IM INTERVIEW – “Ohne gleich das Gefühl zu haben, man sei vom Glauben abgefallen”

Lamya Kaddor - Muslimisch Weiblich DeutschVon Sunya Baaroun

Die Islamwissenschaftlerin und Autorin Lamya Kaddor im Interview über Imaminnen, Schulalltag und Islamdebatten.

 

Frau Kaddor, ihr Name fällt immer häufiger, wenn es um Emanzipationsbedingte Fragen und konstruktive Kritik am Islam geht. Sie gelten als säkular, beziehen deutlich Position. Verweisungen auf traditionsbedingte Missstände, sowie Ihr Einsatz für eine zeitgemäße Auslegung des Korans, dominieren in den Medien. Dennoch ermüden Ihre Gegenüber keineswegs nochmals und nochmals Themen wie Zwangsheirat und Ehrenmord aufzubringen. Ermüden Sie solcherlei Gewichtungen?

Ja, Müdigkeitserscheinungen habe ich natürlich schon, aber die halten nicht lange an. Die Einseitigkeit der Debatte spornt mich letztlich eher an, dem etwas entgegenzusetzen. Gerade weil ich Islamwissenschaft studiert habe und auch selbst Muslima bin. In diesen ganzen öffentlichen Diskussionen finde ich mich nicht wieder, und damit dürfte ich nicht die einzige sein. Also muss jemand handeln.

Um also auf die Richtigkeit der Dinge hinzuweisen?

…um die andere Seite der Medaille aufzuzeigen. Es ist nicht alles schlimm und miserabel, was Muslime betrifft. Es gibt in Deutschland ganz normales muslimisches Leben, welches sich nicht vom Leben anderer Menschen unterscheidet. Anbei bezeichne ich mich ungern als säkular. In dem Begriff schwingt mir eine zu große Distanz zum Glauben mit. Lieber spreche ich von mir als liberal gläubige Muslima.

 

Wie könnte man den weniger gut informierten oder derweilen voreingenommenen Part unserer Gesellschaft effektiver aufklären?

Indem möglichst viele Menschen versuchen, möglichst viele andere zu erreichen. Eigeninitiative ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort. Dadurch, dass es immer noch keine vernünftige organisatorische Struktur unter den Muslimen in Deutschland gibt, zählt im Grunde nur der Einsatz des Einzelnen. Einige der muslimischen Organisationen versuchen sich zwar für die eine oder andere Sache politisch stark zu machen, aber aus meiner Sicht funktioniert deren Lobbyarbeit eher schlecht als recht. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Organisationen nicht selten bereits seit 30, 40 Jahren existieren. Da fragt man sich, besonders als junger Mensch: Was haben die in der Zeit eigentlich gemacht und was bringt es mir persönlich? Menschen, die das entsprechende Wissen haben, sollten sich die Mühe machen, andere daran teilhaben zu lassen. Gerade junge, gebildete Muslime müssen stärker am gesellschaftlichen Leben partizipieren. Das muss nicht unbedingt Bücher schreiben bedeuten, aber man kann sich in bestehende Programme und Projekte einbringen, seine Meinung kund tun, um bestimmte Impulse in die Gesellschaft hineinzutragen. Wichtig ist, dass die Mehrheitsgesellschaft wahrnehmen kann, dass es in diesem Land auch entspannte Muslime gibt, solche denen ihr Glaube zwar lieb und teuer ist, die sich aber nicht bei jedem Schritt und Tritt fragen, ist das jetzt erlaubt oder verboten. Für solche „Normalos“ bedeutet es allerdings besonders viel Energie und Zeitaufwand, sich neben Alltag und Beruf auch noch in religiöse Debatten einzubringen. Viele sind nicht bereit, ihre Freizeit dafür zu opfern. Ihnen fehlt die Verve zu sagen: Wir wollen dem Islam eine Stimme verleihen. Leider.

