bist doch schon so alt, wer will Dich denn schon nehmen?“, „Du willst immer nur Deinen Willen haben“, „Du bist eine schlechte Mutter und eine abtrünnige Frau“, „Du hast doch keine Zeit und kein Geld dafür“, bewogen sie dazu, sich abzumelden. Zuletzt resignierte sie. Sie suchte nach einem Job. Sie hatte vor, Beruf und Familie miteinander zu verbinden. Doch ihr wurde gesagt: „Ich verbiete Dir, arbeiten zu gehen, Du kümmerst Dich um das Haus und die Kinder“!

Sie hörte sich sagen: „Ab nun mache ich, was ich will“. Und so tat sie es. Sie bekam ein Praktikum. 25 Jahre aus dem Berufsleben – sie erlebte, wie sie unbekannte Aufgaben professionell und souverän erledigte. Sie staunte über sich selbst und ihr noch unbekanntes Potenzial. Sie gewann an Selbstvertrauen. Sie blühte auf. Sie begann zu leben und die Freude zog wieder in ihr Herz, denn sie hatte es zuvor verlernt, zu lachen. Sie hatte buchstäblich nichts – doch sie hatte die Freiheit, über sich selbst zu bestimmen.

 

Und das Abenteuer beginnt…

Sie machte sich innerhalb von einem halben Jahr selbstständig und begann zu studieren.

Sie begann Menschen Wissen zu vermitteln, sie aufzubauen, sie ermutigen und zu zeigen, welche Möglichkeiten sich jedem Menschen eröffnen, wenn die Potenziale entdeckt und die Zügel, sie auszuleben, freigelassen werden – diese Passion lebte sie nun aus. Diese Leidenschaft hat sie bei sich wieder neu entdeckt. Sie legte ihre Ziele und Wünsche frei, die zugeschüttet waren, und die abenteuerlichste Reise ihres Lebens begann. Sie lernte sich mehr und mehr kennen. Das Studium über Personalmanagement wurde für sie eine große Bereicherung.

Sie wurde ihr eigener Coach. Mit der Erkenntnis, fremdbestimmt zu leben, fielen die Würfel. Sie entdeckte, dass die Aussagen, die sie geschmerzt hatten, nach Jahrzehnten immer noch in ihrem Leben wirksam sind. Sie erlebte, wie diese fremden Grenzen ihre Grenzen waren. Die Zeit ist unwiederbringlich vorbei und ebenso alle Chancen, die für sie bereit lagen. Sie hat erkannt, dass sie für jede Entscheidung, ob sie von innen oder von außen her beeinflusst wird, allein verantwortlich war. Niemand sonst!

Ihre Veränderung war unübersehbar. Endlich lebte sie die Persönlichkeit, die sie schon immer war. Die Akzeptanz und der Respekt wuchsen. Sie erlebte außerdem, dass sie sich Grenzen in ihrer Vorstellung steckte. Die Grenzen bestimmte jetzt sie allein. Ihr Denken wurde grenzenlos, für sie ist alles möglich geworden. Sie sagte sich und war davon überzeugt, „für mich soll Unmögliches möglich sein“. Alles, was sie anfasste, gelang. Sie war unaufhaltsam.

Mit ihrem Denken änderte sich auch ihr Leben und sie erfuhr, was es heißt, außer Erfolg noch Erfüllung im Leben zu finden. Diese Lebenseinsstellung ließ sie erfahren, dass sie Kraft besitzt, über alle Widrigkeiten hinweg zu kommen.

Diese Frau, von der die Geschichte stammt, bin ich – Und wenn ich es geschafft habe, warum sollte es für Sie unmöglich sein? Mut geben ist eine edle Aufgabe.

 

Webseite der Autorin: www.coaching-wegen.com