Mein Iran – Die Autobiographie der Shirin Ebadi

Mein Iran von Shirin Ebadi ist die Autobiographie einer iranischen Frau. Der Frau, die 2003 den Friedensnobelpreis für ihren Kampf für mehr Frauen- und Menschenrechte im Iran erhalten hat.

Das Buch berichtet über ein Leben voller Engagement und die persönliche Entwicklung der Shirin Ebadin.

Shirin Ebadi wurde 1947 im Iran geboren und wurde nach ihrem Jurastudium mit nicht einmal 30 Jahren zur Richterin ernannt. Als 1979 die islamische Revolution mit einer neuen Rechtsordnung ausgerufen wurde, musste auch Ebadi wie viele andere Frauen ihren Posten als Richterin weichen. Frauen mit guter Ausbildung und Anstellungen wurden entlassen oder heruntergestuft. In einem Land, in dem das Wort einer Frau nur die Hälfte wert ist und die Frau als Mensch zweiter Klasse angesehen wird, ist dies nicht weiter verwunderlich. So arbeitete sie kurzzeitig als Sekretärin im Justizministerium, bevor sie entschied sich für Kinder und Frauen einzusetzen und sie vor Gericht zu verteidigen.
In diesem Buch erlebt der Leser die Veränderungen von der Schahära über die islamische Revolution bis zur heutigen Lage im Iran. Einblicke in das private Leben ihrer Familie und die Konflikte, die eine Frau erlebt, die versucht etwas in ihrem Land zu verändern.
Es ist ein bewegendes Buch, welches den Menschen im Iran ein Gesicht verleiht und aufzeigt welche Träume und Erwartungen sie an das Leben stellen.
Das Leben der Shirin Ebadi bleibt allerdings umstritten. Einige Iraner glauben, dass ihr Engagement nicht so groß war, wie es von vielen Medien dargestellt wird. Auch beim Lesen einiger Stellen fragt man sich, warum sie erst nach Jahren ihrer Arbeit ins Gefängnis kommt und relativ schnell entlassen wird. Dies mag auf die bereits vorhandene Bekanntheit in den westlichen Menschenrechtsorganisationen zurückzuführen sein.Im Großen und Ganzen ist das Buch lesenswert, da es neben den persönlichen Geschichten dieser Frau auch einen menschlichen Blick hinter die Schlagzeilen von Atompolitik und islamischen Radikalismus gewehrt. Ein Blick, der uns Leser auch die Menschen in diesem Land etwas näher bringt. (sm)