 

Einst waren Sie als Wissenschaftliche Assistentin am deutschlandweit ersten theologischen Lehrstuhl für Islamische Religion an der Universität Münster beschäftigt. Zudem vertraten Sie für einige Zeit die Vertretungsprofessur für „Islamische Religionspädagogik“. Für wie notwendig halten Sie die Etablierung dieses Unterrichtsfaches im deutschen Schulsystem?

Das sind zunächst einmal zwei Dinge, die man trennen sollte, die Etablierung solcher Lehrstühle an Universitäten und der Islamische Religionsunterricht an Schulen. Beides ist unbedingt notwendig. Aus einem ganz einfachen Grund: Jede Religionsgemeinschaft, jeder Staatsbürger, hat ein Recht auf freie Religionswahl und -ausübung. Das ist im Grundgesetz verankert, ebenso wie das Recht jeder Religionsgemeinschaft, Religionsunterricht an staatlichen Schulen zu erteilen. Da Muslime in diesem Sinne aber nicht anerkannt sind, gibt es das Fach an sich nicht flächendeckend. Lassen Sie mich noch anfügen, dass Lehrstühle für islamische Theologie nicht nur benötigt werden, um Religionslehrer auszubilden, sondern auch um Imame, vor allem auch Imaminnen auszubilden. Letzteres ist mir persönlich besonders wichtig. Das wird gern unter den Tisch gekehrt. Da heißt es dann: DER Islam kennt es nicht, dass auch Frauen Imaminnen werden können. Erstens stimmt das nicht, zweitens: Wenn dem so wäre, wer hindert uns denn daran, Theologie zu reformieren, zu sagen: Frauen können diesen Beruf auch erlernen? Und warum nicht auch einer Gemeinde vorstehen, diese leiten oder ein gemeinsames Gebet führen?

 

Aktuell handelt es sich bei dem islamischen Religionsunterricht um einen Modellversuch auf der jeweiligen Länderebene. Welchen Problemen sehen Sie diesen heute gegenüber gestellt?

Das große Manko besteht darin, dass es Schulversuche sind. Und ein Schulversuch bedeutet beispielsweise, dass nur eine begrenzte Anzahl von Schulen daran teilnehmen.

 

Dies steht im direkten Zusammenhang damit, dass der Islam immer noch keine anerkannte Religionsgemeinschaft darstellt?

Genau. Man hätte auch sagen können: Wir führen keinen Schulversuch ein. Denn solange es keine Religionsgemeinschaft gibt, kann es keinen Religionsunterricht geben. Ein Schulversuch wäre also nicht notwendig. Da man den Muslimen aber entgegenkommen wollte, hat man sich letztlich doch dafür entschieden. Dennoch erreicht man zur Zeit nicht mal ein Prozent der muslimischen Schüler. Dabei haben wir bisher sehr positive Erfahrungen mit dem Versuch gemacht. Die Akzeptanz der Schüler liegt nahezu bei hundert Prozent. Die Begrenzung auf solch wenige Schulen ist also ein Defizit. Die wenigen Jugendlichen, die islamischen Religionsunterricht besuchen dürfen, sind im Gegensatz zu anderen muslimischen Schülern viel eher in der Lage, sich adäquat über ihren Glauben zu äußeren. Als ich in meinen Klassen angefangen habe, kannten einige Schüler nicht mal das deutsche Wort „Pilgerfahrt“. Da liegt es eigentlich auf der Hand, weshalb wir diesen Unterricht brauchen. Nun ist vor allem die Politik aufgefordert, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um diesen Unterricht umzusetzen. Man hat zu lange auf dem Standpunkt beharrt, die Muslime müssten sich erst in ihrer Organisationsstruktur gänzlich anpassen. Darüber vergaß man, dass diese Schüler doch ein Recht haben, Religionsunterricht zu erhalten. Außerdem vergaß man die Ausbildung geeigneter Lehrkräfte in die Wege zu leiten. Es ist schon ein Unterschied, ob man von einem hier oder im Ausland ausgebildeten Lehrer bzw. Imam Religionsunterricht erfahren darf. Ersterer kennt die Alltagsprobleme der Jugendlichen und kann besser zwischen einem vielleicht sehr traditionellen muslimischen Elternhaus und einer aufgeklärten westlichen Kultur vermitteln.

 

Vor allem muslimische Jugendliche wissen oft nicht mit ihrer Religionszugehörigkeit umzugehen. Sie neigen vielfach zu Extremen, zu Stereotypisierung. Praktizierender Muslim aber gleichzeitig westlich, liberal sein, scheint oft ein unüberwindbares Hindernis darzustellen. Die anderen wiederum lehnen den Islam demonstrativ ab, zu schlechte Erfahrungen haben sie in ihrem sozialen Gefüge gemacht. Kann Islamunterricht solch zerrissene junge Seelen heilen?

Zu sagen, durch diesen Unterricht könne man eine Identitätskrise bewältigen -letztlich geht es ja darum- ist ein zu hoher Anspruch. Der Islamunterricht kann vielleicht dazu beitragen. Die perfekte Lösung nach dem Motto: So müsst ihr als junge Muslime in Deutschland leben, dann habt ihr weder Probleme mit dem Staat noch mit eurer Religion, gibt es sicherlich nicht. Aber der Unterricht kann helfen, diesen Menschen verschiedene Wege zu einem ausgeglichenen Dasein aufzuzeigen. Darf ich Nagellack tragen, einen Freund haben? Warum dürfen Jungs mehr als wir Mädchen? Im Grunde geht es hier um solche Fragen. Islamunterricht kann insofern aufklären bzw. helfen, als dass man sagt: Ja, bestimmte Dinge haben etwas mit dem Islam zu tun und andere wiederum nicht. Klar, für orthodoxe Muslime ist das alles sehr einfach und sehr klar: Dies ist verboten, dies nicht. Dass eine solche Sichtweise das Leben nur scheinbar vereinfacht und in unserer komplexen Welt viel zu kurz greift, kann man an unzähligen Negativbeispielen aus sämtlichen Ländern ablesen. Die technischen und intellektuellen Herausforderungen der globalisierten Gegenwart zwingen den Menschen zu differenzieren, wenn er in ihr zu Recht kommen will, so wie es der Koran verlangt. Abgesehen davon, dass es eigentlich nicht darum gehen darf, Islam nur als Gesetzesreligion zu verstehen, was junge Menschen oftmals tun, weil sie dahingehend erzogen werden. Diese naive Auffassung wird dem Islam nicht gerecht. Da geht viel von der eigentlichen Essenz verloren. Ich kenne kaum einen Schüler, der wirklich mal hinter die Fassade der Gesetzesreligion schaut, der sagt: Welche Ethik oder welcher tiefere Sinn steckt eigentlich hinter den Regeln? Warum darf ich keinen Alkohol trinken? Warum soll ich überhaupt fasten? Wozu ist das Gebet denn gut? Der also auch nach einem spirituellen Aspekt sucht. Aber wie sollen sie das auch können? Die jungen Menschen haben es nie gelernt, weil ja auch die Eltern es selten so gehandhabt haben.

 

Das erste Wort der Offenbarung an den Propheten Mohamed war das Wort „Lese!“. Daraus könnte man ableiten, dass der Koran regelrecht zum reflektieren und nachdenken auffordert.

Ja, im Koran findet man viele Textstellen, die sinngemäß lauten: Weshalb mögt ihr nicht euren Verstand einsetzen? Der Koran ist eine Schrift für Leute, die Wissen suchen. Davon ausgehend wird auch auf Logik und Verstand im Islam sehr viel Wert gelegt. Das gilt nicht nur für religiöses Wissen, sondern auch für weltliches. Beide Sphären bilden ja nach traditioneller islamischer Auffassung sowie eine Einheit, und wenn man sich den klassischen Bildungskanon ansieht, findet man das auch bestätigt. Genau das sind jedoch Dinge, die in der gegenwärtigen Erziehung häufig völlig untergehen. In einem geschützten Rahmen Fragen stellen, Antworten finden und Sinnfragen diskutieren – für manche bietet hierfür einzig der Islamunterricht Raum. Dort darf man auch mal kritisch debattieren. Ich merke, dass diese Möglichkeit den Schülern viel gibt. Zuhause, in der Gemeinde oder beim Hodja dagegen, fühlen sich die meisten eher verloren, wagen es nicht Dinge in Frage zu stellen.

 

Wirklich zu wissen, was den eigenen Glauben ausmacht, – ist dieses Bewusstsein vorhanden? Was heißt es für die meisten muslimisch zu sein?

Die Jugendlichen sagen, sie seien Muslime, weil es ihnen im Zuge der migrationsbedingten Identitätskrise und angesichts äußerer Anfeindungen ob ihrer Herkunft Zugehörigkeit verschafft. Aber was das eigentlich bedeutet, Muslim sein, ist ihnen leider selten bewusst. Gewiss braucht man einen bestimmten Bildungsgrad, eine gewisse Neugier, um Fragen danach zu stellen. Aber es muss eben auch jemanden geben, der zu solchen Fragen animiert. Das versuche in meinem Unterricht zu machen: Stellt doch mal eure Fragen! Warum ist das denn alles so klar für euch? Denkt ihr nicht manchmal: Ach der blöde Gott, warum hat der mir das jetzt angetan? Wenn ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen Lehrer und Schüler herrscht, kommt Wertvolles dabei herum. Auch wenn längst nicht jeder bereit dazu ist. Manche springen halt lieber auf einfache, vorgefertigte Aussagen an. Sie wollen gar nicht mehr wissen: Wozu, weshalb und warum ist ihnen egal.

 

Kann man also sagen, der Koran bedient durch seine sprachliche Vielfalt, seine leicht wie auch schwer zu interpretieren Textstellen, im Grunde Jedermann, sprich den philosophisch angehauchten Intellektuellen wie auch den Typ vom Kiosk neben an?

Schon, nur muss das jede Gruppe für die andere auch gelten lassen. Für den einen ist der Islam eine Art Philosophie, Ethik und Gott jemand, der durch den Koran bestimmte Empfehlungen hervorgebracht hat. Für den anderen eine gerade Richtschnur mit Anweisungen. Beides ist im Grunde völlig ok, nur darf niemand für sich in Anspruch nehmen, er lebe die ultimative richtige Form des Glaubens. Diese Bewertung kann allein Gott treffen. Häufig erlebt man aber, dass Muslime untereinander sehr schnell mit dem Zeigefinger auf die andere Gruppe zeigen und sagen: Ihr macht das falsch. Das Beten zum Beispiel, gehört zu den fünf Säulen des Islams. Ich meine auch, dass es eine Pflicht darstellt. Aber ob ein anderer diese einhält oder nicht, ist allein seine Entscheidung. Das geht niemanden etwas an. Glauben ist eine Art Medizin für die Probleme des Lebens. Man muss sich nur darüber informieren, ob und wie viel man davon benötigt. Zu wenig kann schädlich sein, zu viel allerdings auch, und manche Menschen brauchen sie auch gar nicht. Das ist völlig legitim. Warum soll man ihnen eine Religion aufdrücken? Ich finde diesen Absolutheitsanspruch, der Islam sei die perfekte Religion für alle, nicht richtig. Das hat mich immer gestört. Ich glaube zwar, dass der Islam für mich die richtige Religion ist, aber dass sie es deshalb für jeden sein muss, glaub ich nicht. Ich weiß, damit mach ich mich nicht sonderlich beliebt, aber nun?

 

Sie lehren an einer Hauptschule in einem Arbeiterviertel. Die meisten der Schüler entstammen einem Migrationshintergrund islamischer Prägung. Wie empfinden Sie die Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern? Sind Sie im Rahmen Ihres Unterrichts schon einmal in Erklärungsnot geraten?

Na klar, für mich ist das ja auch ein Lernprozess. Es gibt nach wie vor Eltern, die einen modernen Islamunterricht nicht ganz so lustig finden. Aber ich muss sagen, dass der Hauptteil doch durchaus den Nutzen sieht. Ich glaube auch, dass den Eltern eine große Menge an Arbeit abgenommen wird. Religion wird zwar häufig strukturbedingt nicht hinterfragt, aber man muss auch in Betracht ziehen, dass viele Eltern auf viele Fragen einfach keine Antwort haben: Gibt es Gott? Warum tut Gott uns dies oder das an. Wie sieht er aus? Wenn es keine 08/15-Antwort sein soll, sind das Fragen, die muss man erst mal für sich selbst durchgekaut haben. Und dann sind es auch Fragen, die man unter Umständen von Zeit zu Zeit neu beantworten muss. Da ist die Grenze zur Überforderung sehr schnell erreicht. Ich kann mir vorstellen, dass viele Eltern in die Bredouille geraten, wenn ich ihre Kinder zu eigenständigem Denken motiviere und diese plötzlich ihre eigenen Antworten finden. Trotzdem darf es im schulischen Religionsunterricht nicht bloß darum gehen, zu sagen: Ihr müsst beten, ihr müsst fasten. Ich habe kein Problem mit Leuten, die fünf oder auch zehn Mal am Tag beten. Nur sollen sie wissen, warum sie es tun. Die Religion nimmt für manche einen großen Raum im Leben ein. Da muss sie auch entsprechend durchdacht sein. Ob die Eltern das dann gut finden oder schlecht, dem muss sich jeder Mensch stellen, egal ob Muslim oder nicht. Zu seinen Entscheidungen zu stehen – das gehört halt im Leben dazu.

 

Der Koran für Kinder und Erwachsene“ hinterließ ein bemerkenswertes Echo. Lang hätte man auf solch ein Exemplar gewartet. Das Buch führt eine inhaltlich geordnete Auswahl an Koranversen auf. Ziel ist die Verständnisverbesserung der Heiligen Schrift. Einige Textpassagen, nicht selten hoch kontroverse, fanden in dieser Ausgabe keinen Platz. Steht in Zukunft ein Werk ähnlicher Art mit der Gesamtheit aller Koransuren an?

Den Koran vollständig kind- bzw. laiengerecht zu übersetzen, ist derzeit nicht in Aussicht. Was nicht bedeutet, dass ich dies nicht doch irgendwann machen werde. Aber es ist eine wirklich zeitintensive Angelegenheit. Wenn sich jemand fände, der genau so etwas fördert, kann man sich das überlegen. Nichtsdestotrotz ist ein Folgeprojekt angedacht, auch mit meiner Kollegin Rabeya Müller zusammen. Der Titel steht noch nicht fest. Zum Inhalt möchte noch nichts sagen, über ungelegte Eier spricht man ja nicht.

 

Es folgten Schulbücher für den Islamkundeunterricht, an denen Sie maßgeblich beteiligt waren. Kürzlich erschien außerdem Ihr Buch: „Muslimisch- Weiblich- Deutsch“. In diesem zeigen Sie die Stimme der Mitte auf.

Das behaupten viele. Aber ich bin auch fest davon überzeugt, dass ich mit meiner Sicht der Dinge nicht ganz so weit weg bin, gerade von jüngeren Muslimen, die beten und trotzdem auf eine Geburtstagsparty gehen, ohne gleich das Gefühl zu haben, man sei vom Glauben abgefallen.

 

Gläubig, aber nicht automatisch konservativ sein?

Das meine ich, wenn ich mich als liberal bezeichne. Manche polemisieren, damit sei gemeint, nicht mehr zu fasten oder zu beten. Das stimmt aber nicht. Man kann all dies tun und trotzdem ein weltliches Leben führen. Leben und leben lassen, vor allem das ist mein Appell.

 

Muslimisch – weiblich – deutsch!
Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam
C.H.Beck Verlag
17,90€, 206 Seiten

 

LINKTIPPS:

Forum am Freitag:

www.forumamfreitag.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,8015545,00.html

Webseite der Autorin:

lamya-kaddor.de